Touch My Katamari - Vorschau

Wie sehr Establishment kann ein Typ sein, der Pandas fliegen lässt?

Was ist eigentlich aus dem King of All Cosmos geworden? Der Typ war, ist und wird wohl immer der wichtigste righteous godly HighNEss Dude in the UNIVERSUM!1! sein. Oder so. Ähnliches hatte er früher selbst mal verbreitet. Also, was macht so jemand, wenn die eigene Spieleserie nach drei oder vier - hab ein wenig den Überblick verloren und konnte mich angesichts latenter Katamari-Müdigkeit auch nicht aufraffen nachzugucken - ein wenig in die Belanglosigkeit kullerte? Weil, seien wir ehrlich: Die ersten beiden Katamaris gehörten zu dem wildesten Shit, der je aus Japan rüberrollte, danach über Japan drüberrollte und einen glorreichen Ball aus Welt formte. Danach ... Nicht mehr so sehr. Mehr vom Gleichen, die Frische des Moments aufgebraucht, selbst die Musik war nicht mehr so funky, wie sie mal ins Hirn marodierte. Mit anderen Worten: Katamari wechselte irgendwann zum Establishment und wurde langweilig.

Gut, dass hat Namco für Touch My Katamari! auf der Playstation Vita wohl verstanden. Etwas musste sich ändern. Erst mal wird der King of All Cosmos degradiert, was für ein paar nette Momente sorgen dürfte, gleichzeitig lässt sich aber kaum erahnen, dass das weitere Kreise zieht. Er haut seine Kommentare wie eh und je raus und gibt euch immer noch mit aller Markigkeit zu verstehen, wenn ihr drei Prozent zu wenig gerollt habt. Gut, anders will man es auch nicht. Oder doch? Eigentlich hat man alles schon mal gehört. Nach ein paar Jahren kann man immer noch über einen guten Witz schmunzeln, aber der erste Charme ist für immer verflogen. Aber den King of All Cosmos ganz neu erfinden? Oder den Prinzen? Oder die fliegenden Pinguine und Pandas?

Der eigentliche Wechsel - oder vielmehr die Auffrischung - ist spielerischer Natur. Dank der Finger auf der Rückseite des Touchpads der Vita zieht ihr euren Ball wie einen immer noch sehr elastisch gebliebenen Kaugummi in die Breite, was zum einen mehr Fläche zum aufrollen bedeutet, zum anderen aber auch, dass der ehemalige Ball durch ein paar Lücken und Nischen kommt, die ihm vorher verwehrt blieben. Letzteres dürfte wohl die spannendere Neuerung sein. Das In-die-Breite-gehen ist zwar sehr praktisch, am eigentlichen Ablauf ändert das jedoch nur sehr bedingt was. Obwohl es natürlich nett ist, diese tausend Reiszwecken in einem Go aufzusammeln, statt ein Dutzend mal wie ein Gestörter durch den Raum zu rollern.

"Die ersten beiden Katamaris gehörten zu dem wildesten Shit, der je aus Japan rüberrollte, danach über Japan drüberrollte und einen glorreichen Ball aus Welt formte."

Was das Zurechtquetschen angeht, das wird sich zum Release im Februar zeigen. Das lässt sich nicht am ersten Eindruck festmachen, aber es könnte ein weiteres dringend benötigtes Puzzle-Element hinzufügen, das für mehr Abwechslung sorgt. Oder den Spielfluss belasten. Ich würde erst mal auf die Abwechslung tippen, aber gelegentlich irrt man sich. Hoffentlich nicht hier. Ist immer noch Katamari. Ihr rollt natürlich wieder für Goodies, die ihr mit Süßigkeiten - eine anerkannte Währung in weiten Teilen des Kosmos - bezahlt. Schaltet Bonus-Zeugs für den King frei und ergötzt euch an euren Highscores. Sind diese besonders hoch, dann legt einfach los und verbreitet sie dank der Neigung der Vita, mit anderen Vitas in der Nähe zu reden, und streicht Extra-Süßes dafür ein, dass ihr der wahre King of All Cosmos seid.

Ein neues Katamari! Yay! Glaube ich. Eigentlich... So sehr die Serie geliebt wird und auch ich sie liebe, jederzeit verteidige und die Musik heute noch gelegentlich vor mich hin pfeife: Zeugs aufzukullern reichte nicht für all die Spiele, die bisher erscheinen sind. Eigentlich nur für die ersten beiden. Touch My Katamari sieht genauso aus, wie es aussehen muss, es bietet die Elemente, die es bieten muss, aber die Neuerungen könnten sich als zu zaghaft herausstellen. Klar, nett für eine Runde ist das immer, aber ich bezweifle, dass hier das Feuer noch mal so entfacht werden kann, dass man mit offenem Mund ob all der WTF davor sitzt und sich vor Lachen selber wie ein Katamari rollt. Hoffentlich irre ich mich. Das ist immerhin Katamari. Eine Liebe, von der man nicht wollte, dass sie im Alltag endet.

Touch My Katamari erscheint am 22. Februar.

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Über den Autor:

Martin Woger

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Chefredakteur  |  martinwoger

Chefredakteur seit 2011, Gamer seit 1984, Mensch seit 1975, mag PC-Engines und alles sonst, was nicht FIFA oder RTS heißt.

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