EA verteidigt gleichgeschlechtliche Beziehungen in seinen Spielen

Erhielt 'tausende' Protestbriefe

Publisher Electronic Arts hat gleichgeschlechtliche Beziehungen in seinen Spielen verteidigt, allen voran in Mass Effect 3 oder Star Wars: The Old Republic.

Wie GamesIndustry berichtet, habe man in den vergangenen Wochen "mehrere tausend" Briefe und E-Mails erhalten, in denen gegen gleichgeschlechtliche Beziehungen oder LGBT-Thematiken (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender) protestiert wurde.

Nach Angaben des Unternehmens hat man aber nicht die Absicht, irgendeines seiner Spiele zu zensieren.

"Jedes EA-Spiel enthält Inhaltsbeschreibungen des ESRB, daher ist es schwer zu glauben, dass irgendjemand von diesen Inhalten überrascht werden könnte", so EAs Jeff Brown. "Hier geht es auch nicht um den Schutz von Kindern, sondern um politisch motivierte Belästigung."

Die Briefe waren an hochrangige EA-Mitarbeiter gerichtet, unter anderem an den Vorstand. Die Verfasser drohten mit dem Boykott von EA-Spielen, sofern entsprechende Inhalte nicht entfernt würden.

Gleichzeitig warf man dem Publisher vor, von LGBT-Gruppen dazu gezwungen worden zu sein, entsprechende Inhalte in die Spiele einzubauen und dass man besagte Inhalte Kindern aufzwingen würde.

Spielern dürfte natürlich bekannt sein, dass diese Dinge einerseits niemandem aufgezwungen werden und andererseits sind beide Titel auch nicht unbedingt für Kinder gedacht.

Ebenso kritisierte man, dass EA Forenbeitrage lösche, die dieses Thema ansprechen. Das bestätigte man auch, allerdings treffe das nur unter bestimmten Umständen zu.

"EA wurde von niemandem dazu gezwungen, LGBT-Charaktere in seine Spiele zu integrieren", so Browen weiter. "Nichtsdestotrotz haben wir uns mit LGBT-Gruppen getroffen und Branchenforen gefördert, in denen über Inhalte und Beleidigungen von Spielern in Online-Foren diskutiert wurde. Kurz gesagt: Wir integrieren Optionen für gleichgeschlechtliche Beziehungen in unseren Spielen, wir tolerieren keine Hasstiraden in unseren Foren."

Hinter der Kampagne stecken offenbar offenbar die Florida Family Association und das Family Research Council. "Im neuen Star-Wars-Spiel könnten homosexuelle Aktivisten die größte Bedrohung für das Imperium darstellen", sagt dessen Leiter Tony Perkins.

Matt Kane, Associate Director of Entertainment Media bei GLAAD (Gay & Lesbian Alliance Against Defamation) dazu: "Anti-LGBT-Kampagnen laufen heutzutage nach ziemlich ähnlichen Mustern ab, wobei solche Hasspredigten gegen unsere Verbündeten mit überwältigender Unterstützung für unsere Verbündeten beantwortet werden. Nachdem Starbucks sich öffentlich für die Gleichbehandlung von Ehen ausgesprochen hatte, unterschrieben 25.000 Leute eine 'Dump Starbucks'-Kampagne, im Gegenzug unterstützten mehr als 600.000 Personen eine 'Danke, Starbucks'-Kampagne."

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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