Blizzard dachte einst an ein Diablo für den Game Boy

Das Team wollte drei Cartridges mit unterschiedlichen Helden, ebenso plante man ein zweites Add-On für Diablo 2.

Seit 2008 arbeitet Autor David Craddock nun an einem Buch über Blizzard Entertainment, für das er unter anderem mit nahezu 80 früheren Mitarbeitern des Unternehmens gesprochen hat. Dass sich dabei einige interessante Details herausfinden lassen, sollte nicht überraschend sein.

Zum Beispiel, dass Blizzard einst ein Diablo-Prequel für den Game Boy plante.

"Nach der Veröffentlichung von Diablo 2 teilte sich Blizzard North in zwei Teams auf... mehr oder weniger", so Craddock gegenüber Shacknews. "Ein Team fing sofort mit der Erweiterung Lord of Destruction für Diablo 2 an. Das andere Team sammelte Ideen für eine neue Marke. Aber mehrere andere Entwickler teilten sich in Gruppen von zwei bis drei Leuten auf, um Vorschläge für kleinere Projekte zusammenzustellen. Einem davon gab man den Arbeitstitel Diablo Junior, ein Spiel, das vorläufig für den Game Boy Color und/oder den Game Boy Advance geplant war, abhängig vom Marktanteil und anderen geschäftlichen Faktoren."

"Diablo Junior sollte ein Singleplayer-Prequel zum ersten Teil werden", heißt es weiter. "Man wollte sich auch eine Scheibe von Pokémon abschneiden und drei Cartridges veröffentlichen, jede mit einem anderen Helden wie etwa Krieger, Rogue und Zauberer sowie Items, die die Spieler tauschen müssen, um sie zu sammeln. Die Helden begannen ihr Abenteuer in einer einzigartigen Stadt, bevor sie sich auf den Weg in Dungeons und die Wildnis machten. Letzten Endes wurde Diablo Junior aber aufgrund der mit Handheld-Spielen verbundenen hohen Produktionskosten ad acta gelegt."

Nach der Veröffentlichung von Lord of Destruction spielte man unterdessen mit dem Gedanken, ein zweites Add-On zu veröffentlichen.

"Direkt nach der Fertigstellung von Diablo 2: Lord of Destruction dachte das dafür zuständige Team darüber nach, ein weiteres Add-On folgen zu lassen", so Craddock. "Während Lord of Destruction neue Charakterklassen und ein fünftes Kapitel mit sich brachte, hätte das zweite Add-On sich mehr auf die Erweiterung der Multiplayer-Features von Diablo 2 konzentriert. Background Artist David Glenn erschuf Gildenhallen für Spielergruppen, die ihre eigenen Clans gründen wollten. Sie konnten sich in dieser Halle treffen, Ausflüge oder Quests organisieren und sich von dort aus auf den Weg machen."

"Ein cooles Feature der Gildenhalle war der Stieg Stone, der nach dem Designer Stieg Hedlund benannt wurde und an dem die Spieler Geld lagern konnten. Bei bestimmten Summen würde man neue Räume für die Gildenhalle oder neue Ausrüstung freischalten. Nach ein paar Brainstorming-Sessions entschied sich das Team aber dafür, diese Idee nicht weiterzuverfolgen. Diablo 2 hatte seine Zeit hinter sich und es war an der Zeit, Diablo 3 zu entwickeln."

"Und habe ich erwähnt, dass David Brevik Vorschläge für zwei neue Charakterklassen zusammenstellte? Nein? Muss mir wohl entfallen sein."

Links zu Angeboten und Anbietern auf dieser Seite können sogenannte Affiliate-Links sein. Mit einem Kauf über einen dieser Links unterstützt ihr Eurogamer.de. Wir erhalten vom Anbieter eine kleine Provision.

Zu den Kommentaren springen (10)

In diesem Artikel genannte Spiele

Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News  |  f1r3storm

Seit 2006 bei Eurogamer.de und spielt hauptsächlich auf Konsolen. Mag Sci-Fi, Star Wars UND Star Trek. @f1r3storm auf Twitter.

Weitere Inhalte

Weitere Themen

Kommentare (10)

Die Kommentare sind nun geschlossen. Vielen Dank für deine Beiträge!

Verstecke Kommentare mit niedrigen Bewertungen
Sortierung
Threading