Xbox-One-Patch für Call of Duty: Ghosts wirkt sich negativ auf die Performance aus

Die Framerate ist niedriger als zuvor.

In der letzten Woche veröffentlichte Infintiy Ward ein Update für Call of Duty: Ghosts, das das Spiel auf den kürzlich veröffentlichten Onslaught-DLC vorbereiten sollte, außerdem umfasste es diverse Bugfixes, neue Features und Balancing-Anpassungen für den Multiplayer-Modus. Das Ziel bestand darin, ein stabileres und faireres Online-Spielerlebnis zu bieten, das besser für Turnier-Spiele geeignet ist. Aber kurz nach der Veröffentlichung des Patches bemerkten Spieler deutliche Performance-Probleme in der Xbox-One-Version des Spiels. Das ging so weit, dass die Framerate Berichten zufolge sogar unter 20 FPS fiel.

Dem Feedback zufolge scheint insbesondere der Stonehaven-Level unter den Framerate-Problemen zu leiden, scheinbar verursachen hier Explosionen und Alpha-basierte Effekte diese Fluktuationen. Diese Berichte sind in gewisser Weise besorgniserregend, denn zuvor verzeichnete die Xbox-One-Version von Ghosts keine nennenswerten Framerate-Probleme außerhalb der Kampagne. Im Multiplayer waren es überwiegend konstante 60 FPS mit nur sehr wenigen kleinen Einbrüchen bei der Performance. Obwohl die Auflösung mit 720p nicht unbedingt beeindruckt, lieferte Ghosts auf der Xbox One doch in weiten Teilen das 60-FPS-Gameplay, das die Serie definiert.

Wenn man bedenkt, dass Berichte über Patches überwiegend auf der eigenen Wahrnehmung beruhen, entschieden wir uns dafür, nochmal ein paar eigene Multiplayer-Aufnahmen durch unsere Analyse-Tools zu jagen, um dem Problem auf den Grund zu gehen. Wir starteten den normalen Team-Deathmatch-Modus und nahmen erneut Gameplay auf einigen der wichtigsten Maps auf, die den Berichten zufolge durch das Update beeinflusst wurden. Außerdem nahmen wir Stormfront mit auf, ein Level, der ständig Alpha-Effekte in Form von Regen bietet.

Alpha-Effekte, das Zielen über Kimme und Korn und die Effekte von Scharfschützenvisieren scheinen nun einen deutlichen Einfluss auf die Performance von Call of Duty: Ghosts zu haben - und hier gab es keine Probleme, als wir das Spiel zuvor unter die Lupe genommen haben.

Zusätzliche Analyse:

"Die Stonehaven-Map hat definitiv am schlimmsten darunter zu leiden, aber auf allen Maps sehen wir im Vergleich zur Launch-Version niedrigere Framerates."

Werfen wir zuerst einen Blick auf Stonehaven. Hier fällt direkt auf, dass etwas nicht stimmt. Obwohl das Spiel definitiv auch 60 FPS in diesem Level erreicht, wird die Framerate schon drastisch reduziert, wenn man den gesamten Level im Blick hat. Die Framerate schwankt zwischen 46 und 60 FPS, während wir durch die Landschaft laufen. Sobald die Framerate unter die 60 FPS fällt, sehen wir auch etwas Tearing und daraus resultierend einige Ruckler, wodurch das Ganze eben spürbarer wird.

Das Zielen durch ein Scharfschützengewehr resultiert in signifikanten Einbrüchen bis in den mittleren 30er Bereich - das ist uns zuvor in keiner der Next-Gen-Versionen von Ghosts im Multiplayer passiert. Unter der fluktuierenden Framerate leidet auch die Reaktionsfähigkeit der Steuerung. Rein optisch gesehen haben die Ruckler natürlich auch Einfluss auf das flüssige Bild, das man eigentlich vom Call-of-Duty-Multiplayer gewöhnt ist.

Auf den Handvoll anderen Maps, die wir ausprobiert haben - sowohl Level aus dem Hauptspiel als auch aus dem Onslaught-DLC - sind die Performance-Einbrüche nicht so dramatisch. Sie tauchen vor allem in hektischeren Momenten eines Matches auf, wenn Explosionen und Alpha-Effekte auf dem Bildschirm zu sehen sind. Die Steuerung reagiert besser und wir haben nicht das Gefühl, dass das Gameplay so sehr kompromittiert wird wie auf Stonehaven - das Gameplay bleibt überwiegend geschmeidig, obwohl wir auch hier ein wenig das Gefühl haben, dass alles nicht so stabil läuft wie vor dem letzten Patch.

Ähnliche Performance-Probleme können wir auch im Onslaught-DLC feststellen, den ihr hier in der Analyse sehen. Es wirkt sich jedoch nicht so sehr aus wie im Stonehaven-Level.

Alles in allem wird klar, dass Ghosts im Multiplayer nicht gänzlich unspielbar ist, obwohl das Update die Stabilität des Spiels doch deutlich spürbar beeinflusst. Und natürlich ist es ziemlich enttäuschend, wenn ein Patch, der eigentlich dazu gedacht ist, das Spiel zu verbessern, in puncto Performance das genaue Gegenteil erreicht und das Gameplay negativ beeinflusst. Wir können nur hoffen, dass das korrigiert wird. Der Vollständigkeit halber haben wir natürlich auch die PS4-Version von Call of Duty: Ghosts online ausprobiert und konnten hier im Vergleich zur Launch-Version keine Veränderungen bei der Performance feststellen - nicht ganz so geschmeidig, wie es auf der Xbox One war, aber eben in deutlich höherer Auflösung.

Warum die Xbox-One-Version diese Probleme hat, bleibt aber weiterhin unklar. Wir haben Activision und Infinity Ward Anfang der Woche kontaktiert und hofften, mehr über die Ursachen erfahren zu können. Bis zur Veröffentlichung dieses Artikels haben wir jedoch keine Antwort erhalten.

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David Bierton

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