CD Projekts Witcher-Spiele basierten zwar auf einem reichhaltigen Universum aus den Büchern des polnischen Autors Andrzej Sapkowski, allerdings glaubt man auch, dass die Komplexität der Geschichte möglicherweise einige Spieler abgeschreckt hat.

Insbesondere von The Witcher 2 habe man hier einige Lektionen gelernt, etwa die, dass man Spieler langsam an ein Thema heranführen muss und sie nicht gleich mitten in die Welt werfen sollte.

"Wir haben Tage damit verbraucht, nach der Fertigstellung von The Witcher 2 das Spiel nochmal genauer unter die Lupe zu nehmen", verrät CD Projekts Adam Badowski gegenüber Gamasutra. "Von der Witcher-Reihe haben wir gelernt, dass wir die Leute im Hinblick auf die Geschichte mit einer angenehmeren Lernkurve ansprechen müssen."

"In The Witcher 1 warfen wir die Leute beispielsweise mitten in die Story hinein und nahmen an, dass sie wussten, was passiert! Aber viele Spieler sagten uns, dass sie diese oder jene Beziehung nicht verstanden", fügt CEO Marcin Iwinski hinzu. "Bei unseren zukünftigen Spielen wollen wir den Spielern mehr Kontext geben und wir müssen sowohl das Spiel als auch die Charaktere angemessener vorstellen."

Dazu zählt natürlich auch das kürzlich angekündigte Cyberpunk-Rollenspiel von CD Projekt, das wie auch The Witcher auf einer Lizenz basiert. Als Inspiration dienen den Entwicklern dabei zum Beispiel auch TV-Serien.

"Wir sprechen gerne über das, worüber jeder spricht: Game of Thrones, die TV-Serie. Es ist das perfekte Abbild eines Buches in einem anderen Medium", so Iwinski.

Natürlich hat man bei HBO auch einige Freiheiten, lässt bestimmte Dinge aus den Büchern außen vor, aber dennoch würden die Zuschauer genau die Essenz dessen verstehen, was die Serie so großartig macht. Alles bleibt einfach nachvollziehbar, ohne das irgendwelche wichtigen Details wegfallen.

"Und genau das wollen wir erreichen. Wir wollen [in Cyberpunk] eine Story erschaffen, die sehr tiefgründig ist, aber Anfänger sollten besser [in die Welt] eingeführt werden als das in The Witcher 2 der Fall war", erklärt Iwinski. Gleichzeitig soll das Ganze so komplex bleiben, dass auch die Cyberpunk-Fans zufrieden sind.

"Die Spieler sollten die Wahl haben, wie sehr sie sich mit der Story oder der Handlung beschäftigen wollen", sagt CD Projekts Marketing-Chef Michal Platkow-Gilewski. "Wenn sie wirklich Hardcore sind, können sie immer tiefer eintauchen. Und wenn es nur Casual-Spieler sind, können sie immer noch etwas über die Charaktere und die Story erfahren, aber sie tun das, indem sie in eine andere Richtung gehen."

Erreichen will man das beispielsweise durch optionale Inhalte, was zum Beispiel ganze Quests, Charaktere oder Gebiete sein könnten. Durch eine fokussiertere Haupthandlung will man ein breiteres Publikum ansprechen, durch die optionalen Inhalte aber gleichzeitig für eine gewohnt reichhaltige Welt sorgen, für die man bekannt ist.

"Nur um sicherzustellen, dass unsere Fans das richtig verstehen: Das bedeutet nicht, dass wir unsere Spiele vereinfachen werden. Das ist definitiv nicht der Fall", betont Iwinski. "Aber für einige Zielgruppen sollte die Lernkurve verbessert werden, besonderes die Einführung in die Welt muss besser werden."

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Editor, Eurogamer.de

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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