CD Projekt Red geht es nach Angaben von Mitgründer Marcin Iwinski nicht um kurzfristige Profite, sondern vielmehr um die Kernprinzipien des Unternehmens, von denen man letzten Endes mehr profitiere.

„Einer Menge Unternehmen geht es - aus der kurzfristigen geschäftlichen Perspektive betrachtet - nach wie vor nur ums schnelle Geld. Viele folgen noch diesem Weg", so Iwinski gegenüber Gamasutra.

„Wir wählen sehr sorgsam aus, was wir tun wollen. Und das werden wir auch tun, solange wir mit den Resultaten zufrieden sind."

Als Beispiel nennt er die Verbesserungen der Enhanced Editions von The Witcher und The Witcher 2, die man den Spielern, die das Spiel schon gekauft hatten, kostenlos anbot.

„Sie wissen das zu schätzen und erzählen dann ihren Freunden, was wir für gute Arbeit leisten und wie wir sie respektieren. Und das führt letzten Endes zu einem Verkauf", erklärt er.

„Einige Leute sagen: 'Warum tut ihr das? Ihr hättet Geld dafür verlangen können!' Richtig. Ich denke aber, dass am Ende Ehrlichkeit, Einfachheit und Fairness mehr wert sind und sich auszahlen. In gewisser Weise könnte man das als Geschäftsmodell betrachten."

Und das alles sei auch nur möglich, weil CD Projekt unabhängig ist: „Man muss seine eigenen Werte haben. Das ist entscheidend. Und ich glaube, dass wir welche haben. Außerdem muss man mutig genug sein, um zu sagen: 'Nein, das machen wir nicht.'"

„Schaut euch doch mal die erfolgreichen Unternehmen an. Sie folgen ihren eigenen Werten und sind den Spielern gegenüber ehrlich. Ich denke, das wird in Zukunft noch viel wichtiger werden, denn sie kommunizieren direkt mit den Spielern. Da ist kein Platz mehr für irgendwelche Lügen."

„Wenn man lügt, verkommt man innerhalb von Sekunden in sozialen Netzwerken zu einem Witz. Für diejenigen, die in den früheren Jahren gelogen haben, sieht es derzeit nicht rosig aus. Wir können das überall beobachten. Es gibt ein Statement vom Unternehmen A. Die Leute sagen: 'Hey, so ist das nicht.' Und dann spielt das ganze Internet verrückt."

CD Projekt arbeitet derzeit an The Witcher 3, das 2014 für PC, Xbox One und PlayStation 4 erscheinen wird.Außerdem ist man mit Cyberpunk 2077 beschäftigt, das frühestens 2015 für den PC erscheinen wird - und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch für Xbox One und PlayStation 4.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Editor, Eurogamer.de

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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