Das erscheint neu auf PS Plus im Juni: Dragon's Crown, Trine 2, NBA 2k14…

… Lone Survivor: DC, Surge Deluxe, Pixeljunk Shooter Ultimate.

Sony hat bekanntlich seine PlayStation-Plus-Politik leicht überdacht und das Modell der Titel überarbeitet, die Abonnenten kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Die Früchte dessen ernten wir nun im Juni: Ab sofort wird es für jede der "großen Drei" zwei Titel geben. Für ein Gleichgewicht zwischen PS3, PS Vita und PS4 ist somit gesorgt. Und doch würde ich lügen, wenn ich behauptete, die Vita käme in diesem Monat nicht mit Abstand am besten weg. Eine Tatsache, die ich nicht mit offeneren Armen begrüßen könnte, denn dieses Gerät hat es verdient, bis zum Rand mit Spielen gefüttert zu werden.

Grund dafür ist natürlich Cross-Buy. Neben den beiden Spielen, die die Vita ohnehin bekommt, teilen sich sowohl der alte, schwarze Brotkasten als auch Sonys neues Flaggschiff je einen Titel mit dem Handheld. Schlechte Menschen, also diejenigen, bei denen es in Sachen Vita nie so richtig "Klick" gemacht hat, wird das nicht interessieren und eine vollumfängliche Rettung der Plattform sieht sicher anders aus. Aber es ist gut zu wissen, dass die bestehende Nutzerbasis weiter soliden bis sehr guten Nachschub bekommt. Im Umkehrschluss bedeutet das auch, dass die richtigen Sensationen auf den anderen beiden Systemen in diesem Monat ausbleiben. Das noch recht frische NBA 2K14 kommt dem Begriff noch am nächsten, wenn man denn eine PS3 besitzt.

Aber gehen wir doch mal ein bisschen ins Detail, beginnend mit der ältesten Plattform - die mit einem Stern markierten Titel sind per Cross-Buy auch auf der Vita spielbar:

PlayStation 3

NBA 2K14

Hier geht's zu unserem umfassenden Test von NBA 2K14.

1

Da haben wir auch schon das "Main Event" dieses PS-Plus-Monats - sofern ihr euch denn für Basketball interessiert. Mal ganz abgesehen vom Mikrotransaktionswahnsinn, der zumindest im Karrieremodus dringendst überarbeitet gehört - wetten, dass in diesem Jahr etwas passiert? -, darf man wohl konstatieren, dass es in Sachen Sportsimulationen kaum noch besser geht. Sicher: Die Sprünge wurden auf den alten Plattformen von Jahr zu Jahr kleiner, aber dafür kann Visual Concepts eher wenig. Das hier war immerhin schon von Beginn an das Spiel, das man einlegte, wenn man einem Verwandten ohne Videospielberührungspunkte zeigen wollte, worin man den Großteil seiner Freizeit versenkt.

Anno 2K14 gibt es einen LeBron-Modus für diejenigen, die mit der bisweilen befremdlichen Heldenverehrung der NBA-Stars etwas anfangen können, und erstmals Euroleague-Mannschaften. Die Crews kehren lobenswerterweise ebenfalls wieder zurück und überhaupt ist auf dem Platz selbst alles in bester Ordnung. So fließend und lebendig wird nirgends sonst Ball gespielt. Auch nicht im Fußball. Beinahe hoffe ich, NBA 2K wird Stammgast bei PlayStation Plus, beim nächsten Mal vielleicht sogar etwas früher. Dann dürften bei vielen auch die letzten Reste schlechtes Gewissen flöten gehen, dass man sich mal wieder ein Jahresupdate gekauft hat.

Lone Survivor: Directors Cut*

Was Björn vom alleinigen Überlebenden hielt, erfahrt ihr im Test.

Wirft man einen flüchtigen Blick auf Lone Survivor, könnte man fast meinen, eine 8- oder 16-Bit-Version - treffen wir uns in der Mitte und sagen 12 - von Silent Hill vor sich zu haben. Das ist sogar ziemlich nah an der Wahrheit, denn Designer Jasper Byrne hat bereits 2008 im Rahmen eines Wettbewerbs mit Soundless Mountain II ein Demake von Konamis Horrorperle veröffentlicht. Byrne zufolge ist Silent Hill 2 das Spiel, das das "menschliche Befinden" bisher am besten auf den Punkt gebracht hat. Ein Spiel mit großem Einfluss auf sein Werk. Und das merkt man mit jedem Pixel und jedem einzelnen, metallischen Dröhnen aus den Boxen.

"Selten erzeugte ein 2D-Spiel eine derart beklemmende Stimmung."

2

Selten erzeugte ein 2D-Spiel eine derart beklemmende Stimmung, wenn man sich die vier bis fünf Stunden bis zum Ende mit starrem Gesicht und zusammengebissenen Zähnen durch die Reste einer Welt schlägt, die von einer mysteriösen Krankheit dahingerafft wurde. Lone Survivor läuft strikt auf der X-Achse ab, ihr bewegt euch also nur von links nach rechts und umgekehrt. An bestimmten Stellen versteckt ihr euch jedoch in Vertiefungen im Hintergrund, um zum Beispiel eines der gesichtslosen Monster passieren zu lassen, ohne dass es euch bemerkt. Wie auch im großen Vorbild sollte der Kampf immer nur das letzte Mittel sein. Ein tolles Adventure, auch wenn ich es eher auf der Vita zu Hause sehe als auf der PlayStation 3. Der Pixel-Look steht dem kleinen Display besser als größeren TVs. Gut, dass das per Cross-Buy kein Problem ist.

PlayStation Vita

Dragon's Crown

Eine tiefergehende Analyse von Dragon's Crown lest ihr an dieser Stelle.

3

Es ist vielleicht das Spiel auf der PlayStation Vita, um das es den größten Wirbel gab. Vanillaware war drauf und dran, das technisch eindrucksvollste und zugleich schönste Spiel auf der Vita zu veröffentlichen, und dann hauten sie uns Genmelonenbrüste und Elefantenschenkel um die Ohren, die doch ein paar Zweifel am Frauenbild des Art-Directors aufkommen ließen. Die daraufhin entfachte Sexismusdebatte hat dem Spiel zumindest in Sachen Popularität nicht geschadet. Ich persönlich kann die bis zur Lächerlichkeit übertriebenen Maße der weiblichen - und auch männlichen - Spielfiguren leider nicht ernst nehmen, was der Welt von Dragon's Crown einiges ihres Charmes nimmt, der andernorts so unübersehbar vorhanden ist.

Wenn euch das wenig bis gar nicht stört, erhaltet ihr hier einen kurzen, aber temporeichen Brawler mit motivierenden Rollenspielelementen und Bossen, wie man sie selten sah. Während alle seit zwei Jahren von Ubisofts Ubiart-Engine schwärmen, muss man doch gestehen, dass Vanillaware 2D-Grafik in vergleichbar verschwenderischer Qualität schon seit einer ganzen Weile abliefert. Schon deshalb ist's einen Blick wert.

Surge Deluxe

Surge Deluxe hat nur ein Problem und das betrifft in der Form vermutlich nur mich persönlich: Ich bin hoffnungslos Threes auf dem iPad verfallen und liebe Lumines auf der Vita. Dazwischen gibt es für mich wenig Platz für ein weiteres Puzzlespiel. Surge ist trotzdem wirklich, wirklich gut und wenn man erst einmal in den Flow kommt, diverse Blöcke mit elektrischen Strömungen zu verbinden, und immer größere Multiplikatoren einfährt, stimmt auch der Suchtfaktor. Es hat definitiv seine Daseinsberechtigung, ist aber bei allem, was es richtig macht, auch nicht ganz so stilvoll oder selbsterklärend wie meine beiden Knobelplatzhirsche. Wie gesagt: Mein Problem. Liegen eure Präferenzen etwas anders, liefert Surge Deluxe gerade in Wartezimmern oder im Bus anregende Zerstreuung.

"Es hat definitiv seine Daseinsberechtigung, ist aber bei allem, was es richtig macht, auch nicht ganz so stilvoll oder selbsterklärend wie meine beiden Knobelplatzhirsche."

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PlayStation 4

Trine 2: The Complete Story

Unseren ursprünglichen Tests zu den beiden vorangegangenen Trine-Versionen entnehmt ihr ausführlichere Details zum Spielablauf.

Trine 2 ist so abgrundtief kitschig, dass es schon wieder auf der anderen Seite der Coolness-Skala rauskommt und das Prädikat "Hip" verdient. Tatsächlich ist es einer der aufrichtig schönsten Plattformer der letzten Jahre. Ernsthaft. Es ist geradezu lächerlich, wie gut das Spiel aussieht. Trotzdem ist es kein Blender. Vor allem der Koop-Einschlag und die fabelhafte Physik machen das Kämpfen, Springen, Rätsellösen zu einer überaus einladenden Angelegenheit für bis zu drei Spieler. Ein cleveres Spiel, dem vielleicht die Frische des direkten Vorgängers abgeht und das in Sachen Welt und Figuren bedauernswerterweise sehr an der Oberfläche bleibt. Trotzdem hat man mit wenig anderen Spielen vergleichbarer Machart flotteren, flexibleren und unverdünnteren Spaß als hier.

In der Complete Story kommen noch die DLCs Goblin Menace und der Extra-Level Dwarven Caverns hinzu, doch auch so würde es für Trine 2 von meiner Seite aus einen Download-Befehl geben! Es ist ja nicht so, dass man als PS4ler - oder überhaupt als Besitzer einer Next-Gen-Konsole - aktuell allzu große Auswahl hätte.

Pixeljunk Shooter Ultimate*

Den Abschluss bildet die einzige Premiere dieses PS-Plus-Monats, auch wenn es nur eine halbe ist. Hundertprozentig neu ist das hier nämlich nicht. Auf PS4 und Vita dennoch frisch genug, denn Q-Games schweißt die beiden Klassiker aus der PixelJunk-Shooter-Reihe zu einem neuen Spiel mit über 150 Leveln zusammen. Ein Twin-Stick-Shooter mit hohem Spieltriebfaktor - dank physikalisch authentischer Flüssigkeitssimulation und netten Erkundungsansatzes. Obendrein sieht es spitzenmäßig aus, auch gut drei Jahre, nachdem der letzte Teil erschien. Die PS4 möge es mir nicht übel nehmen, aber auch diesen Cross-Buy-Titel werde ich vornehmlich auf der Vita genießen. Trotzdem sei erwähnt, dass sich beide Plattformen auch battlen dürfen - ein Feature, das es ruhig häufiger geben dürfte.

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

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Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel. test

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