Fünf Dinge, die ihr über Dark Souls 2 wissen müsst

Was bleibt, was geht, was kommt und was sich noch nicht sagen lässt.

Wenn ich etwas an Namco Bandais Global Gamers Day in New York auszusetzen hatte, dann, dass Darks Souls 2 nicht gespielt, sondern nur angeschaut werden konnte. Ansonsten hätte dieser Artikel hier vielleicht sogar 10 Punkte. Aber rein vom Angucken - es wurde etwas, aber nicht viel mehr gezeigt, als die neuen Videos hergeben - hätte es die Grundaussage nur in die Länge gezogen. Denn die Erste ist sicher die Wichtigste, aller ersten Ankündigungen und kleinen Aufreger zum Trotze sehr simpel und leider für den Moment außerhalb der From Software Studios nicht wirklich verifizierbar:

1. Es spielt sich wie Dark Souls.

Sobald man die Figur sieht, den Blickwinkel, die Farbgestaltung, die Menü- und HUD-Positionierung, ist in einer Sekunde klar, dass es Dark Souls ist. Nichts sieht wirklich anders aus, nicht viel scheint sich spielerisch geändert zu haben. Die Bewegungen wirkten etwas flüssiger aber angefangen von der immer wählbaren zwei- oder einhändigen Waffenhaltung bis zur Ausweichrolle wollte ich sofort zum Pad greifen und spielen. Denn schon beim Angucken spürt man, dass es sich sicher so vertraut anfühlen wird, wie es der erste Eindruck suggeriert. Sollte sich dann beim Erstkontakt mit dem Pad etwas anderes herausstellen, wäre ich extrem überrascht.

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Leider gibt es kein Bild, das die normale Sicht mit dem HUD zeigt, dann würdet ihr sehen, wie ähnlich es wirkt.

Es gibt eine Neuerung und es ist eine, von der ich noch nicht weiß, was ich davon halten soll. Es wird mehr dunkle Areale geben, in denen ihr eine Fackel habt, die sich wahrscheinlich abnutzt. Ohne diese steht ihr wirklich im Dunkel und es sah jetzt nicht so aus, als ob es viel bringen würde, den Gamma-Wert hochzuregeln. Es war stockenfinster. Das Dumme ist natürlich, dass ihr mit der Fackel in der einen Hand weder zweihändig kämpfen noch einen Schild oder Bogen nutzen könnt. Das könnte eine Reihe der üblichen Kampfvarianten zu einem Wechselspielchen machen, das zumindest mich in vielen ähnlichen Ansätzen immer wieder mehr nervte, als dass es die Atmosphäre steigerte. Auf der anderen Seite, es ist realistisch. Wenn es dunkel ist, muss man sich halt mit dem Licht arrangieren, dass man finden kann. Es könnte funktionieren. Abwarten.

An der offenen Form der Charakterentwicklung wird sich dagegen wohl nicht sonderlich viel ändern. Ob es immer noch genau den Bettler geben wird und den Krieger, wie ihr ihn kennt, wird sich zeigen, aber die Richtung dürfte ziemlich genau diese bleiben.

2. Es wird brutal wie Dark Souls.

Sterben und neu versuchen ist einer der Kernbestandteile der Serie und ihr werdet viele Gelegenheiten haben, das erneut zu genießen. Die ersten Gegner wurden noch mit zwei, drei wuchtigen Hieben niedergestreckt, aber dann kamen zwei Riesen auf einen Streich, und als der Held zwischen sie geriet, beendeten sie das Ganze in einer Sekunde. Taktisches Positionieren und für jeden Gegner die richtige Angriffsvariante zu finden, dürfte wohl wieder überlebensnotwenig sein, es sah nichts danach aus, dass Dark Souls 2 einfacher oder zu einem normalen Hack-and-Slay mutieren würde. Schätztet ihr Dark Souls für seine unerbittliche Haltung euch gegenüber, dann sollte sich in diesem Punkt nichts ändern.

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Ein Schlag und das war es. Zum Glück ist er nicht so schnell. Dumm nur, dass sich sein Freund von hinten nähert.

Das wurde eindrucksvoll bei einem der Bosse gezeigt. Ihr lauft scheinbar durch die Gänge einer Arena oder so etwas und plötzlich kommt euch in dem breiten Gang ein Schlacht-Wagen entgegen. Seid ihr zu langsam, macht er euch platt. Sofern das die anderen Biester dort nicht vorher tun. Aber seid ihr schnell genug, dann wird es wohl möglich sein, dass ihr den Wagen bei dieser und einer Reihe weiterer Begegnungen schon besiegen könnt, bevor ihr ihn dann schließlich sowieso - wahrscheinlich - in der Arena stellt. Mir gefällt die Idee, dass das Spiel seinen Boss in diesen Begegnungen nicht unverwundbar macht, nur um euch zu übertölpeln und ausweichen zu lassen, sondern euch statt dessen die Chance zu geben, dem Boss seine Überheblichkeit heimzuzahlen. Sicher, das ist immer noch Dark Souls und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass euch das Biest zehn Mal überrollt, bevor ihr es auch nur ein Mal trefft, aber es ist gut zu wissen, dass es möglich und nicht nur eine billige Falle ist.

3. Es wird euch wie Dark Souls Fallen stellen.

Jeder dürfte den berühmten Kullerstein gleich zu Beginn des ersten Teils kennen, der euch auf der Treppe entgegenkommt. Wenig Vorwarnung, entweder schnell sein oder einen Treffer oder sogar das eigene Ableben kassieren. Hier wurden ein paar durchaus epische Dinge in dieser Richtung gezeigt, so zum Beispiel ein Forschungslabor, in dem Drachen untersucht wurden. Ihr kommt in eine Halle, die an ein Naturkundemuseum erinnert und ein riesiges Drachenskelett enthält, ein wenig wie die Museen in Berlin oder London ihre Dinosaurier herzeigen. Vor dem Drachen liegt ein Item. Sobald ihr es aufhebt, beginnt sich der Drache zu bewegen und ich mochte wirklich, dass in diesem Moment für ein paar Sekunden damit gespielt wird, ob der Drache jetzt zum Leben erwacht oder das tut, was er tut, nämlich über euch zusammenfallen und euch erschlagen, wenn ihr nicht schnell genug seid. Klar, an der Stelle ist es jetzt bekannt, aber ich hoffe, dass es mehr Szenen geben wird, in denen nicht sofort klar ist, was jetzt die Falle ist oder ob es überhaupt eine ist.

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Eine Wackelbrücke zu betreten, die von solchen Viechern umschwirrt wird, ist offensichtlich kein sicherer Weg.

Die zweite Falle schien ein wenig unfair, und auch wenn die Entwickler ungefähr zwanzig Mal versicherten, dass es alles fair bleiben wird und ein sehr guter Spieler jeder Falle ausweichen kann, war hier beim direkten Zuschauen nicht erkennbar, wie das gehen soll. Außer vielleicht, dass euch klar sein sollte, was wohl passieren könnte, wenn man eine Hängebrücke über einen Lavafluss überquert, die von kleinen Drachen umschwirrt wird. Die Brücke könnte einstürzen. Was sie auch tut. Es wird sicher einen anderen Weg geben.

4. Es wird mehr Wege als in Dark Souls geben.

Was uns direkt zu etwas bringt, das wohl vielleicht nicht gänzlich anders sein wird - schließlich bot auch Dark Souls genug optionale Routen -, aber deutlich ausgebaut werden soll. Zu jedem Punkt im Spiel könnt ihr auf unterschiedlichen Routen gelangen. Das klingt jetzt nicht sonderlich spektakulär, aber wenn dann noch ergänzt wird, dass es unterschiedliche Lösungen und Hindernisse gegeben wird, die den verschiedenen Spielweisen, Charakteren und Fertigkeiten entgegenkommen sollen, klingt es schon durchaus reizvoll. Nur: Leider wurde nicht so genau gezeigt, wie das dann ablaufen wird. Zu Beginn ging der Vorspieler eine Treppe von einem Lagerfeuer aus nach unten und besiegte ein paar Monster, bevor es ihn erwischte. Danach wählte er einen anderen Weg, es gab weniger Monster und mehr Fallen, aber leider sah man nicht, wie die beiden Wege zusammenführen, wenn sie es denn an dieser Stelle überhaupt tun. Trotzdem, ein interessantes Versprechen.

Ein paar Teile der Umgebung werden zerstörbar sein, aber da das von Entwicklerseite nicht mal von sich aus erwähnt wurde, würde ich hier nicht zu viel erwarten.

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Die Lagerfeuer sind da, aber es könnte sein, dass ihr Reisesystem etwas anders funktionieren wird.

Es war schön zu sehen, dass es ein paar optionale Fallen und Monster gibt, die mit den üblichen Ideen der Spieler spielen. In den Folterkammern seht ihr etwa einen Riesen hinter einer sehr massiven Tür eingesperrt. Ihr könnt ihn einfach links liegen lassen und weitergehen. Was aber die meisten Spieler sehen werden, ist das Gitter über der Tür, durch das ihr das Biest nicht nur seht, sondern es auch mit Pfeilen bearbeiten könnt. Hey, Gratis-XP, Pfeile drauf! Dumm nur, dass das den Riesen ganz schön nervt, er beginnt gegen die Tür zu hämmern und holt sie inklusive Teile der Wand aus den Angeln. Viel Spaß ihn jetzt zu bekämpfen.

Ein paar Teile der Umgebung werden zerstörbar sein, aber da das von Entwicklerseite nicht mal von sich aus erwähnt wurde, würde ich hier nicht zu viel erwarten. Was die großen Zusammenhänge der Welt angeht, blieb man komplett vage. Es ist jetzt ein Kontinent, ein verfluchtes Königreich. Aber wie diese Areale zusammenhängen, ob es wie im Ersten ein in sich geschlossenes Gebiet ist oder diesmal Sprünge stattfinden, lässt sich noch nicht sagen. Man überlegt jedoch, das Schnellreisesystem der Lagerfeuer ein wenig zu überarbeiten, da vielen Leuten die teilweise langen Laufwege, vor allem durch bereits geleerte Gebiete, etwas zu lang erschienen. Wie? Abwarten, auch ob es überhaupt passiert.

5. Dark Souls 2 wird schöner aussehen.

Zumindest auf dem PC und das ist nach der "schwierigen" Veröffentlichung des ersten Teils auf dieser Plattform für viele sicher eine gute Nachricht. Die überarbeite Gothic-Engine lief hier auf irgendeinem Alienware-Schlachtschiff in traumhaften 60 Frames und zeigte dabei weit mehr Details sowohl in der Ferne wie auch auf kurze Distanz. Dark Souls 2 sah in den gezeigten Bereichen wirklich gut aus, aber das gilt für den Moment in erster Linie für den PC. Die Konsolenversion wird es wohl "nur" auf 30 Frames bringen, die dann hoffentlich stabil, und die PS4 scheint kein Thema für From Software bei diesem Titel zu sein. Da weder an den Social-Features der kommenden Konsole Interesse gezeigt wurde noch die PS4 als Problem für den Release gehen wurde, kann man das wohl so übersetzen, dass es nicht auf der PS4 erscheint und dass auch die Veröffentlichung erst nach dem Start der PS4 angepeilt wird. Also, alte Konsolen und vor allem in schöner Form auf dem PC.

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Der Bosskampf, erste Runde. Die Runde, in der ihr schnell und geschickt sein müsst, um a) am Leben zu bleiben und b) ihn zu treffen. Mehr noch als sonst.

Dark Souls 2 also, ihr habt den Trailer und das Gameplay-Video gesehen - wenn nicht, dann holt das am Besten nach - und so ahnt ihr schon, dass sich die Fortsetzung gar nicht so weit vom Vorgänger bewegt, wie manche Fanboys - ich inklusive - fürchteten. Wie es sich für ordentliche Fanboys gehört, beginnt jetzt natürlich das Genörgel, dass es ja viel zu nah am Vorgänger dran ist, denn schließlich ist es egal, was der Entwickler des Nachfolgers eines solchen Spiels macht, es ist eh falsch.

Die Wahrheit sieht für den Moment aber eher so aus, dass das, was gezeigt wurde und für euch auch zu sehen ist, fantastisch und so sehr, sehr, sehr, sehr, sehr nach Dark Souls aussieht, dass ich dafür auch gerne in Vorfreude eine Runde Applaus spendiere. Am Ende ist es aber noch zu wenig, um das Spiel wirklich einschätzen zu können. Es wurde genug gezeigt, dass ich wirklich, wirklich sofort das Pad in die Hand nehmen wollte und kurz mit den Gedanken herumspielte, wie lange ich wohl spielen könnte, wenn ich den Controller einfach an mich reißen würde. So sehr wollte ich Dark Souls 2 spielen, so sehr gefiel das wenige Gezeigte. Ein guter Start würde ich sagen. In freudiger Erwartung der nächsten Vorschaurunde, bis zur Veröffentlichung scheint ja noch viel Zeit zu sein.

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Über den Autor:

Martin Woger

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Chefredakteur  |  martinwoger

Chefredakteur seit 2011, Gamer seit 1984, Mensch seit 1975, mag PC-Engines und alles sonst, was nicht FIFA oder RTS heißt.

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