Was sagt Microsoft zu Sonys neuesten Xbox-One-Sticheleien?

"Der Austausch mit unseren Kunden ist eine Stärke."

Anlässlich Sonys Pressekonferenz auf der Gamescom hat der Chef von Sony Computer Entertainment, Andrew House, die Gelegenheit für einen Seitenhieb gegen Microsoft und deren Kurswechsel bezüglich der Xbox One genutzt. "Während andere ihre Botschaft und Philosophie änderten, sind wir konsequent bei unserer Botschaft geblieben, die fair ist und in Einklang mit den Kundenwünschen steht", sagte der Sony-Boss gegen Ende der Show auf offener Bühne.

Das war ein unverblümter Tritt in Richtung Microsofts Sinneswandel seit der E3 im Juni bezüglich der Xbox One. Mittlerweile haben die Redmonder den Always-Online-Zwang ihrer Next-Gen-Konsole gestrichen, den Gebrauchthandel zwischen Spielern geöffnet und erlauben einen Betrieb der Xbox One auch ohne Kinect. Unter dem Strich sollen sich nun alle Spiele auf Disks so handhaben lassen, wie es schon auf der Xbox 360 der Fall war.

Durch Microsofts Wendemanöver stehen nun einige Funktionen der Xbox One hintenan, zum Beispiel das 'Family Sharing'. Bei der ersten Verbindung der Xbox One mit dem Internet wird ein Patch notwendig sein, um die Systemsoftware auf den neuesten Stand zu bringen und den Offline-Modus zu ermöglichen. Der Exklusivtitel Forza 5, der auf die Xbox Live Cloud für seine 'Drivatare' angewiesen ist, muss auch überarbeitet werden.

Im Gespräch mit Eurogamer.net hat sich nun Microsofts Studioboss Phil Spencer zur Kritik am Kurswechsel der Firma geäußert. Bestimmte Leute würden solche Änderung in ein schlechtes Licht rücken wollen, dabei sei die Fähigkeit, auf Feedback zu reagieren, eine Stärke seiner Firma.

"Während andere ihre Botschaft und Philosophie änderten, sind wir konsequent bei unserer Botschaft geblieben, die fair ist und in Einklang mit den Kundenwünschen steht."

Andrew House, Chef von Sony Computer Entertainment

"Was ich toll finde an unserem Umfeld, ist, dass man immer Feedback bekommt, sei es über Plattformen wie Twitter, NeoGAF oder Eurogamer", so Spencer. "Die Leute sagen einem, wie sie über bestimmte Entscheidungen denken. Der Austausch zwischen uns und unseren Kunden ist eine Stärke. Bestimmte Leute wollen uns daraus einen Strick drehen und das, was wir versuchen, in ein schlechtes Licht rücken. Ich kann da nur widersprechen."

Spencer fährt fort: "Wir haben eine Plattform für Spieler geschaffen. Spieler stecken Zeit und Geld in Dinge, die sie spielen wollen und sie verwenden auch einige Zeit darauf, uns mitzuteilen, was sie an der Plattform gut finden. Sie geben uns auch Feedback darüber, was sie eher kritisch sehen."

Dieser gegenseitige Austausch mit den Spielern müsse im Zentrum dieser Plattform stehen, als die man sich begreife, so Spencer. "Wenn wir nicht darauf hören und reagieren, was die Leute über unsere Plattform sagen, haben wir die Verbindung zu den Kunden verloren, die für unsere Plattform und Spiele bezahlen."

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Microsoft Studios boss Phil Spencer.

Dem Kommentar von Andrew House hält Spencer ein Community-Event auf der diesjährigen Gamescom entgegen, während dessen der Geschäftsführer unter die Leute gegangen ist, um sich ihre Meinung über Dinge wie Killer Instinct, Ryse und Kinect Sports Rivals anzuhören, seien sie nun gut oder schlecht.

"Der Austausch, den wir mit den Spielern pflegen, ist entscheidend", betont Spencer. "Wenn wir nicht darauf hören könnten, glaube ich nicht, dass wir wirklich jenes Ökosystem erschaffen, das Leute auf unsere Plattform lockt. Die Anderen können tun und sagen, was sie sagen wollen. Von mir aus. Wir folgen unserem Programm. Darin liegt unsere Stärke."

"Die Anderen können tun und sagen, was sie sagen wollen. Von mir aus. Wir folgen unserem Programm. Darin liegt unsere Stärke."

Phil Spencer , Chef von Microsoft Studios

Trotz der Kritik, die Microsoft für seine Strategie hinter der Xbox One erhalten hat, stehe das Unternehmen fest zu seinem Engagement für eine digitale Zukunft, so Spencer. Auch wenn zum Start der Xbox One viele Features rund um die Digitalisierungs-Strategie zurückgeschraubt wurden, beharrt Spencer darauf, dass das Konzept eines digitalen Ökosystems eine "Kernphilosophie" der Konsole bleibe, die sich im Laufe der Zeit entwickeln werde. Man habe eine Vision, die man hinsichtlich des digitalen Ökosystems auf Xbox Live weiterhin verfolge. "Wir haben verstanden, dass die Leute einige der Werte der aktuellen Generation von datenträgerbasierten DRMs schätzen. Darum haben wir uns entschlossen, dies dem digitalen Ökosystem, das wir schaffen, hinzuzufügen."

"Das hat einige Verzögerungen bei den digitalen Inhalten erfordert, um Zeit für die Anpassung der physikalische Medien bis zum Konsolenstart zu gewinnen", erklärt Spencer weiter. "Aber unsere Vision bleibt die Gleiche. Ich sehe das einfach als Bestandteil des Austauschs, den wir mit den Spielern haben. Das muss man als Stärke sehen."

Spencer beschreibt die Xbox One eher als "einen Service, denn als ein fertiges Stück Hardware", und betont, dass es zum natürlichen Entwicklungsprozess gehöre, die darauf angebotenen Dienste anzupassen.

"Wenn man die Plattform betrachtet und wie oft wir das Dashbord auf der 360, Live und das Live Ökosystem überarbeitet haben, ist es enorm wichtig, dass wir das Programm als einen Service betreiben" so Spencer. "Die Community und der Dialog mit den Spielern, die auf dem System spielen, ist entscheidend."

Die Xbox One kommt in Deutschland im November auf den Markt

Aus dem Englischen von Frank Erik Walter.

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Wesley Yin-Poole

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