Final Fantasy XIII-2

Als hätte ich mehr gewollt...

Final Fantasy XIII-2. 13/2. Oder ist es 13-2? 13.2? 13, Teil 2? Wie ist das so genau gemeint? Warum nicht einfach Final Fantasy XV? Weil irgendwas schiefgegangen ist. Weil Square Enix noch Entwicklungskosten von XIII reinholen muss. Was auch immer.

Als der Abspann von Final Fantasy XIII endlich über den Bildschirm flimmerte, konnte ich nicht behaupten, dass der erste Gedanke, den ich hatte, in die Richtung von "Ich will mehr!" ging. Im Gegenteil. Das Ding war ok, aber mehr auch nicht. Eigentlich der schwächste Teil einer einst großartigen Serie, die sich immer mehr zu verlieren droht. Oder, von der ich mich einfach immer mehr entfremde. Für eine Trennung bedarf es ja immer zweier Geschädigter.

Aber ich mag nun mal kein Monster Hunter. Ich mag - oder mochte - Final Fantasy. Spätestens die zweite Hälfte des dreizehnten Teils endlos finaler Fantasie scheint sich jedoch in der Tokioter U-Bahn umgehört zu haben und setzte auf viele Monster in bunter Welt, nur zusammengehalten von losen Storyresten. Fehlt nur noch, dass man die Viecher einsammeln, hochleveln und für sich kämpfen lassen kann. Auftritt Final Fantasy XIII-2.

Dass XIII gerade in Japan seine Freunde hatte, ist kein Geheimnis. Famitsu gab 39 Punkte. Von 40 Möglichen. Man wäre ja dumm, wenn man etwas am Kern änderte. Man schaut vielmehr, was noch fehlt, um diesen letzten Punkt zu holen. Also dürft ihr nächstes Jahr Riesengurken, Roboter und Olifanten in Kämpfen einsacken und auf eurer Seite als eine Art Mini-Summon hervorzaubern. Je häufiger ihr das tut, desto mächtiger werden die Monster.

Immerhin kämpfen sie nicht komplett eigenständig, das wäre selbst in diesem System, das ja eigentlich dann den Idealzustand erreicht hat, wenn man fast nichts mehr tun muss, zu viel des Unguten gewesen. Obwohl, an dieser Stelle tue ich XIII in wenig Unrecht, schließlich war das schnelle und trotzdem dank fließender Paradigmenwechsel taktische Kampfsystem einer der besten Aspekte von XIII. Daran wird auch nichts geändert und die freundlichen Monster unterwerfen sich dem auch brav. Man kann nur hoffen, dass es am Ende nicht auf eine Kombination aus zwei bis drei Paradigmen wie in 95 Prozent der Kämpfe des Vorgängers hinausläuft.

Dort reichte es aus, von Angriff zu Buff auf Heilung und wieder zurück zu wechseln. Gelegentlich noch eine alternative Angriffskombo in den Mixer und fertig war das simple Knöpfchendrücken. 50 Stunden davon ließen wie gesagt wenig Wunsch nach mehr des Gleichen aufkommen, aber genau das wird es sein. Ein wenig Politur links und rechts, aber umgeworfen oder revolutioniert wird da nichts. Nun, vielleicht reichen ja zwei Jahre Pause aus, um neu motivieren zu können. Schließlich darf man in Zukunft die Schwierigkeit während eines Kampfes verändern. Kann jetzt nicht sagen, dass ich dieses Feature vermisst hätte.

Vielleicht hat man aber ja auch endlich wieder gelernt eine Geschichte zu erzählen und wollte diesen Geistesblitz in XIII-2 sofort umsetzen. Früher konnte Final Fantasy das auch und die meisten der Spiele zeichneten sich durch Anfang, Mitte und Ende aus. Nicht so XIII, hier ging es in der Mitte los und über eine Mischung aus Raten und Blättern in Log-Einträgen bastelte man sich den Anfang zusammen, während das Ende zwar ungefähr da hingehörte, wo es sein sollte, aber eine Frage offenließ: War Lightning glücklich? Und wen interessiert das bitteschön?

Nun, solltet ihr Frage 1 mit "Weiß ich nicht." und Frage 2 mit "MICH! MICH!" beantworten, kann ich zwar nicht ganz folgen, weil zumindest meine zweite Antwort anders ausgefallen wäre, aber freut euch, weil 13.2 Lightnings Gemütszustand klären wird. Da mit dieser Aussage aber auch die begründete Furcht aufkommt, dass XIII-2 vielleicht etwas mit X-2 zu tun haben könnte, wird schnell entwicklerseitig eingeworfen, dass es diesmal ja viel düsterer und ernsthafter zugehen soll.

Die Welt, wie sie war, wurde in XIII zerstört, jetzt wird wieder aufgebaut. Niemand weiß, wo Lightning steckt, aber ihre Schwester Serah will das ändern. Die Geschichte um Lightning wird ein Hauptaspekt sein, aber eine Drei-Frauen-Sitcom wird es wohl nicht mehr werden. Mit Vanille und Fang verschwand ein Teil der Leichtigkeit aus der Gruppe, Snow bekommt nur kurze Auftritte, immerhin wird Lightning spielbar sein.

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Martin Woger

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