Skylanders Giants - Vorschau

Es ist ein Spiel für Kinder. Aber guckt mich nicht gleich dumm an, weil es mir auch gefällt.

Manchmal kann es schon ein wenig schwer sein, ehrliche Freude an Produkten zu offenbaren, die sich hauptsächlich an Kinder richten. Komme ich bei der Erwähnung aktueller Zeichentrickserien wie My Little Pony: Friendship Is Magic oder Adventure Time - es muss eben nicht immer Breaking Bad sein - mit einem leichten Augenrollen meines Gegenübers davon, kassiere ich im Gespräch zu Skylanders Giants regelmäßig hämisches Lachen. Sobald ich meine Begeisterung zum Franchise äußere und über die heimische Sammlung an Figuren berichte, denkt manch einer scheinbar, ich hätte sie nicht mehr alle im Christbaum.

Im Nachhinein weiß ich nie, ob man mich nun wirklich ausgelacht oder das Geschwafel als Sarkasmus auffasste. In beiden Fällen kann ich mir nur begleitend zu lautstarkem Ausatmen an den Kopf fassen. Ich verstehe durchaus den Grund, wieso man eine erwachsene Person, die niedliche Figuren auf ein Portal stellt, um in quietschbunten Welten mit ihnen zu kämpfen, als ein wenig seltsam bezeichnet.

Ich selbst war zu Beginn eher skeptisch und wurde nur durch Martins lobende Worte (https://www.eurogamer.de/articles/2011-10-24-skylanders-spyros-adventure-test-test) auf den Titel aufmerksam. Ja, der Aufbau gestaltet sich wie für die Zielgruppe erwartet eher anspruchslos und weder Kampfsystem noch Rätsel erfordern große Fertigkeiten. Macht euch ruhig über die Aufmachung lustig, doch stellt man zum ersten Mal einen der Skylander auf das leuchtende USB-Portal kann man eine gewisse Freude nicht leugnen. Es mag sicherlich nicht jedermanns Sache sein, voreilige Schlüsse sollte man hingegen genauso wenig ziehen.

Wie erwartet freute ich mich wohl als Einziger über die angekündigten Neuerungen auf der Präsentation in Los Angeles. Kann mir allerdings auch egal sein. Wer Skylanders bereits besitzt, darf sich über die Unterstützung aller alten Figuren freuen, die ihre Werte weiterhin behalten dürfen und wieder plattformübergreifend funktionieren. Jedem Skylander der letzten Generation spendierte man sogar neue Fertigkeiten, die gekauft werden können. Der maximale Level wurde dazu für alle Kreaturen von 10 auf 15 erhöht. Ob das Aufleveln dieses Mal länger dauert, verriet Entwickler Toys For Bob nicht. Zumindest hoffe ich es, da selbst neue Figuren in späteren Arealen recht schnell die höchste Stufe erreichten.

Auf der Bühne zeigte man ein paar der neuen Skylanders, zu denen nun die titelgebenden Giants gehören. Davon passen problemlos zwei gleichzeitig auf das Portal, so dass im Koop nicht um die Riesen gestritten werden muss. Giants bieten den offensichtlichen Vorteil ihrer starken Angriffe, agieren zum Ausgleich jedoch recht langsam. Hauptsächlich benutzt ihr sie für Rätseleinlagen, Gefechte mit mehreren Monstern und um in geheime Areale zu gelangen, von denen es in Skylanders Giants wesentlich mehr geben soll.

Als Beispiel für einen Giant stellte der anwesende Entwickler Tree Rex auf die Plattform, der seinem Namen alle Ehre macht und wie ein baumartiger Dinosaurier wirkt, natürlich im gleichen Stil der bekannten Figuren. Als nächstes folgte Bouncer, der starke Ähnlichkeiten zur Krachbumm-Ente aufweist und auf nur einem Rad in Metallpanzerung fährt. Die neuen Plastikmonster bieten auch eine optische Neuerung. Einige besitzen leicht durchsichtige Körperteile, die beim Berühren des Portals hell aufleuchten.

Spielerisch halten sich Veränderungen abseits der Giants eher in Grenzen. Größer und zahlreicher sollen die Abschnitte im fertigen Spiel sein. Merken konnte ich davon in der spielbaren Demo noch nichts. Der Aufbau der Elementar-Zonen überzeugte mich allerdings schon eher. Genau wie im Vorgänger erreicht ihr in den Welten optionale Bereiche, die nur Skylander eines bestimmten Elements betreten können.

Waren diese letztes Jahr recht klein und setzten sich weniger vom restlichen Level ab, verändert sich jetzt die komplette Umgebung. Zunächst zeigte der Bildschirm ein sonniges Paradies, beim Wechsel in die Elementar-Zone erschienen düstere Gewitterwolken am Himmel und unter meinen Füßen veränderte sich der zuvor grüne Grasboden in kalte Zahnräder. Das Design dürfte somit vor allem bei Kindern für leuchtende Augen sorgen, wobei der Effekt auch bei mir in geringerem Maße auftrat.

Innovation ist sicherlich kein Schlagwort, das ich Skylanders Giants zuschreiben würde. Es ist eher eine clevere, marktorientierte Erweiterung, die genug Neues bietet, um den Kauf weiterer Figuren zu rechtfertigen. Und das ist vollkommen in Ordnung, solange das fertige Produkt über mehrere Stunden hinweg den gleichen Spaß wie sein Vorgänger bietet und die neuen Kreaturen einfallsreiche Attacken besitzen. Habt ihr oder euer Nachwuchs die kleinen Monster bereits ins Herz geschlossen, könnt ihr den Giants ohnehin schlecht entkommen.

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Über den Autor:

Björn Balg

Björn Balg

Redakteur

Freier Autor und wahrscheinlich der letzte Mensch ohne einen Facebook-Account. Liebt Trash und verbringt zu viel Zeit mit dem Ansehen von Katzenvideos.

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