Danke, Destructive Creations

Für all die Aufmerksamkeit, die nun anderen, guten Spielen fehlt. Vielen Dank auch.  

Danke, Destructive Creations!!! Vielen Dank im Namen all der Magazine, die dankbar das Thema abgegriffen haben und denen ihr Millionen von Pageviews in den letzten Tagen geschenkt habt. Zig Tausende von Gamern konnten sich die Köpfe heißreden, fließend zwischen Ressentiments, Verfassungsbrüchen, Weltbilderklärungen, Hass, Zuneigung, Verständnis und Ablehnung hin und her donnern, bis die Foren platzten. Steam lieferte noch den letzten Anschub, indem es das, was ihr Spiel nennt, mal eben verbannte, nur um es wenig später wieder zu rehabilitieren.

Ihr wusstest, dass das kommt. Das ist alles Teil des Programms, es läuft genau so, wie ihr euch das gedacht habt. Wenn man schon kein gutes Spiel hat, dann macht man halt krasse Scheiße, kalkulierte Tabubrüche, und schon hat sich jeder Marketing-Aufwand erledigt, weil sowieso jeder über das eigene Ding diskutiert, das normalerweise kein auch nur semi-qualitätsbewusster Gamer überhaupt angeguckt hätte. Wenn doch nur das brillante Talos Principle einen Bruchteil der Aufmerksamkeit erheischen könnte wie euer Stück mentales Guano.

Mal ehrlich, davon abgesehen, dass es als Spiel selbst mal gar nicht so richtig gut aussieht - um zumindest hier noch halbwegs freundlich zu bleiben -, die Prämisse ist endgültig nur kaputt. Generell sowieso, aber auch rein funktional betrachtet: Wo soll das inhaltlich hinführen? Man spielt den Bösen, okay. Man bleibt der Böse? Das ganze Spiel über? Wer außer einem Breivik würde das spielen wollen? Einfach nur Unschuldige schlachten und killen? Zum Spaß? W-T-FUCKING-F! Die Spiele von SEGA oder Rockstar, mit denen ihr so gern in den Interviews um euch werft, beweisen eigentlich nur, dass ihr nichts verstanden habt, denn hier gibt es eine Art Kontext und Zusammenhänge zu der dargestellten Gewalt. Running with Scissors hat wenigstens Humor und Parodiewillen, egal wie krude oder geschmacklos er sein mag. Ihr habt einfach nur etwas, was sich ein trauriger 16-jähriger Einzelfall mit schweren psychischen Problemen in der großen Pause ausdachte. Ist das eure Zielgruppe? Jeder macht sich sein eigenes Bett, nehme ich an.

Also fuck you very much für all die Klicks und Debatten und all die Aufmerksamkeit, die ihr mit eurem Digitalschrott von guten Spielen abgesaugt habt. Das ist der einzige Artikel, den die hochgeschätzten Leser von Eurogamer.de zu diesem Machwerk hier finden werden. Ich habe keine Lust, mich darüber hinaus an dem Klickzirkus des schlechten Geschmacks und moralischen Niedergangs zu beteiligen. Ich sehe zu, dass wir lieber unsere Energie für ein paar Indies verschwenden, die es verdient haben. Ja, verschwenden, weil wir alle wissen, wie es funktioniert: Krass rules und sells noch dazu.

Ich hoffe so sehr, dass ich damit falsch liege.

So, genug von dem Mist. Klickt hier, hier oder hier und spielt gut.

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Über den Autor:

Martin Woger

Martin Woger

Chefredakteur  |  martinwoger

Chefredakteur seit 2011, Gamer seit 1984, Mensch seit 1975, mag PC-Engines und alles sonst, was nicht FIFA oder RTS heißt.

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