League of Legends: Dominion

Der nächste Evolutionssprung

Während sich Heroes of Newerth und DOTA 2 ganz auf die Erhaltung des ursprünglichen Spielprinzips konzentrieren, steht League of Legends kurz davor, den nächsten Evolutionssprung zu vollführen. Weg von der ausgedienten Klassik-Karte, hin zu einem voll auf Teamplay ausgelegten Spielmodus, der schon beim ersten Anspielen einen hervorragenden Eindruck macht. Mit Dominion entsteht damit nicht nur die Grundlage für weiteres Wachstum, sondern auch für die nötige Portion Abwechslung, um die Konkurrenz endgültig abzuhängen.

An der zugrundeliegenden Spielmechanik hat sich dabei auf den ersten Blick kaum etwas geändert. Wie gehabt zieht ihr gemeinsam mit vier anderen Beschwörern in den Kampf, sammelt Gold und Erfahrungspunkte und versucht die Oberhand zu gewinnen. Doch bei Dominion gibt es keine Basis, die ihr bewachen müsst, sondern fünf Energiepfeiler. Diese muss man ganz wie beim Conquest-Modus von Battlefield einnehmen, um die Tickets des feindlichen Teams auf Null zu bringen.

Das Gameplay wurde dabei ganz bewusst deutlich schneller angelegt. Ihr startet schon mit Level 3 und mit zusätzlichem Gold. Insgesamt dauern die Partien ca. 20 Minuten. Je nachdem, wie dominant ihr spielt. Ich war einmal 15 Minuten und einmal fast eine halbe Stunde unterwegs. Im Vergleich zu den oft epischen Gefechten auf der Standard-Karte ist das eine nette Abwechslung, die vollkommen neue Taktiken erfordert.

Nach einer kurzen Aufwärmphase geht es danach sofort ins Spielgeschehen. Mit eurem Helden hastet ihr in Richtung des ersten Beschwörungssteins. Ihr visiert ihn an und übernehmt ihn so langsam für euer Team. Hilft euch ein Kollege, geht es doppelt so schnell. Werdet ihr währendessen angegriffen, wird die Animation abgebrochen. Habt ihr ihn dann komplett eingenommen, wird daraus ein Turm, der auf näherkommende Gegner feuert und eure NPC-Kämpfer werden weiter vorne produziert. Viel mehr gibt es eigentlich nicht zu beachten.

Durch den kreisförmigen Aufbau könnt ihr jederzeit versuchen, auch andere Punkte einzunehmen. Zum Beispiel welche, die näher an der gegnerischen Basis liegen. In diesem Modus geht es nämlich weniger darum, besonders viele Kills abzustauben, sondern mehr um die taktische Übernahme der Steine. Manchmal macht es sogar Sinn, sich für die Verteidigung eines Beschwörersteins zu opfern, um damit zum Beispiel eurem Team die Möglichkeit zu geben, auf der anderen Seite abzuräumen. Das Endergebnis ist ein extrem dynamischer Spielablauf, der auf mich auf Anhieb in seinen Bann gezogen hat. Am Ende steht dann übrigens nicht der Spieler mit den meisten Kills auf Platz eins, sondern derjenige, der am aktivsten Punkte eingenommen und verteidigt hat.

Die gleichzeitig reduzierte Wiederbelebungszeit erhöht übrigens nicht nur die Spielgeschwindigkeit, sondern dürfte auch den nervigen Flamern einen Riegel vorschieben. Es bleibt in den brutalen 20 Minuten einfach keine Zeit, sich über Feeder oder anderen Quatsch aufzuregen. Zusätzlich gibt es an speziellen Spawnpunkten in der Mitte und direkt an den Beschwörungssteinen Buffs, die sich zum Teil auf das ganze Team auswirken. Das erweitert das Gameplay und sorgt für zusätzliche Tiefe.

Als letzter Baustein wurden einige Gegenstände umgebaut, um der anderen Spielweise Tribut zu zollen. Der Blutdürster-Ersatz hat zum Beispiel keine Stacking-Funktion mit getöteten Creeps, sondern einen festen Wert. Abschließend noch ein paar Worte zum Design der Karte. Wer auf den stark überzeichneten Look von League of Legends steht, wird von dem bunten, mit vielen Details ausgearbeiteten Schlachtfeld begeistert sein. Überall bewegen sich mechanische Greifer, Windmühlen und magisch angetriebene Pumpen. Zusammen mit dem gerade überarbeiteten Benutzerinterface und den inzwischen deutlich besseren Charaktermodellen verwandelt sich das hässliche Entlein des MOBA-Genres immer mehr in eine schlummernde Schönheit. Unterm Strich sieht DOTA 2 für mich zwar immer noch einen Tick besser aus, aber man bekommt keinen Brechreiz mehr, wie in der Closed Beta.

Riot Games zeigt auf beeindruckende Art und Weise, wie man ein free-to-play-Game frisch und unverbraucht hält. Anstatt sich auf neuen Helden und ein paar Detailverbesserungen auszuruhen, wird mit Dominion ein frischer, spannender Spielmodus hinzugefügt, der dem schon etwas eingefahrenen Spielprinzip eine neue Perspektive abgewinnt. Gerade im eSport-Bereich wird Dominion wie eine Bombe einschlagen. Die klare Teamausrichtung wird für einige extrem spannende Auseinandersetzungen sorgen. Natürlich muss man abwarten, ob sich dieser neue Modus auch im täglichen Standardbetrieb gegen die Kluft der Beschwörer durchsetzen kann. Ich für meinen Teil freue mich über die neue Auswahlmöglichkeit. Und das Beste: Wenn alles glatt geht, wird Dominion in drei Wochen veröffentlicht.

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Über den Autor:

Kristian Metzger

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