Corsair M65 RGB Gaming-Maus - Test

Kleine Liebe auf den zweiten Blick.

Weihnachten ist doch eine gute Zeit, um entweder sich selbst mal was Neues zu gönnen - und sei es nur von den großzügigen Gaben einfallsloser Verwandtschaft, die Geld verschenkten - oder es einfach auf die eigene Wunschliste zu setzen und diese dann gut sichtbar an einem strategisch günstigen Ort zu platzieren. Ein paar Hardwaretests kommen also und den Einstieg machen eine Maus und Tastatur von Corsair, einer Firma, die bei mir im Hinterkopf eigentlich für Speicherriegel und preiswerte - wenn auch recht hochwertige - und bunte Lüfter zuständig war. Was wissen die also schon von so feinfühliger Peripherie?

Nun, eine Menge, wie es aussieht. Mal abgesehen davon, dass der Corsair-Katalog eine Menge an in- und externer Peripherie bietet, gehört die Corsair M65 Gaming-Maus zu meinen Favoriten dieses Jahres - und ich hatte den einen oder andere Nager unter den Fingern. Dabei war das alles andere als Liebe auf den ersten Blick. Das Design hat was, zumal man sogar die Wahl zwischen eher konservativem Schwarz und nicht so richtig hippem Weiß hat. Der leicht aufgeplatzte Look, unter dem hinten die Alu-Rippen hervorleuchten, hat was, die Gummierung ist sehr angenehm und die Verarbeitung wirkt hochwertig und stabil. Selbst nach einem geplanten Absturz auf eine harte Oberfläche saßen noch alle Teile, nichts wackelte, die Drei eingeschraubten Gewichte unten waren noch an ihrem Platz, alles Bestens.

Womit ich mich nicht gleich anfreunden konnte, das war die Lage der Tasten auf der linken Seite. Auf den Bildern seht ihr dort sehr prominent eine rote Fadenkreuz-Taste, die beiden sonst dort befindlichen Tasten liegen fast schamvoll versteckt darüber, fast als hätte die Kante dort einen Sprung abbekommen. Was den Tastendruck angeht, gibt es bei keiner der Tasten etwas auszusetzen. Die beiden Großen erfordern relativ viel Druck, sodass die Finger ohne Probleme auch darauf ruhen. Aus Versehen zu klicken, sollte mit dieser Maus kaum vorkommen, dennoch würde ich sie nicht als schwergängig bezeichnen. Das Mausrad passt sich dem an, es ist eine Maus, der ihr ganz klar sagt, was sie tun soll, dann wird sie es präzise Umsetzen. Da zieht der 8200 DPI-Laser natürlich mit, heutzutage ja ein normaler Mittelwert, was das Tempo bei Spielemäusen angeht.

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Dem Kürzel RGB gemäß könnt ihr die Leuchte-Farben einstellen, wie ihr möchtet.

Kommen wir zurück zu den Seiten der Maus. Während Ring- und kleiner Finger an der rechten Seite dieser Rechtshändermaus gut auf der aufgerauten Oberfläche aufgehoben sind, wusste mein Daumen erst mal nicht so recht, was er von der großen roten Taste halten sollte. Erstaunlicherweise dauerte die Anpassung keine zwei Tage. Auf ihren vier fast widerstandsfreien Füßen rutscht die M65 so leicht, dass der Daumen ganz locker auf der Kante der beiden Seitentasten ruhen kann, deren ausreichend hoher Druckpunkt sorgt dafür, dass es nie zu einer Fehleingabe kam. Und was das Fadenkreuz darunter angeht, nun, das möchte ich in Shootern nicht mehr missen.

Gut, normalerweise ist es bei guten Spielemäusen zumeist möglich und auch mehr oder weniger einfach einzurichten, aber es auf einer so großen Taste zu haben, ist schon nett. Der Sinn ist, dass ihr auf dieser Taste die DPI-Zahl so lange ihr sie gedrückt haltet reduziert und so präziser zielen könnt. Klappt wunderbar, vor allem Far Fry, bei dem ich eine einzelne Einstellung je nach Situation immer entweder als zu langsam oder zu schnell empfinde, hatte ich so deutlich mehr Spaß am Spiel. Aber natürlich gilt das auch für jeden anderen Shooter und habt ihr euch einmal daran gewöhnt, wollt ihr es nicht mehr missen. Dazu kommen dann noch die beiden Tasten zum Durchschalten der Profile unterhalb des Mausrads - der leuchtende Punkt dazwischen ist keine Taste - und ihr solltet für jede Lage das richtige Tempo parat haben.

Natürlich lässt sich die Taste aber wie alle anderen an der M65 frei konfigurieren. Und mit "frei" meine ich auch "frei". Diese Software nennt sich nicht ohne Grund geschäftig eine "Utility Engine". Dass das Handbuch zu dieser mit mal eben fast 140 Seiten daherkommt, ist ein weiteres Zeichen, dass Corsair es ernst meint. Und ja, hier könnt ihr alles konfigurieren, mit endlosen Makros ausstatten, und in zahllosen Profilen sogar getrennt nach Beleuchtung und Funktionalität ablegen, in der Maus speichern und zum Durchklicken per Tastendruck einbauen.

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Der Daumen muss sich erst ein wenig an die Dreier-Anordnung gewöhnen.

Wenn ihr euch denn eingearbeitet habt. Bringt etwas Zeit mit, denn auch wenn alles aufgeräumt ist und einer inneren Logik folgt, geht es doch ein gutes Stück über die funktional eingeschränkte Benutzerfreundlichkeit anderer Hersteller hinaus. Selbst ein einfaches Ändern der Beleuchtungsfarbe war schon ein Akt, lediglich das schlichte Umbelegen von Tastenfunktionen ist einfach gelöst. Es ist eine gute, stabile Software, in der ihr, wenn ihr sucht und bereit seid, euch ein wenig einzuarbeiten, auch solch praktische Dinge findet wie unterschiedliche DPI-Zahlen für X- und Y-Achse. Der Pick-up Flight lässt sich auch von "fass mich bloß nicht an, ich verlier sofort den Kontakt" bis hin zu mehreren Millimetern, in denen die Erfassung erhalten bleibt, konfigurieren. Wie gesagt, setzt euch mit der Software in Ruhe hin und es sollten nicht viele Wünsche offen bleiben.

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Die Corsair ist ein extrem solides Gesamtpaket aus einer praktisch tadellosen, robusten Maus, die die kurze Eingewöhnungszeit verdient hat, und einer Software, die zwar eine längere Einarbeitungszeit mit sich bringt, dann die M65 aber wirklich zu eurer ganz persönlichen Maus machen kann. Dazu kommt der Preis von etwa 65 bis 70 Euro, der im gesunden Mittelfeld dieser Klasse von Hardware angesiedelt ist. Spricht was gegen die Corsair? Nun, einmal an die "FPS-DPI-Bremse" gewöhnt, werdet ihr es auf jeden Fall nicht leicht haben, wieder ohne dieses Feature zu ballern. Also nein, ich hätte es beim ersten Anfassen nicht gedacht, aber die Corsair M65 RGB konnte am Ende restlos überzeugen.

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Über den Autor:

Martin Woger

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Chefredakteur  |  martinwoger

Chefredakteur seit 2011, Gamer seit 1984, Mensch seit 1975, mag PC-Engines und alles sonst, was nicht FIFA oder RTS heißt.

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