Auto Club Revolution

Nichts ist umsonst, aber manchmal ist es gratis

Es ist eigentlich nicht der Termin gewesen, dem man als Redakteur mit großer Freude entgegenblickt, aber manchmal kommt ja anders häufiger vorbei, als man denkt. Das Spiel heißt Auto Club Revolution und es wurde mir mit Worten wie "browsergestützt", "free-to-play", "Social Media Integration" und "Racer" angekündigt. Oh Mann, wieder eines dieser lahmen Browserspielchen, bei deren Anblick und dem Gedanken an die Nutzer einem die Frage durch den Sinn schießt, ob die Menschheit nicht langsam für die nächste Evolutionsstufe Platz machen sollte.

Gesagt, zum Termin geschleppt und von zwei wie so oft sehr freundlichen und enthusiastischen Engländern begrüßt. Projektmanager Doug Wolff und Marketing Director Simon Jones wussten, wie man das Browserspieleis brechen muss. Mit ein wenig Firmenhistorie. Im Falle von Eutechnyx belegt diese durchaus, dass die Jungs was von Rennspielen verstehen müssten. Seit 1997 produziert die Firme einen konstanten Output an allem, was auf Rädern fährt. Von Fun-Games wie Big Mutha Truckers bis zum Simulationsansatz in Ferrari Challenge oder dem neuesten NASCAR ist alles dabei. Die Wurzeln der Firma gehen sogar als Zeppelin Games bis in die späten 80er zurück. Es handelt sich hier also zumindest schon mal nicht um ein frisch aus dem Boden gestampftes Online-Studio.

Das, was als nächstes auf dem Screen passierte, überraschte dann aber doch. Das Rennspiel, das dort zu sehen war, würde ich jetzt noch nicht auf eine Stufe mit Forza 4 oder GT5 heben, was die Optik angeht, aber es war definitiv nicht hässlich.

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Gestellt, aber in der Ingame-Engine.

Sogar sehr schön anzuschauen, wie der aktuelle BMW M1 da so seine Runden über Spa drehte. Ein paar kleine Framerate-Problemchen hier und da noch, aber schließlich befindet man sich ja auch noch vor der ersten öffentlichen "geschlossenen" Beta. Kurz mal mit Keyboard angetestet, spielt es sich sogar auch so. Nichts, was ich mit Worten wie free-to-play-Sim oder vor allem mit Browser in Verbindung bringen würde.

Apropos, wo ist der Browser eigentlich? Auto Club geht dabei einen noch recht frischen Weg, den wir in Zukunft nicht nur in diesem Feld, sondern auch bei den großen Retail-Spielen häufiger sehen werden. Das eigentliche Spiel läuft in einer Client-Installation, da derzeit noch keine rein browsergestützte Technologie verfügbar ist, die die technischen Ansprüche der Rennspiel-Bastler erfüllt hätte. Vor und nach dem Rennen jedoch findet ihr euch im Browser selbst wieder.

Was man hier sieht, erinnert ein wenig an die üblichen Browserspielchen, aber auf einem sowohl von den Möglichkeiten als auch dem visuellen Anspruch her deutlich höheren Level. Wäre dies ein GT5, könnte man dieses Browserfenster als das Menü begreifen, in dem man seine Autos verwaltet, ummodelt, Online-Freunde sieht und eine ganze Menge mehr.

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Noch nicht viel los in Spa, so Prä-Beta.

Nicht nur, dass es recht hübsch und sogar übersichtlich ist. Durch eine Vielzahl von konfigurierbaren und frei bewegbaren Widgets lässt sich dieses "Menü" so konfigurieren, wie ihr es möchtet. Forum und Chat doof? Klickt sie weg. Aktuelle Real-Life-Rennergebnisse gut? Holt sie euch auf die Startseite. Nur um kleine Beispiele anzuführen.

Bei einem free-to-play-Titel fragt man sich natürlich, wo der Entwickler das Geld hernimmt, um das Mittagessen und eine kleine Presse-Tour durch Europa zu bezahlen. Es gibt natürlich das Standbein der Micropayments. Ihr könnt exklusive Decals und Verschönerungen für euer Auto kaufen, die es zwar nicht schneller, aber lustiger machen. Ein Renn-Bugatti mit Taxischild hat mich schon schmunzeln lassen. Was es jedoch nicht geben wird, sind Tuningteile oder besonders schnelle Autos, die nur für reales Geld verfügbar sind. Was das delikate Balancing zwischen zahlenden und nur spielenden Kunden angeht, fand man für Auto Club Revolution eine schlüssig klingende Lösung.

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Martin Woger

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