Microsofts E3-Pressekonferenz 2011 - Zusammenfassung

Endlich Hardcore

Die diesjährige E3 ist für Microsoft nicht einfach. Während Sony mit dem NGP eine neue Mobil-Konsole am Start hat, stiehlt Nintendo ihnen aller Wahrscheinlichkeit nach mit Project Cafe die Show. Die Amerikaner müssen also mit einem starken Software-Line-Up, neuen Features und exklusiver Software punkten. Und zum Teil ist es ihnen gestern auch gelungen.

Gerade die Hardcore-Kinect-Titel sahen vielversprechend aus. Nur wenig ist zwar davon exklusiv, aber die zusätzlichen Kinect-Funktionalitäten machen den Einsatz von Kamera, Mikrofon und Gestensteuerung nicht mehr nur zu einem Casual-Gimmick. Egal ob Headtracking, das Auslösen von Spezialattacken über die Sprachsteuerung oder das Aiming über Körperbewegungen. Es wurden eine Menge interessanter Ansätze gezeigt.

Den Anfang machte aber ein neuer Level von Modern Warfare 3, der erneut in New York spielt. Doch statt wieder in die Fußstapfen von Frost und dessen Delta Force Team zu treten, geht es diesmal mit einem Trupp Seals Unterwasser. Das passende Gameplay-Video findet ihr ein Stück weiter unten. Und ja, wie schon der erste New York-Level, sieht auch die Sequenz im Hafen beeindruckend aus. Mir ist das zwar immer noch zu linear, aber von der Inszenierung wieder erstklassig.

Wie ihr euch erst an ein dickes russisches Atom-U-Boot heranschleicht, es zum Auftauchen zwingt, es anschließend stürmt und mit den Raketen die eigenen Angriffsschiffe auslöscht, ein einziger Adrenalin-Rausch. Auch die abschließende Sequenz im Hafen, die Jagd vorbei an kämpfenden Schiffen und verzweifelten Russen, alles erstklassig gelöst. Zeitexklusiv für Xbox sind mal wieder die Add-Ons, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ach ja, Battlefield 3 sieht moderner und einfach besser aus. Auch der Einzelspieler-Modus.

Danach Tomb Raider. Nichts Xbox-exklusives, aber ein wirklich interessantes Spiel. Düster, sehr emotional und auf den ersten Blick ganz schön viel Uncharted. Die Präsentation später am Abend hat aber gezeigt, dahinter steckt noch viel mehr. Die passende Vorschau folgt in den kommenden Tagen. Dann der Paukenschlag: Mass Effect 3 mit Kinect-Steuerung. Sowohl die Gespräche, wo ihr die Sätze nachsprecht, als auch das Auslösen von Spezialkräften. Es scheint so, als ob dabei die Immersion verbessert wird. Für mich ein interessanter Ansatz, der vielleicht nicht Millionen Kinect verkauft, aber auch mir als Hardcore-Gamer Spaß machen könnte.

Noch beeindruckender, zumindest in puncto Show-Effekt, ist die Waffen-Anpassung von Tom Clancy's Ghost Recon: Future Soldier. Mit Gesten und Spracheingabe lassen sich die Schießprügel individuell auf den jeweiligen Einsatz vorbereiten. Angeblich in zwei Millionen Variationen. Das Ganze funktioniert auch mit Pad, sieht aber mit Kinect deutlich futuristischer aus. Man kann außerdem auch mit dem eigenen Körper und den Armen zielen. Gezeigt wurde das aber nur beim Waffentraining. Das Spiel entpuppte sich später beim Anspielen als eine Mischung aus Call of Duty, Splinter Cell: Conviction und eben Ghost Recon. Erwartet nette Koop-Aktionen von vier Spielern, ein wenig Stealth, brachial inszenierte Feuergefechte und relativ lineare Level. Laut Entwickler fallen diese später aber etwas breiter aus. Unterm Strich dank schicker Grafik und modernen Interface-Ideen recht interessant. Den Titel schaue ich mir am zweiten Tag noch einmal genauer an.

Dann eine etwas überflüssige Vorführung von Cliffy B. Mit einem ebenso überflüssigen Gast-Auftritt von ICE-T. Gemeinsam ballern die beiden auf einen riesigen Gegner. Nervig war das Gesabbel des Alt-Rappers. Der gute Mann hat definitiv zu viel gekifft. Man hat ihn kaum verstanden. Absolut unnötig, vor allem, weil es praktisch nichts mit dem Spiel zu tun hatte. Dazu passte am Ende auch die im Publikum zu recht lauwarm aufgenommene Ankündigung des Testimonials, seine Band Bodycount zu reaktivieren, um einen Gears-Song aufzunehmen.

Dann Fable: The Journey, das im ersten Moment nach Harry Potters Kinect-Spielmodus aussah. Also schlecht. Auch hier hat aber eine spätere Präsentation etwas Licht in die Sache gebracht. Ist lang nicht so linear, wie es aussieht und der Hauptteil besteht wirklich aus dem Herumfahren mit dem Wagen. Das Pferd ersetzt dabei den Hund und die Welt ist relativ offen. Märchenonkel Peter Molyneux hat mich fast überzeugt. Aber lieber abwarten und Tee trinken.

Dazwischen gab es allerlei TV-Steuerungs-Quatsch, diverse Deals, die es in Deutschland eh nicht geben wird und die erneute Ankündigung, die Xbox zur perfekten Media-Zentrale zu machen. Dazu sollte wohl auch die Bing-Suche zählen. Da ich mit meiner Xbox vor allem spiele, für mich jedoch eher überflüssig.

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Kristian Metzger

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