Digital Foundry - Performance-Analyse: Der Mehrspielermodus von Call of Duty: Advanced Warfare

Xbox One mit festen 1360x1080, PS4 mit 1080p - aber wie ist die Bildrate?

Nachdem die PS4-Version an bestimmten Punkten der Solo-Kampagne damit zu kämpfen hatte, stabile 60 FPS zu halten und auf der Xbox One die Auflösung dynamisch herauf- und heruntergeschraubt wird, ist die Frage berechtigt, ob die Performance des Einzelspielermodus Einfluss auf auf den Mehrspielerpart hat?

Wir können direkt bestätigen, dass die Xbox-One-Version sich in den weniger anspruchsvollen Szenen der Kampagne zwar auf 1920x1080 steigert, im Mehrspieler aber durchweg an den 1360x1080 Bildpunkten festhält. Dies ergab eine Untersuchung von Screenshots von allen 13 Maps. Selbst auf leeren, kleinen und nicht so aufwendigen Maps verzichtet die Xbox One darauf, ihren native Framebuffer dynamisch an die Belastung der Hardware anzupassen. Die PS4 bleibt durchweg bei 1080p, ganz wie in der Kampagne.

Indem wir an Spawnpunkten identische bilder vom Spiel machen, ist der Unterschied bei der Auflösung klar zu erkennen. Ein reduzierter Framebuffer auf der Microsoft-Hardware sorgt dafür, dass Laub- und Blattelemente - Gräser, Bäume und so weiter - aggressiv gefiltert und hochskaliert aussehen, während das Erscheinungsbild im Rahmen unseres Tests auf der PS4 scharf und perfekt definiert blieb.

Die Texturqualität ist unterdessen identisch zwischen PS4 und Xbox One. Das gilt auch für die Alpha-Auflösung bei den Explosionen der Semtex-Granaten und sogar bei Objekt-LODs. Aber während die Ränder jeder Karte deutlich erkennbar sind, leidet die optische Klarheit auf der Microsoft-Plattform ab einer gewissen Distanz deutlich. Der geringere Grad an Motion Blur und Depth of Field - um das Bild auf beiden Plattformen sauberer zu halten - macht die gröbere 1360x1080-Präsentation noch deutlicher. Es ist unwahrscheinlich, dass sich das aufs Gameplay auswirkt, ist aber definitiv ein Nachteil, wenn man es mit der PS4 vergleicht. Es ist ein interessanter Kontrast zur Kampagne, wo starkes Post-Processing das Defizit bei der Auflösung verschleiert.

PlayStation 4Xbox One
Semtex-Granaten zu zünden, erzeugt einige leichte Physikeffekte an Objekten. Das resultierende Alpha ist auf PS4 und Xbox One in der Qualität identisch.
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Die Innenbereiche der Ascend-Map setzen stark auf Reflexionen und spiegeln auf beeindruckende Weise alle Specular Highlights und Partikeleffekte. Hier nehmen sich beide Plattformen nichts.
PlayStation 4Xbox One
Beide Plattformen weisen schraffierte Schatten auf Spielern und Umgebung auf. In dunklen Bereichen gibt es auf der Xbox One leider Artefaktbildung, selbst wenn beide Plattformen auf der selben Helligkeitseinstellung stehen.
PlayStation 4Xbox One
Während die Texturqualität auf beiden Konsolen im Mehrspielermodus (und größtenteils auch der Kampagne) gleich ist, sorgt die niedrigere 1360x1080-Auflösung der Xbox One für verschwommene entfernte Elemente und verwascheneres Blattwerk.
PlayStation 4Xbox One
Egal ob 1vs1 oder große 18-Spieler Ground-Wars, die Auflösung der Xbox One verbleibt bei 1360x1080. Das Texturfilterung auf langen Straßen etwa ist auf beiden Plattformen recht schwach. Ein Bereich, in dem die PC-Version punktet.
PlayStation 4Xbox One
Die Draw Distance von Objekten ist auf beiden Konsolen gleich.
PlayStation 4Xbox One
Zu guter Letzt wurde die Beleuchtung für Sledgehammer Games' Engine überarbeitet. Auch im Online-Part schlägt sie sich gut.

Es ist eindeutig, dass die heruntergeschraubte Auflösung der Xbox One wichtig war, um die stabilen 60 FPS zu erreichen, für die Call of Duty bekannt ist. Als die Pixelzahlen feststanden, widmeten wir uns der Analyse der Performance auf beiden Konsolen. Für diesen Test wählten wir den Modus Ground War, bei dem 18 Spieler gegeneinander antreten. Die Resultate sind interessant.

Auf der Xbox One ging die Bildrate zu Beginn des Instinct-Map-Tests auf 56 FPS runter, genau zu dem Zeitpunkt, als Shader-Effekte den Bildschirm stören. Dazu kommen ein paar zerteilte Frames, wobei jedes Mal die oberen 33 Prozent des Screens Tearing aufwiesen. Dennoch sehen wir nur selten, dass die Bildrate unterhalb von 60 Bildern fällt. Das V-Sync ist nur mit wenigen Ausnahmen immer intakt. Ein paar verpasste Frames erspähen wir ebenfalls, während wir durch Instinct jagten. Auf Detroit und Defender gibt es aber keine Probleme.

Da die PS4 mit vollen 1080p arbeitet, hatten wir erwartet, dass der Mehrspieler deutlich robuster laufen würde als die 50 bis 60 FPS aus der Kampagne - und das ist auch durchaus der Fall. Ein Sturz in den niedrigen 50er Bereich ist das Schlimmste, was uns unterkam, diesmal im Detroit-Level. Dies war einer von zwei vergleichbaren Einbrüchen während der vielen Stunden, in denen wir Testmaterial aufzeichneten. Beide ereigneten sich jedoch bei Kill-Cam-Wiederholungen und nicht aus dem laufenden Spiel heraus.

Der Xbox-One-Multiplayer im Test in drei verschiedenen Levels - Instinct, Detroit und Defender. Das Spiel ist besser optimiert und hält sich strenger an die angepeilten 60 FPS als Call of Duty: Ghosts. Wollt ihr das Video in 60 FPS sehen, nutzt Google Chrome und wählt als Auflösung 720p oder 1080p.

Das typische Run-and-gun im Multiplayer ist auf der PS4 in Sachen Performance aber vergleichbar mit dem der Xbox One. Einzelne Frames überspringt auch diese Version, während wir uns schnell durch die Level bewegen. Allgemein hält Sonys Plattform die 60 FPS aber fast perfekt. Es performt weitaus besser als die Kampagne - auch das V-Sync leistet sich keine Aussetzer.

All dies macht diesen Vergleich recht einfach. Wenn ihr kompetitiven Multiplayer liebt, seid ihr mit Advanced Warfare auf beiden Plattformen gut bedient - beide liefern Gameplay mit meist stabilen 60 FPS, die nur gelegentlich leicht absackt. Im Fall der Xbox One liegt das an einem Shader Effekt und auf der PS4 an Alpha-Buffern, die sich während Kill-Cams überschneiden. In beiden Fällen ist das Gameplay davon unberührt und beide Geräte liefern ein nahezu identisches Spielgefühl. Der einzige Nachteil der Xbox One ist die niedrigere Auflösung von 1360x1080, die im Gegeneinander noch deutlicher zu erkennen ist als in der Kampagne. Die PS4 liefert ein deutlich saubereres Spiel.

Im Stresstest über drei Level hinweg zeigt sich der PS4-Multiplayer deutlich besser optimiert als die Kampagne. Hier sind 60 FPS die Regel und die Performance macht nur gelegentlich einen kleinen Knicks.

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Über den Autor:

Thomas Morgan

Thomas Morgan

Senior Staff Writer, Digital Foundry

32-bit era nostalgic and gadget enthusiast Tom has been writing for Eurogamer and Digital Foundry since 2011. His favourite games include Gitaroo Man, F-Zero GX and StarCraft 2.

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