Eine Partnerschaft mit einem Publisher steigert nach Angaben von inXiles Brian Fargo nicht nur die Entwicklungskosten, man verliert auch Kontrolle über das eigene Spiel.

"Es gibt so vieles, was Publisher tun und von dem Entwickler negativ beeinflusst werden. Als Entwickler ist das frustrierend", so Fargo im Gespräch mit Ripten.

"Die Entwickler wollen nichts sagen, denn sie wissen, dass die Publisher keine Geschäfte mit ihnen machen wollen, wenn sie das tun. Blizzard hat damit kein Problem. Epic auch nicht. Warum veröffentlichen sie ein gutes Produkt nach dem anderen? Weil sie nicht darauf hören müssen."

Ein Publisher würde auch dafür sorgen, dass Entwicklungskosten um 25 bis 35 Prozent steigen, weil man mehr in Bereiche investiert, in denen man als Entwickler vorsichtig wäre, etwa beim Sound.

"Als wir die Regiearbeit übernahmen, bei all unseren Spielen, bei jedem Projekt, an dem ich jemals beteiligt war, inklusive Bard's Tale mit Cary Elwes, haben wir die Anweisungen gegeben", so Fargo. "Wir kannten das Material, also konnten wir ihnen den Kontext für jede Dialogzeile vermitteln. Nun, die Publisher erlaubten uns hingegen nur, das Studio zu besuchen, aber es war uns nicht erlaubt, direkt mit den Leuten zu sprechen, die die Aufnahmen machten. Sie schicken einen sehr teuren Voice Director rein und er gab ihnen Anweisungen. Wir haben damit nicht mal was zu tun. Wenn der Sound also nicht so recht stimmt, fällt das negativ auf den Entwickler zurück, obwohl sie nicht diejenigen sind, die das Ganze kontrollieren. Man lässt sie nicht."

Und selbst mit großem Budget bedeute ein Vertrag mit einem großen Publisher nicht, dass am Ende ein gutes Spiel dabei rauskommt.

"Wenn ein Produkt mit Bugs veröffentlicht wird, muss jemand davon gewusst haben. Wenn sie also nicht beseitigt wurden, glaube ich nicht, dass das daran liegt, dass sich ein Entwickler geweigert hat, dies zu tun."

Neue Entwicklerstudios sollten sich laut Fargo AAA-Projekte aus dem Kopf schlagen und sich auf kleinere Nischenmärkte konzentrieren, da man hier bessere Profite erzielen könne.

Zuletzt hatte Fargo selbst Erfolg damit. Aktuell sammelt er via Kickstarter Geld für Wasteland 2 und hat mehr als 1,6 Millionen Dollar zusammengetragen.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Editor, Eurogamer.de

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.