Mionix Naos 8200 Gaming Maus - Test

Gutes Schwedendesign lässt sich gern teuer bezahlen.

Design aus Schweden, gefertigt zu einem guten Teil in deutlich günstigeren Ländern, was die Herstellung angeht? Das ist jetzt doch Ikea, oder? Ja, auch, aber der noch recht junge Gaming-Hardware-Bastler Mionix setzt auf ein ähnliches Modell. Nur, dass man sich nicht den mittlerweile eher vermeintlichen Billiganbieter Ikea zum Vorbild nahm, sondern einen der Schwedenholzfertiger, die auf jedes kleine Detail bei schlichter Eleganz achten und dann auch einen entsprechenden Preis abrufen.

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Die Ablage für den kleinen Finger ist ungewöhlich.

Den Linkshänder lässt das erst einmal unberührt, die Mionix Naos 8200 ist eine ergonomische Rechtshändermaus. Aber auch Rechtshänder wundern sich in der ersten Sekunde. Wo sonst oft der kleine Finger ein wenig in der Luft hängt, gibt es hier ein paar Millimeter Ablagefläche. Aus dieser entsteht jetzt nicht gerade ein neues Griffgefühl, aber es trägt dazu bei, dass die Naos sich schon beim ersten Anfassen sehr natürlich greift. Dabei werden vor allem Handableger profitieren, jeder Bereich der Handinnenfläche kommt genau da zu liegen, wo er soll. Keine störenden Buckel, keine großen Hohlräume. Fingerspitzentipper und -greifer kriegen das nicht ganz so mit, im Gegenteil sogar. Dadurch, dass der Druckpunkt nun auf dem kleinen Finger liegt, hängt der Ringfinger ein wenig in der Luft und hat nicht so viel zu tun. Ist ungewohnt und ein Vorteil für diese Handhaltung nicht erkennbar. Kaum eine Maus kann es allen recht machen, die Naos bezieht da ganz klar die Seite aller, die gerne die Handflüche auf der Maus ablegen.

Deren Hände sollten sich dann aber durchaus wohlfühlen. Die Oberfläche ist mehrfach beschichtet und fühlt sich durch die Art der Gummierung des Materials fast warm am. Man sollte jedoch nicht zu grob mit der Naos umgehen. Kleinste Kratzer lassen sich noch wegrubbeln, aber eine ungeschickte Fingernagelschramme kann schon etwas dauerhafter sein. Passiert nicht so schnell, aber seid mit ihr etwas zarter als mit anderen Mäusen, wenn sie lange hübsch aussehen soll. Die generelle Verarbeitung macht jedoch einen sehr guten Eindruck. Da sitzt und passt jede Naht, es wackelt nichts und sogar das Mausrad, eine Achillesferse bei ein paar Gaming-Mäusen, fühlt sich robust genug an und überstand auch gröbere Behandlungen ohne Murren.

"Die Leistungswerte sind das, was man heute in der 90- bis 100-Euro-Preisklasse erwartet"

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Farblich ist das Licht dezent und angenehm, hat aber wenig mit den in der Software angezeigten Farben zu tun.

Besondere Tasten findet ihr keine. Zwei große, zwei kleine auf dem Daumen, hinter dem Rad zwei und das Rad selbst ist natürlich auch eine. Bei den Switches machte man sich die Mühe, für einen einheitlichen Druckpunkt zu sorgen, indem man die gleichen Schalter für alle Tasten verwendete. Es ist ein relativ harter, nicht aus Versehen zu bedienender Andruck, der seine Ausführung so auf allen Tasten mit einem deutlich vernehmbaren Mikroschalterklacken quittiert. Geleuchtet wird auch, und das in etwas eigenwilligen Pastellfarben, die nur bedingt der Farbe ähneln, die ihr in der Software auswählt. Macht nichts, es sieht ungewöhnlich aus und die dreistufige DPI-Anzeige vor links ist praktisch.

Die Leistungswerte sind das, was man heute in der 90- bis 100-Euro-Preisklasse erwartet - was ja auch der Preis der Naos 8200 ist. 8200 DPI, regulierbar nach Gusto und frei definierbar in Schritten in persönlichen Profilen. 30g-Beschleunigung, eine Millisekunde Verzögerung, der Laser kann, was er muss, um in der Oberliga der Spielemäuse mitzuhalten. Auch die Software, die die Oberflächenstruktur analysiert und den Sensor entsprechend eures Pads - oder worauf immer ihr spielt - anpasst, wurde nicht vergessen. Makros gibt es natürlich auch, die sich in der recht aufgeräumten und funktionalen Software sauber definieren lassen. Was jedoch fehlt, ist die Möglichkeit, diese Makros und Profile automatisch an Software, sprich Spiele, zu koppeln. Ihr müsst vor dem Start eines Spiels manuell umstellen, was nicht mehr ganz zeitgemäß ist.

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In der Bewegung gleitet die Naos 8200 auf vier relativ großen Füßen leichtgängig vor sich hin und ihr Gewicht liegt mit 100 Gramm - ohne Kabel, nicht justierbar - im sehr angenehmen Rahmen. Das Kabel ist mit zwei Metern überdurchschnittlich lang und textilumwickelt, hier gibt es nichts zu meckern. In der Bewegung musste ich mich eigentlich nur an eine Sache gewöhnen, und das gilt für die eigentlich von der Maus angesprochenen Handaufleger sogar besonders. Die Hand ruht auf der Maus und durch die Form müsst ihr beim Zurücksetzen etwas mehr zupacken, da die rechte Seite der Maus die Finger zwar entspannt ruhen lässt, aber auch abgleiten, wenn ihr nicht richtig greift.

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Die Software läuft stabil und präsentiert aufgeräumt das, was sie kann. Was das Übliche ist.

Die Mionix Naos 8200 gibt sich alle Mühe, die Elegante in einem Meer an Hochleistungs-Spielemäusen zu sein, und sie ist dabei mit ihren dezenten Farben und ihrer schlichten, hochwertigen Verarbeitung nicht erfolglos. Die Leistungsdaten sind nicht bewegend. Sowohl die Maus mit ihrem Laser als auch die Software bieten dabei kaum mehr, als in dieser Liga, sprich Preisklasse, typisch ist, seien es Makros, Lichtspiele oder 8200dpi und justierbarer Bodensensor. All das funktioniert tadellos, auch die scheinbar vorhandenen Startmacken der Software scheinen inzwischen ausgebügelt. Es ist vielleicht wirklich eine Maus, die ihr in die Hand nehmen müsst. Viele lieben das komfortable Gefühl beim Greifen der Naos und ich will ihnen nicht widersprechen. Nur so ganz anschließen will ich mich dabei auch nicht. Und ehrlich gesagt, wie auch bei guten schwedischen Möbeln... Ja, es ist nicht Ikea, es ist gut verarbeitet und es sieht ganz nett aus. Aber den Preis ist es mir nicht wert.

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Über den Autor:

Martin Woger

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Chefredakteur  |  martinwoger

Chefredakteur seit 2011, Gamer seit 1984, Mensch seit 1975, mag PC-Engines und alles sonst, was nicht FIFA oder RTS heißt.

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