Ken Levine hätte BioShock Infinite eher etwas später angekündigt

Spiele erhalten nach wie vor weniger Aufmerksamkeit als Filme oder andere Medien.

Irrationals Ken Levine hätte BioShock Infinite gerne etwas später angekündigt.

Den jüngsten Teil der BioShock-Reihe hatte man Mitte August 2010 vorgestellt, also mehr als zwei Jahre vor der geplanten Veröffentlichung.

Laut Levine stand man allerdings auch unter einem gewissen Druck, damit die Spieler wissen, wie sich BioShock Infinite von seinen Vorgängern unterscheidet.

"Wir hätten es vermutlich später angekündigt, machten uns aber über etwaige Leaks Sorgen", erklärt Levine. "Es gab da eine nette, aber unbeabsichtigte Finte. Jeder dachte, wir würden an diesem XCOM-Spiel arbeiten, was aber nicht der Fall war. Es war nicht das, was die Leute erwartet haben. Ohne unsere Präsentation hätten die Leute die falsche Message [hinsichtlich BioShock Infinite] bekommen, es wäre verwirrend gewesen."

"Wir hätten es deutlich später angekündigt, wenn wir uns darum keine Sorgen gemacht hätten. Es gab diese externen Gründe."

Dabei kann Levine auch die Spieler verstehen, die vor der Veröffentlichung eigentlich gar nicht so viel über ein Spiel wissen möchten.

"Wir hören das oft. Viele Leute, echte Hardcore-Spieler, wollen nichts darüber wissen. Aber schaut euch einfach mal an, wie Spiele im Vergleich mit Filmen vermarktet werden. Nehmen wir Hunger Games, ein großer Film. Und BioShock Infinite ist eine große Spiele-Veröffentlichung. Oder Call of Duty, nehmen wir diese extremen Beispiele. Wie viele Eindrücke hinterlässt wohl Hunger Games durchschnittlich bei einer Person, verglichen mit Call of Duty? Wie viele Gelegenheiten gibt es, den Leuten etwas über dieses coole Ding zu erzählen?"

Spiele bekommen laut Levine immer noch deutlich weniger Aufmerksamkeit als zum Beispiel ein Blockbuster-Film. "Wir werden nicht in umfangreicher Art und Weise in der New York Times abgedeckt, wie es bei einem Film der Fall wäre", sagt er. "Wir sind nicht auf dem Cover von Entertainment Weekly."

"Die Leute überschätzen, wie viel Aufmerksamkeit Spiele vergleichen mit anderen Medienformen bekommen. Es gibt vielleicht eine Million Hardcore-Spieler und Call of Duty verkauft sich 25 Millionen Mal. Entweder versucht man, die restlichen [24 Millionen] Spieler auf eine Art und Weise zu erreichen, wie man es normalerweise nicht schafft, oder man macht einfach wie üblich weiter und hofft, dass sie es vielleicht sehen, wenn sie auf IGN vorbeischauen."

Für Levine ist es jedenfalls besser, wenn man die Wahl hat, mehr Videos oder Berichte zu lesen anstatt einfach überhaupt keine Informationen rauszugeben.

"Wir wollen, dass sie viel Geld ausgeben: 60 Dollar. Das ist eine Menge. Es liegt in unserer Verantwortung, ihnen die Informationen zu geben, die sie brauchen, um eine Kaufentscheidung zu treffen", erklärt er. "Letzten Endes ist Ken Levine aber die letzte Person, auf die ihr hören solltet, wenn ihr eine Kaufentscheidung zu BioShock Infinite trefft. Ich bin voreingenommen."

Erscheinen wird BioShock Infinite am 19. Oktober für Xbox 360, PlayStation 3 und PC.

Mehr Infos zum Spiel bekommt ihr in unserer BioShock Infinite Vorschau.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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