Frauen mögen Gears of War. Das sagt zumindest Epics Art Director Chirs Perna. Der Grund dafür sei, dass man bei den weiblichen Charakteren der Serie auf übliche Klischees verzichte. Aber nichtsdestotrotz hält er einen weiblichen Hauptcharakter für „schwierig zu rechtfertigen".

„In Gears braucht man einfach dieses Schmutzige", erklärt Perna im Gespräch mit dem OXM. „In vielen Spielen sieht man diese attraktiven, stereotypen und attraktiven Frauen - es ist mittlerweile so etwas wie ein Klischee."

„Man sieht die Implantate, das blonde Haar, ein paar enge Hosen und verdreht seine Augen - es scheint die Idealvorstellung eines Game Geeks im Hinblick darauf zu sein, wie eine Frau aussehen sollte. Ich denke, da wir nicht diesem Weg folgten, haben wir eine gewisse Glaubwürdigkeit behalten... unsere Charaktere sind etwas maskuliner."

„Natürlich sind sie immer noch feminin", so Perna weiter. „Anya in Gears 3 ist zum Beispiel sehr feminin. Und ich glaube, das funktioniert."

Positives Feedback erhalte man von weiblichen Spielern, die entsprechendes Cosplay auf Events betreiben: „Sie ziehen diese Rüstung an und marschieren mit diesen eindrucksvollen Waffen durch die Gegend. Ich denke, sie haben ihre helle Freude dabei - und mich freut es, das zu sehen."

„Nach dem zu urteilen, was wir gehört haben, fühlen sie sich beim Spielen des Spiels einfach stark und gut. Einige dieser Frauen sagten mir, dass es nicht so toll wäre, wenn wir diese Frauen noch femininer oder stereotypischer machen würden."

Gears of War 3 ist der erste Teil der Reihe, in dem weibliche Charaktere auftauchten, sowohl im Single- als auch im Multiplayer. Ist es also vielleicht mal an der Zeit, ein Gears of War mit einem weiblichen Hauptcharakter zu veröffentlichen? Was das betrifft, hat Perna noch Bedenken.

„Das wäre sicherlich interessant, aber ich weiß nicht. Wenn man sich anschaut, was sich so verkauft, wäre es schwierig, das zu rechtfertigen."

Dass er damit leider wohl nicht ganz falsch liegt, zeigte Penny Arcade im letzten Jahr, als man dieses Thema genauer untersuchte und zu dem Schluss kam, dass Spiele mit weiblichen Hauptcharakteren aufgrund von mangelnder Unterstützung durch die Publisher weniger Erfolg haben. Aber andererseits: Könnte das eine etablierte Serie wie Gears of War nicht vielleicht ändern?

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Editor, Eurogamer.de

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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