Razer Taipan - mit 8200 DPI nur für schnelle Finger gedacht

Eine symmetrische Maus für den E-Extrem-Sportler

Das Wettrüsten bei der Maustechnologie ist derzeit bei 8200 DPI angekommen. Zwei Lasersensoren werden dafür benötigt, spezielle Gaming-Mousepads werden zur Pflicht, um das auszunutzen, selbst wenn diese Mäuse auf fast sonst jeder Oberfläche auch klarkommen. Aber ihr wollt nicht auf Grobholz spielen, wenn jeder Millimeter der Mausbewegung bei maximalen Einstellungen den Zeiger über den halben Screen fliegen lässt. In diesen Geschwindigkeitsbereichen sind keine Handgelenk-, geschweige denn Arm-Bewegungen mehr gefragt, es sind nur noch kontrollierte Muskelzuckungen in den Fingerspitzen. Und ich kann das nicht mehr kontrollieren und muss wie wahrscheinlich 95 Prozent der Menschheit auf eine niedrigere DPI-Zahl runtergehen.

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Was dann noch übrigbleibt, ist allerdings ein extrem flüssiges Steuerungsgefühl, bei dem es keine noch so kleinen Hopser - und seien es nur Pixel - mehr gibt, solange das Spiel und seine Framerate mitziehen können. Mit anderen Worten, für Dark Souls müsst ihr die Taipan nicht kaufen, aber für alles aus der 3D-Egoperspektive, insbesondere E-Sport-Sachen mit ihren hohen Frameraten, ist die jüngste Razer-Maus ziemlich ideal. Und für sonstige Games sowieso.

Was beim Anfassen zuerst auffällt, ist das geringe Gewicht (etwas über 100 Gramm), mit dem die kabelgebundene Taipan wie ähnlich gebundene Vertreter punkten kann. Auf einem leichtgängigen Pad rutscht die Maus fast von alleine. Der Druckpunkt der beiden großen Tasten ist sehr leicht, gerade so, dass der Finger ruhen kann, ohne auszulösen. Das Mausrad bietet ebenfalls wenig Gegenwehr, lediglich die sehr kleinen und relativ weit hinten und tief liegenden seitlichen Tasten jeweils links und rechts fühlen sich zum einen billig und zum anderen etwas störrisch an.

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Dafür sind diese symmetrisch an beiden Seiten zu finden, denn die Taipan ist eine symmetrische, nicht-ergonomisch geformte Maus. Damit werden Linkshänder nicht ausgeschlossen. Das heißt aber nicht, dass sich die Maus auch für sonst ergoformgewohnte Maushände schlecht anfühlen würde. Die leicht geraute Oberfläche mit Extra-Grip an den Seiten fühlt sich gut an und durch das geringe Gewicht muss man auch nicht so zupacken.

Das dezente Leuchten hinter Logo und Mausrad lässt sich wie immer über die Software konfigurieren. Die Besonderheit dieser ist das Razer Synapse 2.0 genannte Cloud-System, dass alle Einstellungen und Treiber für die Taipan speichert. Seid ihr dann an einem anderen Platz mit einer anderen Taipan oder wollt eure eigene exakt bis auf die Treiber runter genau so haben wie zuhause, lässt sich das innerhalb von kürzester Zeit herunterladen und nutzen. Für E-Sport-Wanderer sicher keine schlechte Sache, für den "normal" stationären Spieler nicht ganz so relevant.

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Die Taipan ist mit einem Preis von 80 Euro aber sowieso am ehesten die Wahl von "Profi"-Spielern, die die 8200 DPI ausnutzen können. Die Verarbeitung macht trotz des geringen Gewichts einen ordentlichen Eindruck, aber letztlich sind die hohe Geschwindigkeit, extreme Präzision und das Synapse-Wander-Spieler-System die Argumente, die den Preis ausmachen. Für sie ist dies eine solide Investition, weniger sensible Naturen kommen auch mit anderen, im DPI-Bereich grobschlächtigeren, aber sonst ähnlich ausgestatteten Vertretern in niedrigeren Preislagen gut zurecht. Die Razer Taipan ist in ihrer Schlichtheit ein Profiwerkzeug und solches ruft nun mal immer ein paar Euro mehr ab.

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Über den Autor:

Martin Woger

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Chefredakteur  |  martinwoger

Chefredakteur seit 2011, Gamer seit 1984, Mensch seit 1975, mag PC-Engines und alles sonst, was nicht FIFA oder RTS heißt.

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