Ridge Racer Unbounded

Oder doch FlatOut 3?

Need for Speed hat es vorgemacht, Ridger Racer macht es nach. Namco Bandai möchte die monothematische Rennspiel-Serie scheinbar breiter aufstellen und liefert mit Unbounded quasi ein Spin-Off, das vom guten Namen der Vorgänger profitieren und sich gleichzeitig aber konzeptionell etwas weiter aus dem Fenster lehnen soll. Rein inhaltlich hat dabei Ridge Racer Unbounded aber nur noch wenige Berührungspunkte mit dem namensgebenden Original. Es wurden zwar eine Slipstream-Turbofunktion und ein aufwändiges Drift-System eingebaut, doch damit hören die Ähnlichkeiten schon auf. Ein möglicher achter klassischer Teil würde laut Namco Bandai aus Japan kommen.

Stattdessen wirkt der Titel viel eher wie eine konsequente Weiterentwicklung der beiden letzten Bugbear-Titel: FlatOut 2 und FlatOut: Ultimate Carnage. Zwei erstklassige Rennspiele, die sich leider nicht sonderlich gut verkauft haben. Dreckig statt steril, brachial statt blitzschnell. Hier ein wenig Burnout, dort ein wenig Split/Second, am Ende noch eine Prise Need for Speed: Underground und fertig ist die nächste Highspeed-Krawallschlacht, die übrigens live deutlich besser als im Trailer rüberkommt.

Das finnische Entwicklerteam hat sich voll ins Zeug gelegt, um euch so richtig mit Explosionen, Physik-Effekten und bombastischen Crashs den Kopf zu verdrehen. Ja, richtig eigenständig sieht das noch nicht aus, eher wie eine wilde Mischung aus allen Arcade-Racern der letzten fünf Jahre, aber wenn es rumst, dann richtig.

Abgefeuert werden die Häuser-zerstörenden Spezialattacken mit der sogenannten Destruction Power, die ihr über verursachte Crashs und zerstörte Leveleinrichtung aufladet. Habt ihr genug gesammelt, könnt ihr an markierten Stellen zum Beispiel in ein Haus hineinfahren, dort Stützpfeiler umfahren und es dadurch zum Einsturz bringen. Wenn es dabei auch noch eure Gegner zerlegt, umso besser. Doch die Physik-Engine stoppt nicht bei diesen zum Teil vorgerenderten, zum Teil frisch berechneten Super-Crashs. Auch Brückenpfeiler, Laternen und Container lassen sich zu Bruch fahren und gestalten so die Stadtrennen deutlich dynamischer.

Der angespielte Modus hieß übrigens Crash Race, der Hauptmodus von Unbounded. Hier zählt nur der Sieg, egal wie. Es wird auf jeden Fall noch weitere Varianten geben, wie diese aussehen und ob man sie online beziehungsweise offline nutzen kann, bleibt noch offen. Fest steht nur, dass es einen Multiplayer geben wird mit mindestens acht Fahrern geben wird. Den Rest zum Thema Online gibt dann zur E3.

Auch bei den Anzeigen geht Bugbear einen neuen Weg. Statt die fiktive Metropole Shatter Bay mit hässlichen Tacho- und Platzierungsanzeigen zu verdecken, werden diese direkt auf die Gebäude projiziert. Die Energieanzeigen für Turbo und die Spezialaktionen werden wahrscheinlich am Auto zu sehen sein, so ähnlich wie bei Split/Second. Ganz sicher sind sich die Entwickler aber noch nicht. Und ja, es wird auch eine Geschichte geben, bei denen illegale Straßenrennen und die Gang Unbounded die Hauptrolle spielen.

In der Kampagne beginnt ihr als Nachwuchsfahrer, der sich einen Namen machen möchte. Zusammen mit der Anführerin Kara Shindo nehmt ihr mit gewonnen Rennen einen Stadtteil nach dem anderen ein. Kein schlechter Ansatz. Ich bin mal gespannt, ob das wieder so ein Alibi-Ding oder eine vernünftige Umsetzung wird. Leider fällt mir im ersten Moment nicht ein Renntitel ein, der das gebacken bekommen hat. Selbst bei Need for Speed: Most Wanted war das Endergebnis die meiste Zeit albern.

Wie es sich für die Ridge-Racer-Serie gehört, seid ihr nicht mit echten Fahrzeugen unterwegs, sondern mit diversen Fantasy-Fahrzeugen. Von klassischen Rennschleudern, über Muscle Cars bis hin zu aufgemotzten Limousinen ist alles dabei. Tuning wird es nicht geben, aber optische Aufbesserungen. Die Fahrzeuge sind wie die Hälfte der Umgebung voll zerstörbar. Alles dynamisch berechnet. Geht euer fahrbarer Untersatz in die Luft, bekommt ihr einen neuen. Kennt man so schon von anderen Titeln. Ridge Racer Unbounded erfindet also auch hier das Rad nicht neu, aber liefert immerhin ein paar bekannte Fahrzeuge aus den Quasi-Vorgängern. Im Detail Angel- und Devil-Flitzer.

Das Gameplay von Unbounded hat zumindest bisher kaum etwas mit Ridge Racer zu tun. Bugbear rückt klar von der bisherigen Linie ab, weg vom sterilen Style und dem sauberen Drift-Gameplay, hin zum modernen Schmuddel-Look samt Massenkarambolagen und einstürzenden Neubauten. Und liefert damit im Prinzip ein FlatOut 3 mit Namensänderung. Als eine Art Best-of der beliebtesten Arcade-Racer der letzten fünf Jahre ist es zwar in dieser Form nicht sonderlich originell, könnte aber in Kombination mit dem Können des finnischen Teams ein attraktives Gesamtpaket ergeben.

Mal abwarten, wie sich das Ding beim Fahren anfühlt und was der Multiplayer noch so bringt. Qualitativ mache ich mir aber keine Sorgen. Die Jungs haben uns bisher noch nie enttäuscht. Und wenn der bekannte Name Verkaufzahlen bringt, warum nicht? Hauptsache die Finnen dürfen weiterhin Rennspiele produzieren.

Ridge Racer Unbounded erscheint irgendwann 2012 für Xbox 360, PS3 und PC. Nach meiner Schätzung wird es das Frühjahr. Das Ganze lief als Pre-Alpha-Code.

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Kristian Metzger

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