Inversion

Auf den Kopf gestellt

Eins muss ja den Osteuropäern lassen, in puncto Innovation lassen sie sich meistens nicht lumpen. Nur ganz selten bekommt man wirklich einen 08/15-Titel abgeliefert. Die meisten Titel liefern zumindest ein Element, dass das Gameplay von den Konkurrenz-Produkten unterscheidet. Nur was Polishing, Art-Design und Geschichte angeht, wird es immer wieder unterirdisch. Und zumindest in dem Punkt erreicht Saber Interactive (TimeShift) bei Inversion den westlichen Standard. Der Third-Person-Shooter ist zwar keine Ausgeburt an Eigenständigkeit, muss sich aber technologisch kaum von direkten Konkurrenten, wie zum Beispiel Red Faction: Armageddon, verstecken.

Interessanterweise sind die Parallelen zu der Action-Serie von Volition Software unübersehbar. Ein glatzköpfiger Jedermann, der sich mit abgefahrenen Physik-Tools übermächtigen Angreifern stellen muss. Look & Feel gehen klar in Richtung Mars, auch wenn das taktische Geballer diesmal auf der Erde spielt bzw. im Erdinneren. Ein Grund für diese Ähnlichkeit ist vielleicht der Producer. Namco/Bandai hat nämlich Industrie-Veteran Rick White (Hat früher bei SSI an Pool of Radiance gearbeitet!) nach Kiew geschickt, um den Titel zu vollenden. Der gute Mann war vor Kurzem noch bei THQ angestellt und maßgeblich an Red Faction: Guerilla beteiligt. Das merkt man Inversion an: Anspruchsvoll simulierte Physik in einem spielerisch abwechslungsreichen Korsett, optisch aber eher ein Best-Of der letzten Jahre.

Die Story: In einer nicht allzu fernen Zukunft attackieren die sogenannten Lutadore die Erde und bringen damit die Menschheit an den Rand der Auslöschung. Die fiesen Aliens besitzen nämlich nicht nur allerlei modernste Energie-Waffen, sondern können außerdem die Schwerkraft manipulieren. Auf Knopfdruck werden so Hubschrauber zu Boden gezerrt und Panzer in die Luft verfrachtet. Kurz: Das Militär hat keine Chance.

Gut, dass wir Super-Cops wie David Russel haben, dessen Familie gerade entführt wurde und der sich nun gemeinsam mit seinem Partner Leo Delgado durch die Reihen der Angreifer metzelt. Euer Kollege kann entweder Offline im Splitscreen bzw. übers Internet von einem menschlichen Mitspieler gespielt werden oder aber die KI greift euch im Solo-Modus unter die Arme. Gemeinsam zieht ihr mit geklauten Waffen in den Kampf, sprintet von Deckung zu Deckung oder erledigt eure Gegner mit brutalen Nahkampfattacken. So weit, so Gears. Interessant wird Inversion erst durch den Gravlink. Ein mächtiges Tool, mit dem man sich die Schwerkraft zum tödlichen Werkzeug macht.

Irgendwie hat David Russel das Ding in seine muskulösen Finger bekommen und zieht nun los, um Erde und Familie zu rächen. Das Besondere an dem Tool? Auf Knopfdruck könnt ihr die Schwerkraft am Zielort verändern. Verschanzt sich zum Beispiel ein Gegner hinter einer Mauer, aktiviert ihr die Anti-Schwerkraft und der gegnerische Schütze, schwebt erst mal in der Luft. Dort könnt ihr euch ihn entweder per Traktor-Strahl schnappen und durch die Gegend schleudern oder aber ihn mit Blei bzw. Energie-Blitzen vollpumpen.

Im Gegenzug könnt ihr einen wütenden Mob Nahkämpfer aufhalten, in dem ihr vor euch ein Hoch-Schwerkraft-Feld legt. Rennen sie dort rein, kleben sie wie Insekten an einer Klebfalle am Boden. Und wieder habt ihr leichtes Spiel. Natürlich besitzen auch einige Gegner diese Wunderwaffe. Ihr müsst also schnell reagieren, wenn sie euch auf diese Weise bewegungsunfähig machen und den Effekt aufheben.

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Kristian Metzger

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