Auf dem Höhepunkt? Analysten äußern Bedenken hinsichtlich Call of Duty

Activisions Shooter-Reihe könnte ihren Höhepunkt erreicht haben, befürchtet man.

Praktisch kein Jahr vergeht ohne einen neuen Rekord, den ein wiederum neues Call of Duty aufstellt. Die Frage ist: Wie lange geht das noch so weiter? Wann ist der Höhepunkt erreicht?

Analysten befürchten, dass dies bereits der Fall sein könnte. Laut Ben Schachter von Macquarie Securities habe seine Firma jedenfalls "ernsthafte Bedenken, dass CoD 2011 vielleicht seinen Höhepunkt erreicht hat", berichtet GamesIndustry.

Dafür nennt er verschiedene Gründe, etwa die allgemein zurückgehenden Verkaufszahlen von HD-Hardware und Software, das scheinbar übersättigte Genre oder das futuristische Setting, das für einige Spieler nicht den gleichen Anreiz bieten könnte.

Dem stimmt auch Michael Pachter zu, der vor allem den Multiplayer für eine kritische Komponente hält.

"[CoD] war (und ist es vermutlich noch) das beste erhältliche Multiplayer-Erlebnis, [aber] Battlefield hat es hier vermutlich ein wenig kannibalisiert. Und in diesem Jahr könnten Halo und Medal of Honor das noch mehr tun. Im nächsten Jahr dann ein weiteres Battlefield sowie die Titel von Respawn und Bungie wiederum mehr."

"Es ist nichts falsch an 22 Millionen verkauften Einheiten. Oder mit 19 Millionen. Oder 16 Millionen. CoD bleibt das bestverkaufte Spiel (zumindest bis GTA) und Activision sollte sich keine Gedanken darüber machen, wenn man ein paar Leute verliert. Sie haben ein Phänomen geschaffen und andere versuchen, das nachzuahmen."

Ein weiterer Analyst, der das ähnlich sieht, ist Colin Sebastian. Ein Hinweis darauf komme von Activision selbst, da das Unternehmen eine niedrigere Prognose der Geschäftszahlen für das Gesamtjahr abgab. Das könne allerdings auch mit dem Konsolenmarkt im Zusammenhang stehen.

"Wenn neue Konsolen im nächsten Jahr kommen, hat das üblicherweise negative Auswirkungen auf die Umsätze mit Spielen und auch aus diesem Grund könnten die Verkäufe niedriger ausfallen, zumindest temporär. Die wichtigere Frage ist, ob ich denke, dass das Franchise auf einem kontinuierlichen Weg nach unten ist. Ich persönlich wüsste nicht, welches andere Konsolenspiel einen so großen Marktanteil von Call of Duty wegschnappen sollte."

Nichtsdestotrotz gibt es aber auch Analysten, die der Ansicht sind, Handels- und Konsolenzahlen seien nicht mehr alleine repräsentativ für Prognosen, man müsse auch die digitalen und PC-Verkäufe mit einbeziehen. Mit Call of Duty Online in China würde man darüber hinaus eine weitere neue Einnahmequelle schaffen.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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