LittleBigPlanet Karting könnte die nächste Evolutionsstufe des Genres sein

Zumindest das Grundgerüst funktioniert schon tadellos

Wo Stagnation herrscht, werden dringend Innovationen gebraucht. Und da nicht nur die Kopien, sondern auch Mario Kart selbst seit Langem auf der Stelle treten, kann ich ein LittleBigPlanet Karting nur begrüßen. Denn die Spielmechanik wurde längst perfektioniert und lässt nur wenig Freiraum für Veränderungen zu.

Was dagegen einer starken Verbesserung unterzogen werden sollte, sind Strecken-Design, Waffen und Spielmodi. Warum Karting also nicht mit den vielfältigen Editoren aus LittleBigPlanet kombinieren und somit die Community ihre eigenen Werke kreieren lassen? Natürlich sehe ich bereits jetzt die Server mit Interpretationen sämtlicher Mario-Kart-Strecken überlaufen, doch dazwischen finden sich garantiert erneut Bastler, die ihr ganzes Herzblut in eigenständige und packende Kreationen stecken.

LittleBigPlanet Karting - Trailer

Die Auswirkungen, die eine Strecke auf den Spielfluss haben kann, ist nicht zu unterschätzen und zeigte sich während meiner kurzen Anspielsession auf der Tokyo Game Show, auf der man mich und sieben weitere Piloten zwei der neuen Strecken ausprobieren ließ. Bei der Ersten hatte ich noch ein mulmiges Gefühl. Durch den breiten und viel zu einfachen Aufbau der Strecke dominierten die zu starken Waffen und einige Abkürzungen brachten dem Spieler sogar einen Nachteil. Obwohl ich nur einmal gegen die Bande fuhr und jeden möglichen Item-Kasten aufsammelte, reichte es am Ende nur für einen fünften Platz.

Im Nachhinein weiß ich nicht, ob diese Auswahl Absicht war, doch die zweite Strecke präsentierte sich als das komplette Gegenteil. Als hätte man meine Erwartungen absichtlich gesenkt, nur um direkt im Anschluss zu zeigen, dass ich mit meiner Vermutung daneben lag. Hier gab es so viele Möglichkeiten, durch das Areal zu fahren, dass man selbst bei der dritten Runde noch von einem Hindernis überrascht wurde. Gegenstände verhalfen einem auch hier zu einem Vorteil, doch zählte das Geschick auf der Strecke weitaus mehr. Als Bonus gegenüber anderen Kart-Racern dürft ihr hier euer Seil benutzen, um euch im Sprung durch die Luft zu schwingen, Klappen zu öffnen oder auf entlegene Stellen zu gelangen.

Andere Bezüge zur Serie finden sich in Form der Jetpacks, die euch einen kurzzeitigen Boost auf der Strecke verpassen oder in den kreisrunden Portalen, die euch nach einem Tod zurück auf die Strecke bringen. Im Gegensatz zur Konkurrenz fällt die Bestrafung bei einem Totalschaden wesentlich seichter aus, sodass ihr nicht gleich das Handtuch werfen müsst, wenn es euer Kart in die Lava oder das Maul eines mit Kulleraugen beklebten Wals verschlägt.

Was LittleBigPlanet ganz stark vom spirituellen Vorgänger ModNation Racers absetzt, ist das Gefühl der Strecken. Sie fühlen sich genau wie die besten Mario-Kart-Bahnen an, nicht wie eine simple Rennstrecke, sondern wie eine lebendige Welt, in der ihr zufällig eure Wettbewerbe abhaltet.

LittleBigPlanet Karting - Gameplay-Trailer

Die Steuerung der Wagen funktioniert dabei tadellos und vermittelt einem stets das Gefühl der perfekten Kontrolle. Driftet gekonnt durch enge Kurven, springt über kleine Hindernisse oder verpasst eurem Kontrahenten eine ordentliche Backpfeife mit der Rückseite eurer Stoffhand.

Letztendlich werden die Möglichkeiten des Editors über den Erfolg von LittleBigPlanet Karting bestimmen. Da die zwei angespielten Level im Aufbau unterschiedlicher nicht hätten sein können, dürft ihr euch beim Streckendesign wohl so richtig austoben. Bei den Gegenständen und Spielmodi sagt das bisher gezeigte Material nicht viel aus. Erst wenn auch diese komplett frei modifizierbar sind, können die Fans nicht nur den Ton, sondern das gesamte Spielgefühl des Titels in verschiedene Richtungen lenken.

Anstatt sich bloß ein Franchise zu schnappen und es in vom Entwickler vorgegebene Barrieren zu stecken, scheint hier mit etwas Glück die nächste Evolutionsstufe des Genres auf uns zu warten, die ModNation Racers seinerzeit noch weit verfehlte.

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Über den Autor:

Björn Balg

Björn Balg

Redakteur

Freier Autor und wahrscheinlich der letzte Mensch ohne einen Facebook-Account. Liebt Trash und verbringt zu viel Zeit mit dem Ansehen von Katzenvideos.

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