Gears of War 4: Endlich mit Blumen!

Und sonst so?

Während der Xbox-360-Lebensdauer war Gears of War ein regelmäßiger, verlässlicher Begleiter. Dass sich vier Teile nach gleicher Bauart im Zweijahrestakt den Wind aus den Segeln nehmen, gut, das passiert nun mal. Trotzdem, Gears folgt seiner eigenen Breitschulter-Ellenbogen-Ästhetik, wenn zentnerweise zerlöchertes Fleisch wuchtig nach hinten gedrückt wird. Alles in diesen Spielen ist massiv, von den Anzügen, den Deckungen und dem stampfenden Schuhwerk grunzender Locust bis zu den Eingeweidewolken, die eine Schrotflinte hinterlässt. Ich mochte sie für gelungenes Tempo und Bildgewalt, so wenig Relevantes sie auch erzählen. Mehr, als man über die meisten anderen in ihrem Fahrwasser erschienenen Knopfdruck-Deckungs-Shooter sagen kann.

Viele Leichen liegen auf dem Schlachtfeld: die Kanes und Lynchs, Fuse, Dark Void, Army of Two, Dark Sector, Inversion (ich wette, an das Letzte erinnert sich keiner mehr...). Alles nichts im Vergleich dazu, wie Marcus Fenix und seine Leute im durchinszenierten Schlauch die Wurst aus der Pfanne pfeffern. Ein prolliges und aufgeblasenes Spektakel.

Und Gears 4?

Hat Blumen.

Es ist die erste Einstellung, die Microsoft zeigt, die verbliebene Natur, und damit eine Art von Unberührtheit, die Gears immer fehlte. Das Schütteln der Äste und Halme im Wind verleiht dem stocksteifen Verbund aus Pflastersteinen und tristen Hausfassaden einen Touch, von dem ich mehr angetan war, als ich mir eingestehen möchte. Irgendwas macht diese Reihe, dass man selbst im fünften Anlauf noch gern und ehrlich beeindruckt hinsieht, das Video gern mal zurückspult, obwohl sich an der Stimmung nichts geändert hat. Grau wird auch auf der Xbox One nicht grauer.

Dass Microsoft einen ruhigen Abschnitt zeigt und den Blick demonstrativ auf den mit Ranken überwucherten Torbogen richtet, spricht Bände. Naschwerk für die Augen, wo dem Spielablauf kaum Platz für einen breiteren Rahmen bleibt. Irgendwo bricht etwas los, die Kamera hält auf Knopfdruck drauf, die Waffe auch, gefolgt vom bekannten Active-Reload-Reaktionstest, bei dem ich mich wundere, wieso ihn nie jemand klaute. Niemand wird hier überrascht aus allen Wolken fallen.

Die betagte, griffige Art von Action, nach der Gears funktioniert, wird es voraussichtlich wieder super hinbekommen. Es wird dabei noch gewaltiger krachen und Wände werden bröckeln und Trümmer rollen und Autos fliegen und so weiter. In der Brückenszene - als erst das Auto, danach die Brücke selbst stürzt - steckt sehr viel Kraft und manchmal braucht es nicht mehr in einem Spiel (Notiz: am Wochenende endlich The Order durchziehen...).

Dann wiederum wird klar, warum Sätze wie „I'm beginning to think we're not the hunters anymore" keine gute Sache sind, auch wenn man sonst gar nichts zu sagen hätte. Man möchte fast die Waffen strecken bei so viel Scharfsinn.

Und obwohl sich an Ort und Stelle nahezu ausschließen lässt, dass es noch einmal so funkt wie damals mit Teil 2, freue ich mich auf Gears 4. Auf die großen, grummeligen Männer, den Trigger-Happy-Typen, die Quotenfrau oder zwei, den Mehrspielermodus natürlich. Auf das dumme, prollige und aufgeblasene Spektakel, das es nun mal sein darf. Und auf die Blumen.

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Über den Autor:

Sebastian Thor

Sebastian Thor

Freier Redakteur - Eurogamer.de

Steht auf Bier und Bloodsport. Mag weiche Sofas und verliert sich gern in Gedanken an dies und das. Seit 2014 bei Eurogamer dabei, aktuell als freier Redakteur.

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