Rust-Entwickler kündigt weiteres Projekt an - und verärgert damit die Fans

"Sollte HBO nur an einer Fernsehserie arbeiten?"

Die Entwickler von Rust, Facepunch-Studios, geraten in die Kritik: Vor einigen Tagen kündigten sie einen Prototypen für ein neues Spiel an. Bei Rift-Light handelt es sich um einen Arcade-Shooter im All mit Rollenspielelementen. Vielen Usern von Rust schmeckt nun nicht, dass der Survival-Titel noch immer Early Access, also noch lange nicht fertig ist, Facepunch aber scheinbar schon am nächsten Titel arbeitet.

Garry Newman (unter anderem auch Garry's Mod), Boss von Facepunch, äußerte sich dazu nun in einem Blogeintrag, in dem er auch einige der aufgebrachten Reaktionen der Spieler teilte.

Tenor der User, wenngleich oft in harscherem Umgangston: "Wieso startet ihr ein neues Spiel, wenn das alte noch nicht fertig ist?"

riftlight
Rift-Light.

Newman hat einige interessante Antworten darauf parat: Tatsächlich hat Facepunch sogar noch drei weitere Prototypen in Arbeit.

"Sind wir verrückt? Machen wir es falsch?" fragt Newman. "Sollte jeder in der Firma an derselben Sache arbeiten? Sollte HBO immer nur eine Fernsehserie machen? Sollte Warner Bros. jederzeit nur einen Film in Arbeit haben?"

"Im Moment ist unsere Strategie, talentierte Leute einzustellen, um die Spiele zu machen, die sie selbst spielen wollen. Wir bitten euch nicht darum, das zu finanzieren. Wir machen keinen Kickstart und betteln um Geld - wir finanzieren das."

Die Finanzierung geschehe mit den Erträgen aus Spieleverkäufen.

"Wir geben Geld von Rust und Garry's Mod aus, um das zu tun. Zu sagen, wir sollten das Geld nur in diese Spiele reinvestieren, ist, als würde man Apple sagen, sie könnten das Geld, vom iPhone und den Macs nicht für die Entwicklung des iPad nutzen."

"Bedenkt, dass die Gelder von Garry's Mod auch in die Entwicklung von Rust flossen - und das hat sich doch als ziemlich gut herausgestellt, oder? Oder hätten Helk und Pat die ganze Zeit an Garry's Mod arbeiten sollen?

"Für ein, zwei Jahre haben wir Rust selbst finanziert, bevor es schließlich wurde, was es nun ist", so Newman. "Ihr habt einen verfrühten Zugang dazu gekauft. Wenn ihr eine Pizza kauft, finanziert ihr nicht Domino's [eine bekannte Kette in den USA - d. Red.], ihr kauft einfach nur eine Pizza."

In den Kommentaren unter dem Blogeintrag beziffert Newman die Rust-Mittel, die in Rift-Light und die anderen Prototypen flossen, mit 0,04 Prozent der Erträge. Insgesamt komme Facepunch auf 25 Mitarbeiter, von denen fünf mit den Prototypen betraut seien. Niemand sei von Rust abgezogen worden, um diese zu verwirklichen.

"Ich bin der Überzeugung, eine gute Firma entwickelt kontinuierlich und an je mehr Dingen wir arbeiten, umso besser. Ich finde, diese Strategie funktioniert für uns bislang.”

"Es stimmt, dass die Verkaufszahlen von Rust wahnsinnig sind und wir haben die Entwicklung in angemessenem Umfang angepasst. Man muss nur die experimentelle Version mit der vergleichen, die jetzt live ist, um das zu sehen."

Man könne sich in Zukunft darauf einstellen, dass dies so weitergeht, verspricht Newman doch "sehr regelmäßige" Updates. Newman verweist zudem auf die freitäglichen Einträge auf dem Entwicklerblog.

"Ich schätze, viele größere und auch kleinere Entwickler als wir arbeiten an diversen Prototypen, aber sie zeigen sie euch nicht", so Newman in den abschließenden Sätzen des Posts. "Das einzige, was unsere Situation in irgendeiner Weise bemerkenswert macht, ist, dass wir bereit sind, über unseren Ansatz zu sprechen und euch unsere Experimente zu zeigen."

Was meint ihr: Eine nachvollziehbare Reaktion der Fans in Zeiten, in denen die Grenze zwischen Crowdfunding und Early Access immer weiter zu verschwimmen scheint? Oder verwöhntes Gequängel aufgebrachter Kinder?

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur  |  derbohn

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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