Forza Horizon 2: Storm Island - Test

Ein großer Spaß.

Gab es in Forza Horizon 2 eurer Meinung nach zu wenig Sprünge? Wenn ihr diese Frage mit einem "Ja!" beantworten könnt, habt ihr schon mal einen der vielen Kaufgründen für den Storm-Island-DLC gefunden. Denn hier geht es wirklich Querfeldein, über Stock und Stein und oftmals auch mal mehr, mal weniger hoch hinaus. Ein großer Spaß, der die Off-Road-Abschnitte beziehungsweise -Rennen aus dem Hauptspiel mit Leichtigkeit hinter sich lässt.

Wie zuletzt Destiny: Dunkelheit Lauert kostet Storm Island 20 Euro (9,99 Euro für Horizon-2-VIPs), ist diesen Preis mit seiner neuen Insel und den zahlreichen zusätzlichen Inhalten aber allemal wert. Ja, so hat eine Erweiterung auszusehen, die diesen Namen auch wirklich verdient. Über den Hafen von Nizza erreicht ihr das neue Eiland, das dementsprechend nicht direkt über Straßen mit der Welt des Hauptspiels verknüpft ist, sondern eine eigenständige Region darstellt. Diese ist zwar alles in allem auch nicht riesig - ihr fahrt knapp 6 Kilometer von einer Seite bis zur gegenüberliegenden Seite -, bietet euch auf ihren 50 Straßen und dazwischen aber jede Menge Unterhaltung.

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Es geht öfter mal hoch hinaus.

Einerseits hebt sich die Insel schon durch ihren Aufbau mit deutlich mehr Hügeln, Steigungen und Senkungen ab, während im Hintergrund zwei Vulkane bedrohlich vor sich hin brodeln und Rauch aufsteigen lassen. Ein weiteres, sehr ansprechendes Unterscheidungsmerkmal ist das tropische Klima und das daraus resultierende Wetter. Soll heißen: Schluss mit dem meist schönen, einladenden Wetter in Frankreich und Italien, auf dieser neuen Insel geht es ordentlich zur Sache. Ihr absolviert zwar auch mal Rennen bei Sonnenschein, aber dann wiederum ist es dunstig, stark neblig, regnerisch oder gar stürmisch. Besonders eindrucksvoll zeigt sich das, wenn in der Nacht der Regen vom Himmel peitscht, die Bäume durch den Wind wild hin- und herschaukeln, während ihr euch darum bemüht, die nächste Kurve zu erspähen und aufgrund der widrigen Bedingungen, die eure Sicht ebenso wie das Handling beeinflussen, nicht am nächsten Baum zu landen.

Und das ist nicht immer einfach. Vor allem dann, wenn ihr meterhoch durch die Luft fliegt. Neben euch überschlägt sich schon mal ein Wagen und auch ihr selbst landet mitunter auf dem Dach, wenn ihr beim Abheben nicht aufpasst. Die Off-Road-Rennen in Storm Island sind ganz einfach ein großer Spaß und mit ihren diversen Sprüngen und - je nach Event - Hindernissen vor allem viel abwechslungsreicher als noch im Hauptspiel. Speziell im Vergleich zu den bekannten Rennen in Forza Horizon 2, in denen ihr meist auf ganz gewöhnlichen Straßen unterwegs seid, auf denen wiederum vergleichsweise wenig passiert.

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Die neue Insel ist nicht riesig, aber sorgt für unterhaltsame Rennen.

Hier wechselt regelmäßig der Untergrund - und sofern es keine Bäume oder Häuser sind, brettert ihr munter durch alles durch, was sich euch in den Weg stellt. Aber besser nicht durch die Hindernisse, die ich euch in bestimmten Rennen erwarten, denn die Wasserfässer, die die Straße verengen, bremsen euch deutlich ab. Im Gegenzug ist die Schadenfreude groß, wenn ihr einen Konkurrenten in ein solches Hindernis drängen und das Resultat dann im Rückspiegel bewundern könnt. Eure Wagen habt ihr dabei stets einwandfrei unter Kontrolle - eine perfekte Balance zwischen Spielbarkeit und Anspruch. Hier zeigt sich die Erfahrung der Entwickler von Playground Games, die ja unter anderem aus ehemaligen Mitarbeitern von Codemasters, Bizarre Creations und Criterion bestehen. Fast hat man das Gefühl, hier ein neues DiRT vor sich zu haben.

Je nach Strecke beziehungsweise Event steht ihr vor einer echten Herausforderung, die ihr im Grunde mit jedem beliebigen Fahrzeug der jeweiligen Meisterschaftsklasse bestreiten könnt. Dafür sorgen drei neue Upgrade-Teile, die eure Wagen fit für die Insel machen. Wenn ihr also mit einem Ferrari oder einem ähnlichen teuren Fahrzeug durch die Landschaft und durch den Dreck rasen wollt - was jedem normalem Käufer dieser Wagen vermutlich die Tränen in die Augen treiben würde -, könnt ihr das tun. Abseits dessen umfasst die Erweiterung auch noch sechs neue Off-Road-Fahrzeuge, die ihr vor allem in den Gauntlet-Events einsetzt, die den Höhepunkt einer jeden Stufe auf dem Weg zur Meisterschaft darstellen. Dazu zählen etwa der 1981 Ford Fiesta XR2 oder der 1992 Mitsubishi Galant VR-4.

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In der stürmischen Nacht ist die Sicht stark eingeschränkt.

Insgesamt hat man übrigens 24 neue Meisterschaften zu bieten (plus die jeweiligen Finalevents), es gibt 25 neue Rabattschilder für euch zum Zerstören (machen die Upgrades günstiger), einen zusätzlichen Scheunenfund, weitere Fahrspaßlisten-Herausforderungen sowie frische Online-Events. Oder anderes gesagt: Storm Island wird euch für viele Stunden bei Laune halten. Lediglich ein neues Schauevent hätte ich mir noch als Sahnehäubchen gewünscht. Zugleich ist der DLC eine mehr als gute Gelegenheit, euch einen ganzen Batzen Fähigkeitenpunkte zu verdienen, denn durch Sprünge und dergleichen sammelt ihr auf der Insel jede Menge Zähler für euer Punktekonto. Nicht umsonst gibt es einen Erfolg dafür, mit einer Fähigkeitenkette 100.000 Punkte zu erreichen.

Forza Horizon 2: Storm Island bietet euch viel Inhalt und viel Spielzeit für euer Geld. Es ist eine Erweiterung, die diesen Namen auch zurecht trägt. Die Rennen führen euch wirklich kreuz und quer über die neue Insel und ihr werdet sehr viel mehr Zeit in der Luft und im Dreck verbringen, als ihr es aus dem Hauptspiel gewohnt seid. Und genau das sorgt im Zusammenspiel mit den neuen Wetterbedingungen für jede Menge Spaß und Herausforderungen. Sofern ihr mit Forza Horizon 2 bereits eure Freude hattet, solltet ihr Storm Island auf jeden Fall ins Auge fassen - erst recht, wenn es euch nach spannenden Off-Road-Rennen und extremen Wetterbedingungen dürstet.

8 /10

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Seit 2006 bei Eurogamer.de und spielt hauptsächlich auf Konsolen. Mag Sci-Fi, Star Wars UND Star Trek. @f1r3storm auf Twitter.

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