EAs Gibeau: Der Online-Pass 'kehrt nicht zurück, er ist tot'

Man betrachtet es rückblickend als dumme Entscheidung.

Update 2 (14.06.2013): Nach Angaben von EA-Labels-Chef Frank Gibeau hat der Wegfall des Online-Pass nichts mit Microsofts DRM-Maßnahmen auf der Xbox One zu tun.

„Wir arbeiten an keiner Strategie, um ihn [den Online-Pass] zurückzubringen. Ihr werdet keine Codes eingeben, um euer Spiel freizuschalten. Das wird nicht passieren“, sagt er im Gespräch mit Joystiq und bezeichnet das ganze Online-Pass-Program gar als „völlig dumme“ Entscheidung.

„Die Menge an Geld, die wir damit gemacht haben, wiegt nicht das Maß an Frustration auf, das wir unseren Kunden auferlegt haben. Und auch nicht die Imageschäden des Unternehmens. Also sagten wir uns, 'das ist es nicht wert' und die Idee war, 'lasst uns das einfach nicht mehr machen.'“

Die Gelegenheit, hier „reinen Tisch zu machen“, erhielt man unter dem aktuellen Interims-CEO Larry Probst.

Als Beispiel dafür, wie man auch auf „legitime“ Weise weiterhin Geld verdienen könne, nannte er FIFAs Ultimate Team.

„Sie besitzen es, sie haben die Disc gekauft und es ist ihre. […] Wenn wir weiter Geld verdienen wollen, werden wir ihnen Online-Dienste anbieten, die sie kaufen können, aber nicht müssen. Auf diese Art und Weise verdienen wir zumindest noch etwas Geld. Der dadurch [den Online-Pass] verursachte Imageschaden war durch das eingenommene Geld jedenfalls nicht aufzuwiegen.“

„Letzten Endes werden wir ihn nicht ersetzen. Er kehrt nicht zurück. Er ist tot“, so Gibeau.

Update (31.05.2013): Nachdem EA bekannt gegeben hat, seine Online-Pässe nicht mehr zu nutzen, bietet man nun die dazugehörigen Inhalte kostenlos an.

Auf dem Xbox Live Marktplatz hat man bereits begonnen, entsprechende Online-Pass-Zusatzinhalte für Bulletstorm, Kingdoms of Amalur oder Medal of Honor kostenlos zu offerieren.

Ebenso mit dabei sind etwa der DLC The Strone Prisoner für Dragon Age: Origins, der Cerberus Network Pass für Mass Effect 2 oder der Black-Emporium-DLC für Dragon Age 2. Gleiches gilt für die 360-Version von American McGee's Alice, die bei Alice: Madness Returns enthalten war. Um es zu spielen, braucht man aber nach wie vor die Disc von Madness Returns.

In einem Statement gegenüber Eurogamer gab Publisher EA an, dass man derzeit damit beschäftigt ist, den Online-Pass aus allen Titeln zu entfernen.

“Während wir den Online-Pass bei unseren neuen EA-Titeln nicht mehr zu verwenden, sind wir auch dabei, ihn aus allen vorhandenen EA-Spielen zu entfernen“, heißt es. „Wir haben auf das Feedback der Spieler gehört und uns entscheiden, den Online-Pass komplett aufzugeben.“

“Die Spieler werden es zuerst bei einigen EA-Sports-Titeln bemerken, wenn sie keine Eingabeaufforderung für einen Online-Pass-Code mehr erhalten. Bei anderen Spielen bieten wir die Online-Pässe einfach kostenlos an.“

“Diese Updates werden über die nächsten paar Wochen hinweg durchgeführt. Wir hoffen, dass die Spieler unsere Spiele und Online-Dienste auch weiterhin für lange Zeit nutzen werden.“

Mehr dazu könnt ihr auf EAs Webseite nachlesen.

Originalmeldung: Nerven euch Online-Pässe? Dann haben wir heute ein paar gute Neuigkeiten für euch, denn Electronic Arts wird künftig darauf verzichten.

„Wir setzen nicht mehr weiter auf den Online-Pass", erklärt EAs Senior Director of Corporate Communications, John Reseburg, im Gespräch mit VentureBeat. „Keiner unserer neuen EA-Titel wird dieses Feature nutzen."

„Ursprünglich war es dazu gedacht, ein komplettes Paket an Online-Inhalten und -Diensten anzubieten, aber bei vielen Spielern kam das nicht gut an. Wir haben auf das Feedback gehört und uns entschieden, künftig darauf zu verzichten."

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Das gilt wie gesagt für alle kommenden EA-Titel, darunter auch Battlefield 4. Die bereits vorhandenen Online-Pässe werden auch weiterhin genutzt.

„Wir wollen auch weiterhin Inhalte und Dienste erschaffen, die das Spielerlebnis weit über den Tag hinaus verbessern, an dem ihr anfangt zu spielen." Ob man im Gegenzug verstärkt auf DLCs oder Mikrotransaktionen setzt, um etwaige Verluste durch den Wegfall des Online-Passes auszugleichen, ist unklar. Oder ändert man nichts weiter und vertraut darauf, dass die Kunden diese Entscheidung entsprechend mit mehr Käufen würdigen?

Gegenüber der Game Informer äußerte sich EAs Jeff Brown wie folgt dazu: „Es gibt nicht viel zu sagen. Der Online-Pass wurde 2010 eingeführt. Es war eine Methode, um Post-Launch-Content und -Dienste für die Leute anzubieten. Es war auch für diejenigen gedacht, die sich das Spiel gebraucht gekauft haben."

„Es hat sich nie wirklich durchgesetzt. Die Leute mochten es nicht. Sie haben uns gesagt, dass es ihnen nicht gefällt. Wir haben diesen Zyklus durchlaufen und nun, da einige neue Spiele vor der Tür stehen, haben wir uns einfach entschieden, das nicht mehr zu tun", so Brown weiter.

„Wir haben auch weiterhin zu 100 Prozent die Absicht, den Kunden zusätzliche Inhalte und Dienste anzubieten, damit sie bei einem Spiel - ihr wisst schon, für Spiele wie Battlefield oder FIFA, bei denen alle möglichen Dinge hinzugefügt werden - mehr für ihr Geld bekommen. Aber diese Idee, das Ganze in Form eines Online-Passes zu bündeln, war einfach nicht beliebt, also haben wir auf die Leute gehört und lassen es bleiben."

Ob andere Publisher nach der Einführung nun auch bei der Aufgabe des Online-Passes diesem Beispiel folgen werden?

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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