Sony entwickelt neue PS3-Hardware für PlayStation Now

Um die Latenz zu senken.

Für den Streaming-Service PlayStation Now entwickelt Sony neue PS3-Hardware. Quellen von Digital Foundry zufolge handelt es sich dabei effektiv um acht Konsolen-Einheiten, die in einem Servergehäuse stecken.

Mit dem Server-Design kann Sony Hardware-Veränderungen vornehmen, um zusätzliche Millisekunden aus der Hardware rauszuholen und so die Latenz beim Spielen zu reduzieren.

Allerdings kann man natürlich auch die vorhandene Hardware - die Cell-CPU und die RSX-GPU - nicht signifikant verändern, ansonsten bekäme man Probleme mit der Softwarekompatibilität.

Das alles ist nötig, weil die bisher bei PC-basierten Ansätzen wie OnLive und Gaikai verwendeten Verfahren für zu viel zusätzliches Lag sorgen würden. Bei Second-Gen-Cloud-Hardware wie GeForce Grid hat sich das bereits gebessert, aber da die meisten PS3-Spiele mit 30 FPS laufen und über eine Eingabelatenz zwischen 100 und 150 ms verfügen, musste dieser neue Ansatz her.

Gaikai war obendrein bislang eher ein Software-Team, aber nach der Übernahme durch Sony arbeitete man für die neuen PS3-Server eng mit den Kollegen aus der Technikabteilung zusammen, um die neue PS3-Hardware zu erschaffen, die diesen Streaming-Herausforderungen gewachsen ist. Die „Geheimzutat" des neuen Designs verrät man nicht einmal den Publishern, die an den geschlossenen Beta-Tests teilnehmen.

Verbesserungen wären etwa bei nicht-kritischen Bereichen der PS3-Chips möglich. Das Netzwerkinterface könnte durch eine schnellere Variante ersetzt werden, bei der Steuerung könnte man auf eine kabelgebundene Eingabe statt Bluetooth setzen, um die Latenz zu senken.

Mehr Einsparungen wären aber dadurch möglich, indem man den HDMI-Output der PS3 komplett umgeht. Das Scan-out-Verfahren, mit dem der aktuelle Framebuffer auf dem Bildschirm dargestellt wird, benötigt 16,67 ms. Der PS3-Cloud-Server könnte das alles stattdessen direkt mit einem Hardware-h.264-Video-Encoder verknüpfen, anstatt auf den HDMI-Output zu setzen.

Bisherige Berichte zu PlayStation Now schwanken von problemlosem Spielen bis hin zu spürbarem Eingabe-Lag, obwohl das Spiel dennoch spielbar bliebt. Bei Tests war der Server jedoch lokal - sogar im gleichen Raum - vorhanden, daher lief alles über ein lokales Netzwerk. Wie gut das alles also letztendlich über eine Internetverbindung funktioniert, bleibt abzuwarten.

Derzeit laufen interne Tests mit PlayStation Now, Ende Januar soll eine öffentliche Beta in den USA starten. Den Quellen von Digital Foundry zufolge ist der US-Start für das 3. Quartal 2014 vorgesehen, Japan und Korea sind für Ende 2014 eingeplant. In Europa ist wohl erst Anfang 2015 damit zu rechnen.

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Sonys Roadmap.

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Über den Autor:

Richard Leadbetter

Richard Leadbetter

Technology Editor, Digital Foundry

Rich has been a games journalist since the days of 16-bit and specialises in technical analysis. He's commonly known around Eurogamer as the Blacksmith of the Future.

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