343 Industries: Halo 4, 5 und 6 bilden die 'Reclaimer Trilogy'

Viele neue Details zu Halo 4

343 Industries hat erste Details zu Halo 4 und der neuen Trilogie verraten.

Die nächsten drei Teile decken demnach einen Zeitraum von rund einem Jahrzehnt ab und werden als "Reclaimer Trilogy" bezeichnet, wie man am Wochenende auf dem Halo Fest verriet.

Den Planeten, auf den der Chief und Cortana am Ende von Halo 3 zusteuern (sofern man das Spiel auf Legendary beendet) und den man auch am Ende des Trailers zu Halo 4 sieht, bezeichnet man als "sehr mysteriösen" Forerunner-Planet, auf dem man einen "unterschiedlichen Aspekt" der Alien-Architektur sehen soll als in den Vorgängern.

"Wir investieren viel in Look und Feel der Forerunner", sagt Senior Art Director Kenneth Scott. "Das, was die Leute ursprünglich damit verbunden hat, war dieses Mysterium. Und dadurch entsteht auch eine Menge Druck, unter dem das Art Team derzeit steht. Wie möchten den Spielern dieses Gefühl einer Entdeckung vermitteln."

"Ihr lebt nun seit zehn Jahren mit den Forerunnern und das über drei, vier Spiele hinweg. Was tun wir, um es auf eine Art und Weise voranzubringen, die den Spieler noch immer mit diesem Mysterium verbindet, ihn aber auch nicht davon ablenkt, was in dieser Zeitperiode passiert. Hier geschieht eine Menge."

"Ihr habt mit inaktiven, statischen, von den Forerunnern verlassenen Strukturen gelebt", erklärt Frank O'Connor. "Es wird wirklich interessant werden, diese verschiedenen Aspekte der Forerunner zu sehen, wenn es nicht völlig inaktiv, tot und verlassen ist."

Aktuell arbeiten rund 200 Leute schon seit zwei Jahren an Halo 4. Die Mitarbeiter von 343 stammen dabei von 25 bis 30 verschiedenen Entwicklerstudios.

"Es spielt sich wie Halo," sagt Creative Director Josh Holmes. "Das klingt einfach, war aber wirklich wichtig für uns. Als Team brachte man uns wegen unserer Liebe für dieses Universum und die Spielerfahrung zusammen und wir wollten das beibehalten, was dieses magische Halo-Feeling im Kern ausmacht."

"Gleichzeitig war es aber auch wichtig, Courage zu zeigen, Risiken einzugehen und das Gameplay-Feeling weiterzuentwickeln, damit es sich frisch und anders anfühlt. Es ist diese ständige Frage der Balance, mit der wir seit Beginn kämpfen. Wie behalten wir das bei, was Halo ausmacht, wie stellen wir sicher, dass es sich wie Halo anfühlt, während wir gleichzeitig neue Waffen, Fähigkeiten und Spielerlebnisse hinzufügen, die man in einem Halo-Spiel zuvor nie hatte?"

"Im Kern fühlt es sich aber sehr nach Halo an. Für uns war wichtig, dieser Sandbox-Natur des Halo-Gameplays treu zu bleiben, also lassen wir den Leuten die Wahl, wie sie ein Problem angehen, anstatt ihnen nur eine einzige Lösungsmöglichkeit vorzusetzen. Das ist eines der Dinge, die für uns sehr wichtig waren."

Wirklich genauer ging man auf die Story von Halo 4 zwar nicht ein, nannte aber immerhin ein paar Details. Man will beispielsweise Charakter und Persönlichkeit des Master Chief näher beleuchten, ohne dabei jedoch zu den Ursprüngen zurückzugehen.

"Es ist eine direkte Fortsetzung der Ereignisse in Halo 3", bestätigt O'Connor. "Eine Sache aus dem Internet werde ich klarstellen. Das 2554er Modell wäre am Ende des Jahres 2552 ausgeliefert worden. Ihr bekommt also keinerlei Hinweise auf die zeitliche Abfolge durch den neuen [Wart]hog [in Forza Motorsport 4]. Aber es nimmt sich dem Schicksal von John und Cortana an. Es gibt eine Menge Spekulationen über Cortanas Geisteszustand. Es besteht eine enge Bindung zwischen beiden Charakteren. Und auf die Charaktere konzentrieren wir uns diesmal sehr stark."

"Halo drehte sich für mich immer um Mysterien, Erkundung, Verwunderung und den Umfang. Ihr habt bereits ein paar Artworks gesehen und eine Vorstellung der unglaublichen Pracht und des Ausmaßes bekommen. Meiner Meinung nach bietet das auch die Story. Die Möglichkeit, drei Jahre lange über die Geschichte nachzudenken, sie zu planen und sich von Beginn an auf eine Trilogie festzulegen, ist ein Luxus, den nicht mal Bungie bei Halo 1 hatte."

"Wir wissen, dass wir eine loyale Fanbasis haben und ebenso eine Community, die Spaß an Halo-Spielen hat, also können wie eine große, epische Geschichte voller Wunder und Erklärungen aufbauen."

Cortana spielt "eine wichtige Rolle" in Halo 4. "Das ist Johns Geschichte", sagt Holmes. "Aber wenn man sich diese beiden Charaktere, die im Zentrum des Universums stehen, ihre Verbindung zueinander anschaut und wie wichtig das in den ersten zehn Jahren für Halo war, ist das etwas, was wir wirklich gemeinsam als Team ergründen wollten."

Ein weiteres Gesprächsthema war natürlich der Multiplayer und welche Zielgruppe man damit anspricht.

"Schaut man sich die Halo-Community an, ist es eine wirklich vielschichtige Community", so Holmes. "Es gibt so viele verschiedene Perspektiven, die die Leute mit einbringen. Für uns als Team war es sehr wichtig, all diese Perspektiven und Spielstile zu repräsentieren und gleichzeitig sicherzustellen, die richtige Balance zu finden und verschiedenen Spielern unterschiedliche Spielerlebnisse zu bieten, abhängig davon, wonach sie suchen."

Das Design des Master Chief aus dem Trailer zu Halo 4 sei unterdessen noch nicht final.

"Der Chief, den ihr in dem Teaser gesehen habt, ist nicht der finale Chief. Wir wissen, wie wichtig er für diese Universum und für die Leute ist, die ihn spielen. Mittlerweile sind wir vermutlich bei Entwurf Nummer 4. Es fließt eine Menge Liebe und Arbeit hinein, um sicherzustellen, dass wir das bestmögliche Ergebnis bekommen."

"Speziell bei ihm liegt der Fokus darauf, dass sich die Spieler wirklich wie er fühlen, ihnen zu verkaufen, dass sie ein genmanipulierter Superheld sind, der eine 800 Pfund schwere Rüstung trägt. Sobald wir die Ziellinie überschreiten und ihr es spielt, werdet ihr das hoffentlich erkennen."

Auf der E3 hatte Microsoft nicht nur Halo 4 angekündigt, sondern gleich auch die komplette Trilogie. Der Grund? "Es war wichtig für uns, den Fans und der Community unsere Absichten zu zeigen und auch unsere Verpflichtungen hinsichtlich der Story, die wir erzählen möchten", erklärt Holmes. "Als wir vor etwas mehr als zwei Jahren damit anfingen, die Pläne für die Reclaimer-Trilogie auszuarbeiten, wussten wir genau, welche Story wir erzählen wollen."

"Worauf sich die Trilogie zum großen Teil konzentrieren wird, ist die Erforschung des Charakters des Master Chief und was es bedeutet, ihn zurückzubringen. Und wir wollen diesen Charakter wirklich etwas näher beleuchten, als wir es in irgendeinem der bisherigen Spiele getan haben. Hinter John steckt ein tiefgründiger Charakter, der primär in anderen Medien existiert, weil wir ihn genauer betrachten und auf eine Reise schicken wollten, die ihn als Charakter und als Mann weiterentwickelt."

Einen Zugang zur Beta von Halo 4 wird es mit dem HD-Remake Halo: Combat Evolved Anniversary allerdings nicht geben. Modding wird man wahrscheinlich ebenfalls nicht unterstützen, da es "zum jetzigen Zeitpunkt primär ein Konsolenspiel" sei. Intern spreche man jedoch darüber, die vorherigen Teile für die Community zu öffnen.

Zum Thema neue Waffen und Fahrzeuge sagte Holmes: "Ihr werdet in diesem Spiel sowohl vertraute als auch neue Dinge sehen. Wir blicken auf die gesamte Trilogie wie auch auf das, was bereits existiert. Ihr werdet bekannte Dinge aus den vorherigen Spielen sehen, aber auch Neues."

"Wenn man eine Fortsetzung entwickelt, muss man Dinge hinzufügen, weiterentwickeln und verändern", fügt O'Connor hinzu. "Eine wichtige Sache des Halo-Universums ist, dass es wirklich groß ist und man schon eine Menge gesehen hat. Wenn wir über Dinge nachdenken, die wir dem Spiel hinzufügen wollen, blicken wir nicht einfach nur zurück oder in die Zukunft, sondern fragen uns, welche Sachen die UNSC wohl nutzen würde? Auf was hat die Menschheit noch Zugriff?"

"Eine Besonderheit von Halo 4 ist, dass es nach der Entdeckung der Forerunner-Technologie spielt. Wir wurden also immer und immer wieder von der Allianz zurückgeschlagen und hatten nicht wirklich den Luxus, in Forschung zu investieren. Nun, Karen Traviss' Roman Glasslands wird beleuchten, dass die menschliche Rasse, wenn sie nicht gerade zurückgedrängt wird, tatsächlich eine ziemlich eindrucksvolle Macht ist. Mit der nötigen Zeit und wissenschaftlichen Neugier unserer Spezies werden all diese Sachen im Hinblick darauf, wie wir unsere Technologie weiterentwickeln können, sehr interessant. Die UNSC-Ausrüstung ist aber immer noch zäh, kriegerisch und sehr menschlich. Aber es kommt noch eine Menge mehr."

Thema Koop: "Koop ist ein großer Bestandteil der Halo-Spielerfahrung und etwas, woran wir bei der Gestaltung unserer Kampagne denken", so Holmes. "Während unsere Missionsdesigner die Kampagne entwerfen, steht es immer an erster Stelle."

Auch das Forge-Feature wird wieder zurückkehren. "Forge war eine Engine für die Community, um eigene Kreationen zu erschaffen und zu teilen. Und es ist etwas, woran wir als Studio sehr fest glauben. Wir werden weiterhin Arbeit in das Toolset stecken und es entwickeln. Es wird definitiv ein großer Teil von dem, was wir in Halo 4 tun."

Halo 4 - Teaser-Trailer

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News  |  f1r3storm

Seit 2006 bei Eurogamer.de und spielt hauptsächlich auf Konsolen. Mag Sci-Fi, Star Wars UND Star Trek. @f1r3storm auf Twitter.

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