Ace Combat: Assault Horizon

Militär-Porno

Ace Combat: Assault Horizon ist ein Einschnitt für die Action-Flugsimulator-Serie. Weg vom Fantasy-Szenario mit Riesen-Flugzeugen und Zeichentrick-Story, hin zu pseudo-realistischen Krisenszenarien um den ganzen Globus samt brutalen Nahkampfaktionen und neuen Fluggeräten. Namco-Bandai hat mit der Serie nämlich Großes vor. Das Nischenprodukt soll mit dem neusten Teil zum Blockbuster werden und dabei eine wichtige Rolle für den japanischen Publisher einnehmen. Keine leichte Aufgabe, schließlich ist die Glanzzeit dieses Genres schon lange vorbei und Ubisoft hat mit dem ähnlich strukturierten H.A.W.X. höchstens einen Achtungserfolg erzielt.

Doch diesmal ist es den Japanern wirklich ernst. Schon der Präsentationsort - Dubai - macht klar, dass keine halben Sachen gemacht werden. Der Wüstenstaat wurde deshalb ausgewählt, weil ein Auftrag über dem Disneyland für Superreiche spielt. Während um ihn die Schlacht tobt, wagt Kono-San einen Ausflug. Er dreht Kreise über dem Burj Khalifa, dem höchsten Gebäude der Welt, lässt die größenwahnsinnige Palme mit ihren Super-Villen vorbeiziehen und schwenkt am Ende in Richtung Burj Arab, dem Segel-artigen Superhotel, für das die Kategorie Fünf Sterne Zwei Plus erfunden wurde. Dann visiert er den Komplex daneben an, in dem wir währenddessen in unserem klimatisierten Präsentationsraum sitzen und feuert eine Raketensalve ab. Lachend ruft er: „Kopf einziehen!" Ja ja, diese Japaner. Lustig.

Beeindruckend ist dabei vor allem, mit wie viel Liebe zum Detail das Emirat in die Realität umgesetzt wurde. Jedes noch so unwichtige Hochhaus, jeder Komplex und jede Landmarke findet man eins zu eins im Spiel wieder. Nur ab und an stößt man noch die berühmt-berüchtigte Foto-Tapete, die in den Vorgängern immer mal wieder die Illusion von einer realen Welt zerstört hat. Flugzeuge, Beleuchtung und Grafikeffekte sind dagegen mal wieder erstklassig. Hier macht den Japanern wirklich niemand etwas vor.

Doch zurück zu Madin A'Salam, unserem gerade attackierten Hotel. Leider haben seine Raketen eben nicht das komplette Gebäude in die Luft gesprengt, sondern nur eine bombastische Rauchwolke, splitternde Fenster und einen mächtigen Feuerball erzeugt. Auch im zweiten Jahr nach Bad Company 2 muss man bei anderen Titeln auf zerstörbares Terrain warten. Okay, das sichtbare Areal ist hier deutlich größer, trotzdem wünsche ich mir dieses Feature schon jetzt für den nächsten Teil. Das würde gerade die Bodenangriffe zu einer wahren Augenweide machen.

Doch genug gejammert, zurück zu Assault Horizon, das euch diesmal gleich in verschiedene Rollen schlüpfen lässt. Erstmals springt ihr wie bei Call of Duty von einem Schauplatz zum nächsten. Jeder Protagonist stammt dabei aus der 108th Task Force, einer Truppe zur Bekämpfung von Krisenherden, die sich aus verschiedenen Air-Force-Einheiten zusammensetzt. Bekannt sind bisher vier unterschiedliche Truppenteile.

Zum einen die Warwolf-Staffel, die mit ihren extrem modernen F-35B Lightning IIs zum Beispiel über Dubai Einsätze fliegt. Dann werdet ihr mit der Razor-Staffel einen B-2 Tarnkappenbomber steuern. Laut Kono-San wechselt die Perspektive dabei von der Piloten- auf die Bombenschützen-Sicht. Außerdem werdet ihr euch in der Nomad-Staffel selbst hinter das Geschütz eines MH-60 Black Hawks schwingen. Im Trailer sah das Ganze nach einer Rail-Shooter-Sequenz aus, mehr Details wollte er nicht verraten. Und zu guter Letzt gebt ihr mit dem Shooter-Squadron und einem AH-64D Apache Longbow Kampfhubschrauber Bodentruppen Feuerunterstützung. Also all das, was Military-Fans da draußen glücklich macht und so ganz nebenbei jede Menge Abwechslung liefert.

Als Antagonist wurde auf dem Event Andrei Markov alias „The Shark" vorgestellt. Ein ehemaliger russischer Pilot, der sich nun als Söldner seine Brötchen verdient und euch gleich mehrmals das Leben zur Hölle macht. Außerdem geht es um eine ominöse Bombe, die den Weltfrieden in Gefahr bringt. Ja, sehr einfallsreich. Aber darauf steht nun mal die Masse. Immerhin setzt Assault Horizon mit Charakteren wie Markov trotz pseudo-realistischem Hintergrund weiterhin auch auf persönliche Geschichten, die mit schicken Ingame-Sequenzen für die passende Atmosphäre sorgen sollen. Nur statt japanischer Schmalz-Story eben diesmal mit Military-Einschlag. Für Fans der Serie eine Umstellung, aber ganz sicher verkaufsfördernd.

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Kristian Metzger

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