Resident Evil 6: Producer vergleicht Fans und Entwickler mit Eltern

Außerdem erklärt Hiroyuki Kobayashi, warum es nötig war, den Massenmarkt anzusprechen.

Fans und Entwickler sind wie Eltern, die sich über die Erziehung eines Kindes streiten. So ähnlich sieht es jedenfalls Capcoms Hiroyuki Kobayashi, Producer von Resident Evil 6.

"So wie ich es immer sehe, repräsentiert Resident Evil ein Kind und die Fans sowie die Entwickler sind die beiden Elternteile", schreibt er im PlayStation Blog. "Und wie bei echten Eltern ist man sich nicht immer einig darüber, was die beste Methode für die Erziehung des Kindes ist."

"Nun, wir haben immer ein offenes Ohr und hören uns das an, was die Fans sagen. Und das versuchen wir zu berücksichtigen, wenn wir das Spiel entwickeln. Aber es ist unsere Aufgabe, ein neues Spielerlebnis zu erschaffen und etwas anzubieten, das frisch und herausfordernd ist."

"Wir möchten sicherstellen, dass das, was wir tun, sie zufriedenstellt, aber die anfänglichen Reaktionen sind vielleicht nicht immer positiv."

Obwohl man zwar in gewissem Maße auf die Fans höre, gebe es auch Grenzen, da man ansonsten nie Fortschritte bei der Entwicklung der Reihe machen könne.

Im Gespräch mit 1UP ging er dann noch darauf ein, warum es nötig war, den Massenmarkt anzusprechen.

"Mit Resident Evil versuchen wir so viel zu bieten wir nur möglich. Wir wollen so viele Leute wie möglich ansprechen", erklärt er. "Versucht man das, ist es schwierig, dieses Horror-Feeling beizubehalten. Es ist eine Herausforderung. Und ich scheue mich auch nicht, das zuzugeben. Wir wollen herausfinden, welche Art von Action wir auffahren können und noch dabei immer diesen Horror bieten. Es ist nicht einfach, diese beiden Dinge miteinander zu vermischen."

"Ich glaube, man kann es tun", sagt Producer Yoshiaki Hirabayashi. "Man kann ein Horror-Spiel machen, das den Massenmarkt anspricht. Man blickt dabei auf eine Art Venn-Diagramm mit Leuten, die Horror mögen und denjenigen, die Videospiele oder Resident Evil mögen."

"Wenn das zusammenkommt... ich denke, dann man kann eine wirklich großartige Form von Horror-Entertainment schaffen, die aber vielleicht nicht den Massenmarkt anspricht. Es würde leider nur eine sehr kleine Nische ansprechen."

"Wir machen Spiele und müssen den Massenmarkt ansprechen, um zu überleben. Wie weit gehen wir in puncto Horror, bevor wir die Unterstützung des Durchschnittsspielers verlieren? Wie weit können wir die Horror-Elemente zurückfahren, ohne zu riskieren, diese Fans, die Resident-Evil-Fans zu verlieren?"

"Die Herausforderung besteht darin, in beiden Bereichen bis an die Grenzen zu gehen, damit wir beide Gruppen zufriedenstellen können. Ich denke, wir können das schaffen. Ich mag Horror wirklich sehr. Ich hätte kein Problem damit, den Horror-Anteil stark hochzufahren. Aber das ist vielleicht nichts, was wir tun können, wenn wir weiterhin marktfähig sein wollen."

"Wenn man etwa mehrere gruselige Level nacheinander hat und das Resident-Evil-Fans gibt, werden sie anfangs glücklich damit sein. Aber nach einer Weile gewöhnen sie sich daran. Es wird nicht mehr gruselig für sie sein. Ich denke, an dem Punkt würden sie das Interesse verlieren."

"Das Gleiche gilt für Casual-Spieler. Sie spielen es und für sie ist es einfach zu gruselig, sie wollen nicht mehr weitermachen. Es ist zu viel, überwältigt sie. Um etwas zu erschaffen, mit dem beide Gruppen Spaß haben können, muss man einen Schritt zurück gehen. Man kann sie nicht einfach mit diesen Horror-Elementen bombardieren. Man muss einige Level dazwischen schieben, die unterhaltsamer und spaßiger sind anstatt purer Horror."

Unsere Meinung zum jüngsten Teil der Reihe lest ihr im Resident Evil 6 Test.

Resident Evil 6 - Trailer

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News  |  f1r3storm

Seit 2006 bei Eurogamer.de und spielt hauptsächlich auf Konsolen. Mag Sci-Fi, Star Wars UND Star Trek. @f1r3storm auf Twitter.

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