Nach Ansicht von Volitions Design Director Jameson Durall wäre es "fantastisch", wenn die nächste Xbox keine Gebrauchtspiele abspielt.

Gerüchte dazu tauchten jüngst im Internet auf, allerdings ohne genaue Erklärung, wie das funktionieren soll.

In einem Artikel auf #AltDevBlogADay lieferte Durall nun Ideen, wie eine solche Technologie umgesetzt werden könnte.

"Das System ist bei Microsoft schon vorhanden", schreibt er. "Sie müssten lediglich das DLC- und Codes-Modell nutzen, um ein Spiel mit eurem Xbox-Live-Account zu verknüpfen. Jede Disc bräuchte dann vermutlich diesen einzigartigen Key irgendwo im Code, damit der Account es ordnungsgemäß verknüpfen kann. Idealerweise würde man das Spiel mit der Konsole verknüpfen, damit auch Familienmitglieder ohne angemeldeten Hauptaccount spielen können, aber so funktioniert ihr Modell ja sowieso."

"Es hat seine Fehler, die man ausmerzen müsste, zum Beispiel das Leihgeschäft. Ich mag solche Unternehmen, weil sie Exemplare des Spiels kaufen müssen, um sie zu verleihen. Und wenn sich jemand eins ausleiht und das Spiel mag, besteht die Chance, dass man es kauft."

"Ich könnte mir vorstellen, dass Microsoft einen eigenen Verleihservice startet, der dann vielleicht einen Code verschickt, mit dem ein Spiel gegen eine kleine Gebühr für X Tage aktiviert wird", so Durall weiter. "Das könnte funktionieren, wenn man sich die Disc von jemandem leiht oder auch mit dem Download der Vollversion. Einen Anteil der Verleihgebühr könnte man auch an die Entwickler weiterleiten und wahrscheinlich würde es den Gesamtumsatz erhöhen."

"Ein weiteres Problem wäre das einfache Ausleihen eines Spiels von einem Freund, aber vielleicht könnte man ein ähnliches System einführen wie Amazon mit dem Ausleihen von Kindle-Büchern. Die Lizenz könnte für eine bestimmte Zeit an einen anderen Gamertag transferiert werden, wodurch der ursprüngliche Besitzer es währenddessen nicht spielen kann. Das könnte funktionieren."

Derzeit versucht man bereits, mit Online-Pässen und ähnlichen Methoden, die zusätzliche Inhalte freischalten, etwas Geld beim Gebrauchtverkauf von Spielen zu verdienen. Für Durall ist das aber nur eine "Notlösung".

"Letzten Endes bin ich absolut davon überzeugt, dass wir etwas gegen dieses Problem tun müssen oder unsere Industrie wird auseinanderfallen", schreibt er. "Die Leute verstehen häufig nicht, wie viel Geld in die Erschaffung dieser Spielerlebnisse fließt, die wir für gerade mal 60 Dollar in die Regale stellen. Ebenso scheinen sie nicht zu verstehen, wie sehr sie uns schaden, wenn sie ein gebrauchtes Exemplar kaufen und dass das illegale Kopieren eines Spiels einfach Diebstahl ist. Vielleicht könnte man durch etwas Einfaches wie Aufklärung das Problem lösen..."

"Ich weiß, dass einige sagen werden, ich würde nicht an die Händler denken und an den Einfluss, den es auf sie haben würde. Aber es ging ihnen auch gut, bevor der Gebrauchtmarkt zu solch einer festen Größe ihres Geschäfts wurde."

"Die Wahrheit ist, dass es sie [die Händler] nicht interessiert, wie dieses Geschäft uns beeinflusst, also warum sollte es mich interessieren, wie diese Änderungen sie beeinflussen werden? Jedes Spiel, das ich kaufe, ist neu von Amazon und wird mir am Releasetag oder zeitnah zum Releasetag geliefert, kostenlos und ohne Steuern. Ein angemessener Umsatz geht auch an den Entwickler, der das Spiel geschaffen hat - wie viel vorteilhafter könnte es für einen Händler noch werden?"

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Editor, Eurogamer.de

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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