Project Spark: Von simplen Aufgaben bis hin zu kopfzerbrechenden Experimenten

Unsere Beta-Impressionen aus dem Spielebaukasten.

Wenn man ihnen nur die Möglichkeiten dazu gibt, können Spieler ziemlich kreativ sein. Die besten Beispiele dafür sind Titel wie Minecraft oder auch das PlayStation-exklusive LittleBigPlanet. Noch einen Schritt weiter gehen will Team Dakota nun mit Project Spark, das auf die Xbox One, die Xbox 360 und den PC kommt.

Hinter Project Spark steckt im Grunde das gleiche „Bauen und teilen"-Prinzip wie eben bei LittleBigPlanet, allerdings geht man hier noch weit mehr ins Detail und will so letzten Endes weit individuellere Kreationen ermöglichen.

Aller Anfang ist einfach

Ein umfangreicher Spielebaukasten mit zahlreichen detaillierten Optionen klingt erst einmal nach Kopfzerbrechen, aber tatsächlich sind die ersten Schritte, mit denen ich mich in den letzten Tagen in der Beta beschäftigte, gar nicht mal so schwer. Am Anfang braucht ihr nämlich erst einmal eine Spielwelt. Die könnt ihr einerseits selbst erstellen, indem ihr zum Beispiel eine ganz gewöhnliche Grasfläche auswählt und wie mit einem Pinsel über den Boden fahrt, um daraus dann eine entsprechende Graslandschaft zu machen. Geht simpel und in Echtzeit vonstatten - viel unkomplizierter könnte es gar nicht sein. Die „Pinselgröße" lässt sich dabei von ganz klein bis ganz groß anpassen, je nachdem, wie viel Fläche ihr haben wollt oder ob hier und da vielleicht ein paar kleinere Details oder andere Untergründe einstreuen möchtet, etwa mit mehr Blumen oder Felsen.

Ebenso einfach zieht ihr Flüsse durch den Boden, erstellt höhergelegene oder gar schwebende Flächen, fügt einen Wasserfall hinzu und so weiter und so fort. Es gibt darüber hinaus auch allgemeine Optionen, mit denen ihr etwa die Tageszeit festlegt, die Schattenlänge, die Position der Sonne, die Hintergrundmusik und, und, und. Kurz gesagt: Ihr könnt ein wenig Gott spielen und eine Welt nach euren Vorstellungen erschaffen - sofern ihr die entsprechenden Bauteile habt.

Da Project Spark kostenlos nutzbar sein wird, muss man natürlich irgendwie Geld verdienen. Und dabei kommt der Marktplatz ins Spiel, auf dem ihr beispielsweise ganze Content-Pakete oder auch einzelne Items dazukaufen könnt, um sie dann in euren Kreationen zu verwenden. Einerseits durch Credits, die man sich etwa durch erfüllte Herausforderungen in Project Spark verdient, aber andererseits auch durch Tokens, die mit echtem Geld gekauft werden. Wenn ihr dann später etwa kein saftig grünes Areal, sondern eine Wüstenregion erstellen möchtet, müsst ihr dafür ein paar Euro investieren.

Mächtig, aber komplex

Die Frage ist natürlich, ob sich das auch lohnt. Nun, erst einmal sollten wir festhalten, dass ihr euch logischerweise in Project Spark vertiefen und einarbeiten müsst, um am Ende wirklich überzeugende Kreationen beziehungsweise eigene Spiele zu entwerfen, die euch auch gänzlich zufriedenstellen. Das versteht sich von selbst und insbesondere der „Kode", mit dem ihr zum Beispiel bestimmt, was passiert, wenn ihr mit einem Objekt interagiert, Dialoge erstellt oder Zwischensequenzen auslöst, braucht seine Zeit, bis ihr ihn versteht und herausfindet, was ihr nun tatsächlich alles damit anstellen könnt. Er dient dazu, dass eure erstellte Welt nicht einfach nur weitestgehend statisch ist, sondern interaktiv wird. In welchem Ausmaß, legt ihr selbst fest.

Es gibt bereits jetzt in der Beta die eine oder andere obligatorische Tetris- oder Pinball-Variante, kleinere Adventures, in denen ihr mit kleineren Tierchen wie in einem Action-Adventure über Plattformen hüpft, Sidescroller, einen First-Person-Shooter-Prototypen und einiges mehr. Die Möglichkeiten sind vielfältig und deuten an, wozu man mit Project Spark in der Lage ist. Aber wie gesagt, das braucht entsprechend Zeit und Engagement.

"Nun, erst einmal sollten wir festhalten, dass ihr euch logischerweise in Project Spark vertiefen und einarbeiten müsst, um am Ende wirklich überzeugende Kreationen beziehungsweise eigene Spiele zu entwerfen."

Ihr könnt zwar auch auf den Crossroads-Modus zurückgreifen, in dem ihr eine Reihe von Parametern festlegt und dann vom Programm ein Spiel beziehungsweise einen Level zusammengestellt bekommt und es editieren könnt, aber letzten Endes entsteht der besondere Reiz daran verständlicherweise durch die eigenen Ideen, die ihr mit Project Spark eigenhändig verwirklicht. Und obwohl der Crossroads-Modus einen guten Ansatz darstellt und schnell spielbare Ergebnisse liefert, ist es doch nicht das, was Spark am Ende ausmachen wird.

Individuell

Die Stärke von Project Spark liegt auch in seiner Anpassbarkeit. Ihr könntet zum Beispiel einen Goblin nehmen und ihm dann irgendein Objekt - ob Haus oder Brunnen - in Miniaturform auf den Kopf setzen. Gebt ihm ein Schwert in die Hand, einen Bogen oder einen Schild. Gleichermaßen legt ihr fest, ob bestimmte Charaktere überhaupt angreif- oder verwundbar sind, macht aus ihnen Begleiter, die euch nach eurer Begegnung folgen und im Kampf unterstützen oder heilen. Ihr wollt einen drei Meter großen Goblin spielen und Menschen zertrampeln? Kein Problem. Oder umgekehrt: einen Menschen spielen, der es heroisch mit riesigen Goblins aufnimmt? Auch kein Ding.

Project Spark bietet euch sogar die Möglichkeit, den Kinect-Sensor zu verwenden, um beispielsweise Animationen für Spielcharaktere zu erstellen oder diese mit Sprachaufnahmen selbst zu vertonen. Eine nette Idee, auch wenn das Ganze nicht so hundertprozentig präzise ist, wie man sich das vielleicht wünscht. Animationen einzelner Finger waren etwa nicht möglich, aber mit genügend Zeit und Geduld lässt sich euren Werken so sicherlich noch mal ein zusätzliches Maß an Individualität verpassen.

Erfreulich ist zudem die Nachricht, dass ihr für Project Spark keine Xbox-Live-Goldmitgliedschaft benötigen werdet. Jeder kann es sich also runterladen und damit experimentieren, wenn es veröffentlicht wird.

Auch wenn ich dem Free-to-play-Modell ansonsten eigentlich eher skeptisch gegenüberstehe, halte ich es bei Project Spark doch für die vermutlich beste Option. Schon mit dem „Starterpaket" erhaltet ihr viele Möglichkeiten und alle grundlegenden Funktionen, um euch auf kreative Art und Weise auszutoben. Und wenn ihr dann letzten Endes mehr wollt, könnt ihr euch weitere Inhaltspakete dazukaufen und somit abwechslungsreichere Welten, Figuren und dergleichen erschaffen..

Ob meine Kreationen am Ende irgendwen verzücken würden? Ich wage es ehrlich gesagt zu bezweifeln, aber Hobby-Bastler bekommen hier wirklich vielfältige Möglichkeiten zur Verwirklichung ihrer Ideen, was einige vorhandene Projekte bereits im Ansatz andeuten. Man kann also auf jeden Fall gespannt sein, wozu manche Leute schlussendlich imstande sein werden, wenn sie sich nur genügend Zeit nehmen. Ich bin es jedenfalls.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News  |  f1r3storm

Seit 2006 bei Eurogamer.de und spielt hauptsächlich auf Konsolen. Mag Sci-Fi, Star Wars UND Star Trek. @f1r3storm auf Twitter.

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