gamescom angespielt: Alien: Isolation

Im Microsoft-Spielezimmer hört dich keiner schreien.

Meistens sind viel zu viele von ihnen da. Manchmal reicht schon einer, um alles zu ruinieren. Gerade die Japaner sind darin oft ganz groß. Ich erinnere mich an eine der ersten Wii-U-Sessions, bei denen ich kein Pad in die Hand nehmen konnte, ohne dass mir eine ebenso hübsche wie freundliche und nervige PR-Dame von Nintendo auf dem Touchpad herumwuselte, um Features zu zeigen, die mich in dem Moment herzlich wenig interessierten, die ich in der Session nicht brauchte, die ich später in dem Spiel nie wahrnahm, nie vermisste und die scheinbar nur dazu da waren. mein Verhältnis zu dem Spiel mittels freundlicher PR-Proxys zu stören.

Dieses eine Mal jedoch hätte ich gerne einen PRler neben mir gehabt. Einen, der mir sagt, was wie geht, warum ich manches nicht machen sollte und warum dieses Spiel mich in eine kurze Krise stürzte. Sehr relativ natürlich, gleich danach konnte ich ja weiterziehen und Forza spielen, um meine Nerven zu beruhigen. Aber zurück zu Alien: Isolation.

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Es wurde ein Level im sogenannten Challenge-Modus gezeigt. Das sind wohl kleine Missionen, bei denen man nur Überleben und ein paar Aufgaben erfüllen soll. Das reimte ich mir dann nach und nach zusammen. Erst einmal lief es sehr genau so ab:

1. Versuch: Okay, ich bin in einem Raum und schau mich mal um. Nette Texturen, schöne Schatteneffekte, schon hübsch hier. Was mache ich denn jetzt. Oh, da ist ein Alien, wie schieße ich? Oh, ich bin tot.

2. Netter Raum, hatte ich bereits, wie schieße ich? Gar nicht. Fein, macht Sinn. Oh, da ist ein Flammenwerfer. Oder Schweißgerät. Was mit Flammen halt. Und ein wenig anderer Krams. Alles her damit, vielleicht kann ich es ja später verkaufen. Oh, das Alien ist da, Flammenwerfer raus und... okay, ich bin tot.

3. Alles einsammeln, ein wenig Zeugs, um offensichtlich das Alien später abzulenken - dieses Alien sieht absolut genial aus, die Animationen sind ein Traum, so habt ihr das Viech noch nie außerhalb des Kinos gesehen - und erst mal im Schrank verstecken, vielleicht sieht es mich ja nicht und geht weg. Okay, da ist es, es guckt, es geht weg... FUCK, es ist zurück, ich bin tot.

4. Alles nochmal, zurück in den Schrank und diesmal die Luft per Tastendruck angehalten. Das geht nämlich und... HA! Das Vieh wandert weg. Super, raus aus dem Schrank, alles eingesammelt habe ich bereits, also raus aus dem Raum und... Argh! Da lauert es schon wieder, ich hätte mich wohl hinter den Kisten verstecken sollen, aber da war ich schon tot.

Solltet ihr jetzt denken, ich würde Alien: Isolation hassen, weil es mich ständig umbrachte... Weit gefehlt! Jetzt habe ich das erste Mal Interesse an dem Spiel! Das ist zumindest in diesem Modus - zu anderen Dingen wird euch Alex im Laufe der Messe mehr erzählen - das brutalste und konsequenteste Survival-Erlebnis, das ich seit langem hatte. Sicher, viele Versuche und Fehler, aber wenn man erst mal die generellen Mechaniken besser im Blut hat als das bei meinem Kaltstart der Fall war, dann geht da richtig was. Das Spiel, mit der Grafik, mit dem Sound, allein im Dunkeln - im Gegensatz zu einer überfüllten, quirligen Halle -, das reizt mich jetzt richtig. Ich verzeihe Alien: Isolation gerne, dass es mich ein paar Mal zurück zum Start schickte und vielleicht war es auch ein Segen, dass keiner dabei stand und mir alles erklärte. Ripley hat auch keiner was erklärt. Sie war offensichtlich nur sehr viel besser beim Alien-Survival als ich.

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Martin Woger

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