Avalanche stellt 'schlechte' DLCs und erzwungene Multiplayer-Modi infrage

Wenn das Spiel gut genug ist, braucht man sie nicht, um die Spieler weiter zu beschäftigen.

Avalanches Christofer Sundberg hält DLCs und erzwungene Multiplayer-Modi für unnötig, um die Spieler weiter zu beschäftigen, sofern das Spiel selbst gut genug ist.

"Man braucht keinen DLC, um die Spieler bei der Stange zu halten, wenn das Spiel gut umgesetzt wurde", sagt er im Gespräch mit Eurogamer.

"Wir erschaffen ein Spiel, in dem wir den Spielern die Möglichkeit geben, die Welt angemessen zu erkunden, Spaß zu haben und uns nicht zu sehr auf das tatsächliche Endziel des Spiels konzentrieren", erklärt er. "Die meisten Publisher und Entwickler sind in den letzten drei Jahren wie ein kopfloses Huhn durch die Gegend gelaufen, um nach einer Möglichkeit zu suchen, mit der man mehr Geld macht. DLC war definitiv ein Mittel dazu, aber wie viele Spiele waren wirklich erfolgreich mit DLC? Nicht sehr viele."

"Ich mag DLC, aber der DLC, den wir JC2 veröffentlicht haben, bestand aus Standard-Sachen, die nicht dabei halfen, die Spieler weiter zu motivieren. Es war das Spiel selbst. Aktuell ist es ein großes Thema, Multiplayer in Spiele zu zwängen, die tatsächlich Singleplayer-Titel sind. Und das nur, um den Gebrauchthandel zu bekämpfen, was absolut keinen Sinn macht, da es einfach Budget verschlingt und außer einer Erwähnung auf der Rückseite der Verpackung keinen Wert hat."

"Angemessener DLC, der einen tatsächlichen WERT bietet, ist großartig, aber bislang konnten mich wenig Spiele dazu bewegen, wirklich für DLC zu bezahlen. Ich habe einfach für den Mist bezahlt, den die Entwickler herausschnitten, weil sie nicht die Zeit dazu hatten, es ins Spiel zu packen. 'Wir heben das für den DLC auf' - berühmte letzte Worte."

Zwei Jahre nach der Veröffentlichung ist auch Avalanches Just Cause 2 noch recht beliebt, brachte es im März 2012 auf mehr als 100.000 Unique Player pro Woche.

Warum? "Es ist die Freiheit!", so Sundberg. "Just Cause 2 ist ein großer Spielplatz für all die Spieler, die etwas erkunden und Spaß für 15 Minuten oder 15 Stunden haben wollen. Es spielt nicht wirklich eine Rolle."

Letzten Endes werden Sundberg zufolge auch in Zukunft großartige Spiele die Spieler dazu bringen, sie weiterhin zu spielen - unabhängig von anderen Dingen, die nicht zum Kern des Spiels zählen.

"Drei Jahre Rezession haben gezeigt, wie verzweifelt diese Industrie wirklich werden kann. Das war sehr interessant", sagt er. "Ich habe noch nie so viele Experten gesehen, die voraussagten, womit die Entwickler und Publisher ihr Geld machen werden. Wir haben die sturen Konsolenentwickler, F2P-Entwickler, Facebook-Game-Entwickler, die iOS-Entwickler. Alle halten sie den Schlüssel zur Zukunft der Industrie in ihren Händen, aber wisst ihr was? Sie haben keine Ahnung, wie er aussieht. Und ich ebenso wenig."

"Ich weiß nur, dass wir ziemlich gut darin sind, Spiele zu entwickeln, die die Leute auch weiter beschäftigen. Ich glaube nicht, dass es falsch ist, den Spielern ein breiteres Unterhaltungserlebnis zu bieten. Ich meine damit, dass man verlockenden DLC anbietet, um mehr Geld aus den Kunden herauszuquetschen. Oder eine iOS-App für die U-Bahn, damit sie weiter an die Marke denken. Und eine nette Begleit-App, die mit dem Spiel erscheint und - wieder - dazu dient, mehr Geld zu machen. Ich glaube nicht an den Tod der Konsolen und auch nicht an eine strahlende F2P-Zukunft. Ich glaube daran, höchst unterhaltsame Spielerlebnisse für den Konsumenten zu erschaffen, die mehrere Weg zum Erfolg erfordern."

Derzeit arbeitet Avalanche an mehreren Projekten. Es ist allerdings nicht bekannt, worum es sich dabei genau handelt. Zuletzt veröffentlichte man 2010 Just Cause 2 und im letzten Jahr den Download-Titel Renegade Ops.

Just Cause 2 - Launch-Trailer

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News  |  f1r3storm

Seit 2006 bei Eurogamer.de und spielt hauptsächlich auf Konsolen. Mag Sci-Fi, Star Wars UND Star Trek. @f1r3storm auf Twitter.

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