Prügel-Eindrücke aus Japan

Saint Seiya: Brave Soldiers, Dragon Ball Z: Battle of Z und JoJo's Bizarre Adventure: All Star Battle.

Saint Seiya: Brave Soldiers

Was ist das? Muss man das kennen? Ganz ehrlich, bis zur ersten Präsentation des Spiels hatte ich noch nie etwas von dem Manga oder Anime gehört. Ein kurzer Blick auf Wikipedia verrät mir, dass es sich bei Saint Seiya tatsächlich um eine große und anscheinend auch bekannte Serie handelt. Nur hat mir das bis heute keiner gesagt. Ist ja auch egal, denn um bei einem Prügelspiel Spaß zu haben, muss ich die Figuren nicht kennen, auch wenn es bei Fans sicherlich für größere Freude sorgt.

Im Prinzip lässt es sich vom Aufbau in den Arenen ein wenig mit den aktuellen Naruto-Spielen vergleichen, auch wenn die Areale kleiner sind und nicht die gleiche Abwechslung bieten. Ihr dürft euch auf dem Kampffeld frei bewegen, während die Kamera stets auf euren Gegenspieler gerichtet bleibt. Zum Angriff stehen euch nur wenige Attacken zur Verfügung, die sich auf die einzelnen Tasten verteilen. Der Fokus liegt beim flotten Schlagabtausch ganz auf der Cosmo-Leiste, die sich in drei Bereiche unterteilt. Diese füllt ihr entweder durch Körperkontakt mit eurem Gegner oder ladet sie per Tastendruck auf, wobei ihr in dieser Zeit schutzlos seid. Gewonnene Energie setzt ihr für verschiedene Spezialattacken ein. Teleportiert euch zu eurem Gegenüber, verschießt gigantische Laserstrahlen oder heizt ihm mit einer verstärkten Combo ein. Ist die gesamte Cosmo-Leiste gefüllt, könnt ihr zu einer Ultra-Attacke ansetzen, deren Ausmaße zwar verheerend sind, sich dafür im Kampf allerdings unglaublich schwer aktivieren lässt. Selbst die Entwickler benötigten bei der Präsentation mehrere Versuche, bis ihnen das Kunststück glückte.

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Ich bin ehrlich, der Stil ist nicht mein Ding.

Ich persönlich bin mit dem Titel in der Anspielzeit nicht so recht warm geworden. Vielleicht liegt es wirklich daran, dass ich keinerlei Bezug zur Vorlage habe, doch erscheint mir alles gleich. Die Figuren unterscheiden sich für mich kaum und wechseln untereinander höchstens die Haarfarbe, was sich ebenfalls in ihren Angriffen zeigt. Meist besitzt jeder Charakter die gleichen grundlegenden Eigenschaften und differenziert sich nur durch ein oder zwei Spezialattacken. Die Probekämpfe bewältigte ich zudem stets mit der gleichen Taktik, obwohl mir hier auf jeden Fall die Langzeiterfahrung fehlt, um es besser einschätzen zu können. Mein erster Eindruck bleibt jedoch ernüchternd, da sich das Spiel abgesehen von seiner Lizenz nicht wirklich abheben konnte.

Saint Seiya: Brave Soldiers erscheint am 22. November exklusiv für die PS3.

Dragon Ball Z: Battle of Z

Mit Dragon Ball kenne ich mich da schon besser aus. Immerhin bestand ein Großteil der fünften Klasse aus meiner abendlichen Routine, die neueste Folge auf RTL 2 zu gucken. Selbst wenn diese nur aus zwanzig Minuten langen Schreien bestand, fand ich es jedes Mal großartig. Mit den Spielen wurde ich allerdings nie so richtig warm. Sie gefielen mir für ein paar Stunden, doch den starken Fokus auf das Aufladen meiner Kräfte empfand ich immer störend im ansonsten schnellen Spielfluss. In Dragon Ball Z: Battle of Z entwickelt sich das Kampfsystem in eine Richtung, die mir wesentlich besser liegt und die vor allem das Gefühl der Serie treffender rüberbringt.

Denn die Gefechte bestehen in der Z-Saga bis auf das abschließende Finale jedes Handlungsbogens immer aus mehreren Charakteren, die sich auf einen gemeinsamen Widersacher stürzen. Battle of Z nimmt sich dieser Gruppendynamik als Kernelement an und stellt Kämpfe in den Vordergrund, bei denen ihr mit drei weiteren Kollegen gegen einen oder mehrere Feinde antretet.

"Battle of Z nimmt sich dieser Gruppendynamik als Kernelement an."

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Nun gibt es auch ein paar Naruto-Kostüme.

Vor jedem Kapitel könnt ihr im Menü selbst eure Truppe zusammenstellen. Dabei war noch nicht wirklich klar, ob ihr nur Figuren auswählen könnt, die zu diesem Zeitpunkt in der Handlung eingeführt wurden. Zumindest hielten sich die gezeigten Missionen an die Vorgabe der Serie. So kämpfte ich als Son Goku zusammen mit Son Gohan, Piccolo und Krillin gegen Vegeta, der sich zum Ende in seine Affenform verwandelte. Sofort fiel mir die ziemlich bescheidene KI meiner Mitstreiter auf. Im fertigen Spiel dürft ihr euch online fähige Kumpanen suchen, doch diese Option stand mir nicht zur Verfügung. Die einzige Figur mit einer realistischen Intelligenz war Krillin, der im Spiel genauso nutzlos ist wie in der Serie. Ha!

Dennoch hatte ich keinerlei Probleme, Vegetas großen Primatenhintern zu vermöbeln. Als größter Feind stellte sich dabei die Kamera heraus. Verlässt euer Gegenüber das Sichtfeld, müsst ihr den Lock-On auflösen und sofort wieder reaktivieren. Ein eindeutiges Zeichen für ein japanisches Spiel, die solche Systeme schon seit Jahren in diversen Mech-Fightern integrieren. Es lässt sich damit leben, aber wirklich optimal ist es nicht.

Ansonsten gefiel mir das Gefühl, mich endlich in der Serie zu befinden. Denn das freie Fliegen über die Karte kommt erst so richtig zur Geltung, wenn andere Kämpfer der Z-Gruppe neben mir Energiebälle verschießen. Gleiches gilt für die Partnerangriffe. In einem Gefecht gegen Android 16, 17 sowie Cell schlägt beispielsweise Trunk einen von ihnen in die Luft. Nachdem ihr schnell genug auf die angezeigte Taste drückt, fliegt Son Goku zum Bösewicht und verpasst ihm einen weiteren Schlag. Wie gut das Ganze mit menschlichen Mitspielern funktioniert, bleibt noch abzuwarten. Ich glaube nicht an den perfekten BDZ-Prügler, doch hier könnte ein äußerst kompetentes Kampfspiel auf uns zu kommen.

Dragon Ball Z: Battle of Z erscheint am 24.01.2014 für PS3, PS Vita und Xbox 360.

JoJo's Bizarre Adventure: All-Star Battle

Eine 40/40 in der japanischen Famitsu. Mit dieser Auszeichnung brüstet sich JoJo's Bizarre Adventure: All-Star Battle, das in Japan gleich am ersten Tag über eine halbe Millionen Einheiten verkaufte. Das flößt einem natürlich etwas Respekt ein. Dementsprechend interessiert war ich vor meinem ersten Versuch. Obwohl ich mir nach nur knapp zwei Stunden gerade einmal den Ansatz einer fertigen Meinung bilden konnte, war ich äußerst angetan. Den Manga habe ich zwar nie gelesen, aber zumindest den Dreamcast-Ableger zuletzt in seiner HD-Version gespielt.

"Hält sich der Titel optisch stark an die Vorlage, orientiert man sich bei der Darstellung von Figuren sehr an Capcoms Klassiker."

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Dieser Angriff gehört noch zu den normalsten Attacken.

All-Star Battle fühlt sich wie eine Weiterentwicklung dessen an, nur injiziert mit einer ordentlichen Dosis Street Fighter IV. Das sollte schon beim ersten Blick auf einen der Screenshots auffallen. Hält sich der Titel optisch stark an die Vorlage, orientiert man sich bei der Darstellung von Figuren sehr an Capcoms Klassiker. Nur dass ihr hier auch Ausweichschritte zur Seite vollführen könnt, die als sinnvolle Erweiterung zum simplen Blocken beziehungsweise Kontern eingeführt wurden. Auf Tastendruck umschifft ihr so feindliche Attacken, was neue Möglichkeiten für Gegenangriffe eröffnet. Es fühlt sich wesentlich flüssiger an, als zum Beispiel in einem Tekken und geht direkt in euren nächsten Angriff über.

Der verrückte Humor der Vorlage findet sich auch in den teilweise äußerst bekloppten Attacken des Spiels wieder, wenn eure Figur durch einen Spezialangriff von einem Baufahrzeug erschlagen wird. Manche Charaktere starten sogar auf Pferden in einem Western-Szenario und können sich nur schleppend über den Boden bewegen, sollten sie von ihrem Reittier fallen. Es ist alles sehr surreal und man hörte den gesamten Tag ständig lautes Gelächter, sobald jemand eine neue wahnwitzige Attacke herausfand oder aus Versehen aktivierte.

Komplett verstehen konnte es in der kurzen Zeit niemand. Dafür ergeben sich aus den unterschiedlichen Figuren, Leisten sowie Zustandsveränderungen je nach Verteilung euer Lebensenergie zu viele Möglichkeiten. Ich kann nur sagen, dass ich mit JoJo von allen drei gezeigten Titeln den meisten Spaß hatte. Fans des Mangas dürfen sich außerdem noch über die Tatsache freuen, dass der Titel alle acht Handlungsbögen in seinem Karriere-Modus abhandelt. Dazu findet ihr im Menü noch einen Kampagnen-Modus, in dem ihr online zusammen mit anderen Spielern zusätzliche Inhalte freischaltet. Man erkennt leicht, wie viel Arbeit in dieses Projekt geflossen ist, um die beste JoJo-Erfahrung abzuliefern.

JoJo's Bizarre Adventure: All-Star Battle erscheint irgendwann 2014 für die PS3.

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Über den Autor:

Björn Balg

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Redakteur

Freier Autor und wahrscheinlich der letzte Mensch ohne einen Facebook-Account. Liebt Trash und verbringt zu viel Zeit mit dem Ansehen von Katzenvideos.

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