Das bewirkt der 1080p-Patch für die PS4-Version von Assassin's Creed 4

44 Prozent mehr Auflösung ohne Einbußen bei der Performance.

Da sich die Tools und System-Ressourcen der Next-Gen-Konsolen oftmals noch verändern können, bevor die finale Hardware fertig ist, läuft auch die Spieleentwicklung praktisch bis zur letzten Minute weiter - in manchen Fällen werden Optimierungen und Grafikverbesserungen sogar erst fertig, nachdem die Master Disc gepresst und vervielfältigt wurde. Das Resultat ist, dass einige Launch-Titel im Grunde erst durch die Veröffentlichung von Patches und Updates fertig werden, die dazu gedacht sind, verschiedene Bugs und Fehler zu beseitigen oder die Performance spürbar zu verbessern - wie wir es zuletzt bereits bei Call of Duty: Ghosts gesehen haben.

Kürzlich hatte Ubioft verraten, dass die PS4-Version von Assassin's Creed 4 kurz nach dem Release ein Update erhält, das die Rendering-Auflösung des Spiels von 900p auf 1080p erhöht und ebenso einige verbesserte Effekte und eine neue Anti-Aliasing-Technik enthält. All das wurde durch weitere Optimierungen möglich, die man nach der Fertigstellung des Spiels durchgeführt hat. Da der Patch in den USA nun erhältlich ist, was erwartet uns also? Ein deutlich spürbares Upgrade der Grafikqualität oder nur kleinere Verbesserungen gegenüber der ungepatchten Version?

Wir fangen an mit einem Direktvergleich in Form eines 1080p-Videos, in dem wir euch eine Reihe von Ausschnitten aus der ersten Stunde des Spiels zeigen. Auf den ersten Blick scheinen die Unterschiede zwischen hochskaliertem 900p und nativem 1080p recht subtil zu sein: Das Bild ist spürbar schärfer und etwas klarer, aber es ist nichts, was wir sofort als sensationelles Upgrade bezeichnen würden. Der ursprüngliche 900p-Framebuffer wird tatsächlich recht gut auf 1080p hochskaliert, ohne allzu viele unerwünschte Artefakte zu generieren. Und durch die Anti-Aliasing-Lösung in beiden Versionen erhält man ein gleichmäßiges Erscheinungsbild.

Schaut man jedoch genauer hin, werden die Unterschiede schon offensichtlicher. Wir sehen feinere Details, etwa einzelne Haarsträhnen auf den Köpfen der Charaktere, ebenso die Takelage bei Schiffen in großer Distanz.

"Die 1080p-Auflösung ist auf jeden Fall willkommen, aber in diesem Fall ist es auch beeindruckend, wie gut 1600x900 im Vergleich dazu aussehen."

Assassin's Creed 4 auf der PS4 vor und nach dem Patch in einer Reihe von Direktvergleichen. Wir empfehlen euch die 1080p-Auflösung für den bestmöglichen Vergleich.

Die Subpixel sind definierter, gleichermaßen sind die Texturen etwas klarer. Manchmal ist es trotz etwas mehr Unschärfe rund um die Kanten feinerer Objekte und weniger weicher aussehender Texturen schwierig, die ungepatchte Version und die Patch-Version voneinander zu unterschieden - bei Nahaufnahmen mit Charakteren nicht ganz so sehr. Vor allem diejenigen mit großen HDTVs sollten am meisten von dem Upgrade profitieren, Spielern mit kleineren Displays dürften die Verbesserungen nicht ganz so sehr auffallen.

Ubisofts neue Post-Process-Anti-Aliasing-Lösung wirkt sich auch eher subtil aus. Es gibt aber eine deutliche Verbesserung, nämlich weniger schimmerndes Blattwerk und feinere Details, obwohl auch diese Elemente nicht gegen gelegentliche Treppeneffekte in manchen Szenen immun sind.

Abseits der Auflösung und der neuen Anti-Aliasing-Technik gibt es nach Installation des Updates wenig Beweise für verbesserte Effekte, zumindest in der ersten Stunde des Spiels. Die Eröffnungssequenzen deuten an, dass es nun volumetrischen Rauch gibt, aber ansonsten sticht nichts wirklich hervor. Einige Elemente wie die Platzierungen von Rauch und Partikeleffekten werden - wie auch die Kollisions-Physik für das Wasser und Wellen - dynamisch geregelt, sie tauchen also je nach Situation an unterschiedlichen Stellen auf dem Bildschirm auf, anstatt wirklich gegenüber der Situation vor dem Patch verbessert zu werden.

Ohne PatchMit Patch
In diesem Screenshot sehen wir, wie Haare und feinere Details von der nativen 1080p-Auflösung profitieren.
Ohne PatchMit Patch
Natives 1080p sorgt für ein schärferes Bild und klarere Texturdetails, allerdings auch nicht in dem Ausmaß, das wir erwartet haben, obwohl es doch erkennbar ist. Wenn wir davon ausgehen, dass die Xbox One das Spiel tatsächlich in 900p rendert, ist es ein guter Kompromiss.
Ohne PatchMit Patch
Natives 1080p sorgt für ein schärferes Bild und klarere Texturdetails, allerdings auch nicht in dem Ausmaß, das wir erwartet haben, obwohl es doch erkennbar ist. Wenn wir davon ausgehen, dass die Xbox One das Spiel tatsächlich in 900p rendert, ist es ein guter Kompromiss.
Ohne PatchMit Patch
Natives 1080p sorgt für ein schärferes Bild und klarere Texturdetails, allerdings auch nicht in dem Ausmaß, das wir erwartet haben, obwohl es doch erkennbar ist. Wenn wir davon ausgehen, dass die Xbox One das Spiel tatsächlich in 900p rendert, ist es ein guter Kompromiss.

Beeindruckend ist, dass die erhöhte Auflösung und die leicht verbesserten Effekte ohne irgendwelche Performance-Einbußen daherkommen. Wir haben bislang lediglich die erste Stunde des Spiels getestet, konnten aber keine spürbaren Framerate-Einbrüche feststellen, was uns auch mehrere Aufnahmen bestätigten, die wir mit unseren Analyse-Tools unter die Lupe nahmen. Assassin's Creed 4 scheint in festen 30 FPS ohne irgendeine Form von Tearing oder Performance-Einbrüchen zu laufen - eine deutliche Verbesserung gegenüber den in hohem Maße schwankenden Framerates in den 360- und PS3-Versionen des Spiels.

Trotz der soliden Performance konnten wir beim Laufen durch Havanna noch immer ein paar holprige Übergänge bei den Animationen feststellen. Der Grund dafür scheint aber das doch schon recht altgediente Animationssystem des Spiels zu sein, das einzelne Motion-Capture-Aufnahmen nicht so gut zusammenfügt wie Naughty Dogs The Last of Us oder Uncharted 3. Die wirklich soliden 30 FPS sorgen aber für ein deutlich besseres Spielerlebnis als in den PS3- und 360-Versionen, bei denen sich Performance-Einbrüche ziemlich störend auswirken können, wenn man über Gebäude läuft, um ein Ziel zu verfolgen.

"In der ersten Stunde konnten wir überhaupt keine Unterschiede bei der Performance feststellen - auch in nativer Full-HD-Auflösung behält AC4 seine festen 30 FPS bei."

Es ist eine beeindruckende Leistung von Ubisoft auf der PS4. Anfängliche Performance-Tests zeigen solide 30 FPS ohne Tearing oder irgendwelche Framerate-Einbrüche. Das gilt sowohl für die ungepatchte 900p-Version wie auch für die 1080p-Auflösung nach dem Patch.

Die Tatsache, dass es keine Einbrüche der Framerate gibt, ist recht interessant. Man stellt sich die Frage, wie schnell das Spiel auf der PS4-Hardware wohl laufen würde, wenn die Framerate nicht auf 30 FPS begrenzt wäre? Leider ist das etwas, was wir wohl nie herausfinden werden. Die PC-Version scheint die einzige zu sein, die in High-Definition-Auflösungen 60 FPS bieten kann.

Alles in allem können wir auf Basis des bislang Gesehenen sagen, dass Ubisoft scheinbar wirklich gute Arbeit geleistet hat, um Assassin's Creed 4 auf der PS4 in einer stabilen Framerate ohne spürbare Probleme laufen zu lassen. Selbst die durch den Patch erhöhte Auflösung hat keinen Einfluss darauf. Natürlich deckt das hier nur die erste Stunde des Spiels ab, aber wir sind neugierig, ob das auch im restlichen Spiel der Fall sein wird.

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Über den Autor:

David Bierton

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