Final Fantasy XV - We have Chocobos!

Die Monsterjagd der neuesten J-Boyband.

Ein riesiges Monster muss erlegt werden - kein schlechter Einstieg. Duscae, der Demo-Landstrich, ist ein weitläufiges Land mit ganz viel Gras und Bäumen und riesigen Viechern, die ein wenig aussehen wie Brontosaurier. Durch seine Weite führt eine Straße, auf der Autos fahren, die brav anhalten, wenn ich ihnen vor die Stoßstange laufe. Ein seltsames Setting. Aber das ist man von Final Fantasy gewohnt.

In der ersten Szene werdet ihr mit den Spielfiguren vertraut gemacht, die ohne Ausnahme aussehen wie Mitglieder einer grotesken Art Rock'n'Roll-Emo-Boyband mit Cosplay-Frisuren. Sie wachen auf, schäkern herum und erklären mir, dass ihr Auto liegengeblieben ist. Um es zu reparieren, muss das eingangs erwähnte Monster gejagt werde, den Behemoth. In jedem anderen Spiel wäre das ein seltsamer Satz... Und natürlich kann man einen Behemoth nicht so einfach umhauen, sondern muss dafür eine Reihe von Quests erledigen.

1
Eine frei begehbare Welt: Final Fantasy XV verabschiedet sich vom Schlauch

Episode Duscae präsentiert eine große Landschaft, die frei begehbar ist. Ich kann hingehen, wo ich will - der Schlauch aus Final Fantasy XIII ist scheinbar endgültig Vergangenheit, aber richtig eingefunden hat sich Square Enix in die Kreation offener Welten scheinbar noch nicht. Einerseits grafisch, denn das Spiel wirkt in seiner Demo ein wenig wie ein Titel von der Konsolen-Vorgängergeneration. Der Boden ist eine grünbraun verschwommene Fläche, auf die hier und da ein paar Polygon-Grasbüschel gepflanzt wurden, eher traurig also.

Auch beim Spieldesign werden keine Berge versetzt: Richtig viel los ist in dieser offenen Welt nicht, von verstreuten Gegnern mal abgesehen. Letztere tauchen in Form von Wildtieren dafür an jeder Ecke auf und zwingen euch dazu, das Kampfsystem kennenzulernen. Einen gesonderten Kampfbildschirm gibt es nicht, dafür ein Echtzeit-Kampfsystem, das auf den ersten Blick wirkt, als sei Final Fantasy XV durch intensive Button-Penetration zu gewinnen. Ist es zum Glück nicht.

2
Die Effekte gehen okay, über die Frisuren kann man streiten...

Wahrlich, ihr merkt schnell, dass Final Fantasy XV kein Action-Spiel wird. Stattdessen bestimmen verschiedene Modi das Kampfgeschehen: ein Verteidigungsmodus, der Manapunkte verbraucht, aber dafür sorgt, dass die Spielfigur relativ zuverlässig ausweicht, und ein Angriffsmodus. In letzterem greift die Spielfigur Feinde automatisch an, immer dann, wenn sie die Gelegenheit dazu hat. Das ist zu Beginn ein wenig gewöhnungsbedürftig. Nicht selten habe ich mich dabei erwischt, wie ich eine Taste gehämmert habe, statt sie zu halten.

Nach einiger Zeit prägt sich das System aber dann doch ein, zumal es neben Angriff und Verteidigung weitere interessante Funktionen gibt: Teleportation zu Gegnern und auf höhergelegene Stellen beispielsweise. Schwierige Kämpfe sehen so aus: Ich greife Gegner per Teleportation an, schlage wie verrückt um mich, sehe, wie meine Lebensenergie sinkt und teleportiere mich dann aus dem Geschehen wieder heraus um meine Punkte aufzuladen. Dann beginnt alles von vorn. Meine Boyband-Kameraden agieren indes computergesteuert, aber relativ intelligent. Nur selten muss ich einen von ihnen wiederbeleben.

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Der Kampf: Größter Pluspunkt von Episode Duscae.

Zu Beginn empfand ich Final Fantasy XV als ernüchternd. Die Welt ist schön ausgedacht, aber technisch eher hässlich. Die Figuren sind halbstarke Knaben mit viel zu viel Haarspray. Tatsächlich mochte ich das Gameplay aber recht gern: Eine Hauptquest, verschiedene Nebenquests und maximale Freiheit haben mich fürs Erste überzeugt. Hier kommt ein Klischee: Wenn ich in weiter Ferne einen Berg sehe, kann ich da auch hinlaufen. Später. Episode Duscae eine Demo ist, der Spielbereich ist begrenzt. Es gibt zwar einen Bug, mit dem ich mich über die Grenze schubsen lassen kann, aber der zeigt hauptsächlich eine tatsächlich unfertige Spielwelt, die ihr sehen, aber in Bezug auf die Einschätzung der Dinge, die da kommen, ignorierten solltet.

Ein wenig wirkt die Final-Fantasy-XV-Demo als sei sie aus der Zeit gefallen. Raststätten, an denen ich speichern kann. Stones-meets-Boy-Band-Attitüde und weitläufige, aber eher leere Landschaften. Trotzdem war das Grinsen breit, als ich zum ersten Mal das Chocobo-Thema hörte. Final Fantasy XV könnte gut werden. Oder auch nicht. Aber es gibt Chocobos. Ist doch schon mal was.

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Über den Autor:

Markus Grundmann

Markus Grundmann

Freier Autor

Seine ersten Videospiele konsumierte Markus auf dem Game Boy. Heute spielt er so ziemlich alles, bei dem er auf Knöpfe drücken kann – mit besonderer Vorliebe für Nintendo und extravagante Indie-Titel.

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