PC Building Simulator

Alternativer Titel: PC Master Race - The Game

Ich persönlich habe jedesmal den absoluten Horror, einen neuen PC zusammenzubauen. Was nicht heißt, dass ich es nicht trotzdem immer wieder mache. Trotzdem: Die Angst spielt irgendwie immer mit, denn wenn mir die CPU oder die Grafikkarte beim Einsetzen runterfällt, bekomme ich keinen Ersatz. Vielleicht ist deshalb der PC Building Simulator genau das Richtige, um ein bisschen mehr Routine zu bekommen?

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Nicht schön, aber seltsam fesselnd und lehrreich.

Jedenfalls verdingt ihr euch hier als PC-Mechaniker und bekommt Maschinen mit verschiedenen Problemen rein, die ihr gegen Bezahlung zu beheben habt. Das beginnt mit einem simplen Virenscan und dem Entstauben der Komponenten mit komprimierter Luft und natürlich muss jede Maschine am Ende auch Booten, bevor der Auftrag abgeschlossen ist.

Besonders interessant ist, dass viele namhafte Hersteller die Entwickler ihre Produkte im Spiel verewigen ließen. AMD, Nvidia, Zotac, MSI, Coolermaster, Gigabyte, ASUS, und so weiter und so fort - hier werden überwiegend authentische Produkte verbaut, die eure Kunden per Email auch explizit bestellen und die ihr dann besorgen müsst, egal ob nun RAM, Kühlelemente, Laufwerke oder GPUs.

Ihr steigt durch erfüllte Aufträge sogar im Level auf und obwohl das Spiel insgesamt ziemlich dröge und schmucklos präsentiert ist, kann man ihm eine gewisse Sogwirkung nicht absprechen.

Bereit für das reale Leben? Als Konfrontationstherapie für leicht phobische Hobbyschrauber eignet sich PC Building Simulator bestens. Und tatsächlich bekommen komplett unbeleckte Leute im Übungsmodus eine fantastische Idee davon, wie man so einen Kasten zusammenbaut. Der Name klingt nach einem Scherz, aber das Ding hat echten Nutzwert.

Modelleisenbahn-Simulator

Alternativ-Titel "Ein tolles Spiel für die langweiligsten Menschen auf der Welt"

Das ist der wahre Sinn einer Simulation. Nicht gleich in das Abenteuer stürzen, sondern erst mal eine Runde üben, sicher werden, auf Notfälle vorbereitet sein. Aus diesem Grund verbringen Piloten viel Zeit in Simulatoren, statt Notlandungen mit teuren Jets zu trainieren und aus diesem Grund gibt es sicher auch den Modelleisenbahn Simulator. Schließlich will niemand, der weiß, was die Dinger im Spielzeugladen kosten, dass der ICE in die Dampflok rauscht.

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Nicht so schön wie die echte Simulation einer Eisenbahn in H0-Format, aber deutlich preiswerter.

Ob diese Art Simulation einer Simulation - was anders ist die Modelleisenbahn im Keller ja irgendwo auch nicht - benötigt wird oder nicht ... Warum "Modell"? Die Frage lässt sich angesichts der Technik leicht beantworten. Die Grafik ist einfach zu schlecht und undetailliert, um den Anspruch, die Realität zu simulieren, gerecht zu werden.

Der unbestreitbare Vorteil liegt natürlich in den Kosten. Programme wie Eisenbahn-Simulator oder Eisenbahn.exe kosten weniger als eine einzige Lok und es lassen sich riesige Flächen mit Häuschen, Bergen und vor allem Schienen zupflastern. Wetter im Keller zu simulieren, heißt im normalen Sprachgebrauch dann auch noch "Rohrbruch", und spätestens hier wird der Preis-Vorteil der Simulation klar. Für so günstiges Geld muss man dann halt in Kauf nehmen, dass der Spaß nicht annähernd der gleiche ist. Der einzige echte Simulations-Sinn besteht für ambitionierte Modell-Bauer, die hier eine Runde planen können, bevor sie richtig loslegen. Von dieser Warte aus und als "Anwendungs-Software" ... Warum nicht?

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Zugegeben, das hier erfordert schon einen größeren Keller.

Bereit für das reale Leben?

Ihr seid so weit. Geht in den Modellladen eures Vertrauens, stellt euch eine Spanplatte in die Ecke und legt mit dem Start-Set nach Wahl los. Kostet etwas mehr, aber ihr werdet damit klarkommen. Egal, ob ihr es vorher simuliert habt oder nicht.

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Rauch gibt es bei den echten Modellen auch nur gegen hohen Aufpreis. Dafür sieht er dann aber besser aus.

Garten Simulator 2010

Alternativ-Titel: "Green Hell - Survival Edition"

Warum in die Größe schweifen, wenn die Spießigkeit so nahe liegt. Das eigene kleine Grün ist den Leuten wichtig und das ist ja auch richtig, Pflanzen sind ja was Gutes. Aber manchmal nimmt man es doch ein wenig zu ernst. Wenn dann der Schrebergarten nach härteren Regeln verteidigt wird, als sie jede EU-Richtlinie sich je erdenken könnte, tobt der Blockwart im Schrebergarten erst so richtig. Daher ist es wohl ganz gut, erst mal simulieren, ob man bereit für den eigenen kleinen Garten ist, ohne dass der kritische Pöbel die Nase rümpft.

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Ja, das hässliche Symbol hat recht, die hässlichen Blumen müssen mit der Schere bearbeitet werden. Am besten ganz weg.

Ob Missionen oder freies Spiel, so ein Garten ist ein teures Vergnügen. Obstanbau und andere verkäufliche Rohstoffe zu züchten, ist daher nötig und am Ende ist es das Excel-Sheet-Balancieren einer Wirtschaftssimulation, nur im ganz Kleinen halt. "Welche Pflanzen brauchen welchen Boden?" kommt vage vor, Wasser brauchen sie alle und wer nicht wässert, kann gleich nach Hause gehen. Dass ihr nicht in der Gartenlaube bleibt, sondern die zu-Hause-Alternative vorziehen werdet, liegt an einer verwilderten Benutzerführung und optischer Schlechtheit aus dem Jahre 1998. Selbst die ersten 3DFX-Karten hätten sich ein bisschen geschämt.

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Der Zwerg darf in der Spießer-Sim schlechthin nicht fehlen.

Bereit für das reale Leben?

Ein paar Tipps gibt es, Wässern ist wichtig, aber glaubt bloß nicht, dass ihr eine Laubenpieper-Parzelle mit dem Verkauf von Kirschen finanzieren könnt. Außerdem, der Editor ist so plump und alles ist so hässlich, dass es ein Vergnügen ist, vom PC aufzustehen und in das Grüne zu gehen. Ob das der Stadtpark ist oder der eigene Garten, egal wie verwildert, spielt nach dem Erlebnis eh keine Rolle. Jeder Garten ist besser als dieser simulierte. Sofern ihr also nicht in einer dystopischen Blade-Runner-Zukunft lebt: Geht lieber einfach mal ins Grüne!

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Meiner ist größer als Deiner, Herr Nachbar.

Zwei gute Gründe für Politikverdrossenheit

Inhaltsverzeichnis

1. Simulierte Kampfeslust und kampfeslustige Simulanten
Ob mit VR oder ohne, diese Schlachtfelder sind sicher das Authenischste vom Authentischen.

2. Aufbau, Abbruch und Ausbruch
Ein Jurassic Park mit nur manchmal bösen Dinos, ein Gefängnis zum Mitmachen und Kampf den Messis!

3. Gaga geht immer
Lieber Brot als tot, Klettern für Aliens und was Ziegen ganz sicher machen, wenn ihr mal nicht hinschaut.

4. Traumberufe und Berufsträume
Space, Spaaace, SPAAAACE!, Bodo mit dem Bagger und Trockenübungen für verhinderte Pilotenanwärter.

5. Jobs, die die wenigsten kennen - oder wollen
Was für Schleimer, Schleimbeseitiger und Leute, denen "Feuermann" nicht selbstlos genug war.

6. Hobbys und was manche dafür halten
Virtuell Dinge tun, die schon in der Realität keinen Spaß machen? Ihr werdet euch wundern!

7. Zwei gute Gründe für Politikverdrossenheit
Die wichtige Erinnerung daran, dass Politik ohne Unterhaltungswerte am besten dran ist.

8. Der Alltag anderer Leute
Arbeit ist das halbe Leben? Wenn ihr wollt, kann es auch noch die andere Hälfte sein!

9. Warum auch Medizin studieren?!
... wenn die OP am offenen Herzen nur einen Klick weit entfernt ist?

10. Stadtflucht, Urlaub und Eskapismus
Euer zweites Leben und zwei Mal der Beweis, das Spiele vieles können, aber das hier nicht.

11. Verkehrswesen, das beweist: der Weg darf nicht das Ziel sein
Wer in den Tunneln der Berliner U-Bahn nach Spaß und Zerstreuung sucht, dem ist nicht mehr zu helfen.

12. Computerliebe - oder "Sex, der nicht sellt"
Erotik, oder was ein Rudel Spieleentwickler dafür hielt.

13. Die Macht der Fantasie ... muss nicht immer was Gesundes sein
Liebe Vögel und Vogelliebe und andere, unbekannte Flugobjekte.

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