9 bewegende Future-Technik-Aha-Momente der E3 2015

Mehr oder weniger. Bewegend. Ein bisschen.

Die E3 zählt zu den wichtigsten Messen, wenn es um neue Spiele für PC und Konsolen geht. Wie erwartet gab es auch dieses Jahr wieder jede Menge Knaller, auf die man sich in naher Zukunft freuen darf. Neben all den neuen Titeln darf man aber auch nicht vergessen, dass die E3 den Ausstellern auch eine Plattform für wichtige technische Änderungen bietet, die das Spielen zukünftig in die verschiedensten Richtungen - sei es Hardware- oder Softwaretechnisch - beeinflussen werden. Welche uns den einen oder anderen „Aha-Moment" verschafft haben, lest ihr nachfolgend.

Mods auf Konsolen - Xbox One und Fallout 4 machen den Anfang

Lange Zeit waren Mods auf Konsolen ein rotes Tuch für die Hersteller. Insbesondere, wenn es darum ging, die Systeme so weit zu öffnen, dass sie Fremd-Mods unterstützen. Offensichtlich hat sich diese Einstellung aber nun geändert - zumindest bei Microsoft. So hat Todd Howard (Bethesda Game Studios) auf der Microsoft-Konferez nach der Vorstellung von Fallout 4 verkündet, dass PC-Mods für Fallout 4 auch auf der Xbox One laufen werden - und das sogar kostenlos. Sie müssten lediglich auf die Xbox One kopiert werden und schon lassen sie sich spielen und teilen.

Bei der PS4-Version von Fallout 4 soll das in der Theorie ebenfalls funktionieren. Allerdings ist vonseiten Sony noch nichts über eine Mod-Unterstützung für die PS4 bekannt. Das sollte allerdings nicht lange auf sich warten lassen, immerhin kann man der Konkurrenz schlecht solch einen Vorteil einräumen. Übrigens: Mods für Fallout 4 werden wohl erst ein paar Monate nach dem Veröffentlichungstermin (10.11.2015) zur Verfügung stehen, da das Mod-Tool für den PC nicht vor Anfang 2016 in Umlauf gebracht werden soll. Vielleicht hört man bis dahin auch etwas von Mods für die PS4.

Bethesdas echter Pip-Boy aus Fallout 4

Der hilfreiche Computer „Pip-Boy" aus der Fallout-Reihe sollte jedem Fan bekannt sein. Ohne ihn ist das Überleben in der harten Welt kaum möglich und natürlich darf der Unterarmrechner auch im vierten Teil der Serie nicht fehlen. Ihm wurden wesentliche Verbesserungen und sogar Minigames zuteil, auf die Todd Howards in seiner halbstündigen Vorstellung von Fallout 4 auch genauer einging (ab Minute 15). Ware Begeisterungsstürme löste allerdings das aus, was danach kam - der echte Pip-Boy, der zur streng limitierten Collector's-Edition - „Pip-Boy-Edition" genannt - von Fallout 4 gehört.

Um das Ganze nicht nur als sinnlosen Staubfänger im Regal landen zu lassen, sondern ihm auch eine Funktion zu geben, kann man sein Smartphone in den Pip-Boy klipsen. Die zugehörige App für Fallout 4 steht bei Erscheinen des Spiels am 11.10.2015 gratis zum Download. Wie gut sich die Idee des echten Pip-Boys macht, zeigt sich an den Vorbestellungen: Nur wenige Stunden nach der Ankündigung der Pip-Boy-Edition waren alle verfügbaren Exemplare vergriffen. Wer sich dennoch unbedingt einen echten Pip-Boy sichern will - man weiß ja nie, was die Zukunft so mit sich bringt -, kann derzeit noch seine Collector's Edition mit der unerlässlichen retro-futuristischen Überlebenshilfe bei Amazon Frankreich zum regulären Preis von rund 130 Euro plus Versandkosten ordern.

Abwärtskompatibilität Xbox One (Xbox360-Spiele auf Xbox One)

Bei all den schönen Ankündigungen auf der Microsoft-Präsentation, war die Ankündigung der Abwärtskompatibilität der Xbox One wohl das am lautesten bejubelte Thema. Bislang lautete Microsofts Aussage zu dem Thema immer strikt: „Die Xbox One Konsole wurde von Grund auf neu entwickelt. Daher ist das neue System grundsätzlich nicht mit der Xbox 360 oder der Original Xbox Konsole kompatibel". Das kam bei den Käufern natürlich nicht so gut an. Wie dem auch sei, seit der E3 gehört das der Vergangenheit an.

Mittels eines Softwareupdates, das im Herbst für alle Xbox One-Besitzer erscheint, wird die Xbox One 360-fähig gemacht. Sogar Speicherstände, Add-Ons, Erfolge etc. sollen mit übernommen werden können. Darüber hinaus wird es laut Microsoft möglich sein, konsolenübergreifende Multiplayer-Matches zu spielen und Xbox-One-Funktionen wie DVR, Screenshots oder das Streamen von 360-Titel auf Windows-10-Geräte zu nutzen. Da das Portieren der 360-Spiele einige Zeit in Anspruch nehmen wird, gehen für den Anfang erst mal rund 100 der beliebtesten Titel an den Start (darunter Mass Effect, Defense Grid, Banjo-Kazooie, Zuma, Perfect Dark, Small Arms, Super Meat Boy, Toy Soldiers, Alien Hominid HD, A World of Keflings). Weitere 100 sollen nächsten Monat folgen. Mitglieder des Xbox-Preview-Programms können die Abwärtskompatibilität übrigens bereits jetzt testen.

Xbox Elite Wireless Controller

Microsofts Pressekonferenz hatte neben neuen Spielen auch frische Hardware parat. Neben der HoloLens (mehr dazu weiter unten auf der Seite) kam man nun auch den Xbox-One-Spielern entgegen, die sich einen besseren Controller wünschen. Der „Xbox Elite Wireless Controller" bietet neben einer besseren Verarbeitung und robusteren, aber auch schwereren Bauteilen soll das neue Hardwareglanzstück vor allem mit einer besseren Präzision, seinen austauschbaren Komponenten und einer schnell wechselbaren und frei programmierbaren Konfigurationen punkten.

Darüber hinaus verfügt der Elite Controller über zusätzliche Schaltwippen auf der Unterseite, die ebenfalls austauschbar sind, und einen Kopfhörerausgang, der auch für die neue Revision des bisherigen Standard-Controllers angedacht ist. Laut ars technica wird der neue Controller mit drei verschiedenen Joystick-Köpfen und Schaltwippen in verschiedenen Längen in einer robusten Tasche ausgeliefert. Nach all den tollen Informationen und Begeisterungsstürmen kam allerdings auch schnell die Ernüchterung in Form des Preises. Sage und schreibe 150 Dollar (und vermutlich auch Euros) soll der Elite Controller kosten - das ist mehr als doppelt so teuer wie das Standardmodell. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, kann ab Herbst zugreifen.

No Man's Sky auch für PC

No Man's Sky war der große Abräumer auf der letztjährigen E3 und bestätigte dieses Jahr ein weiteres Mal, weshalb das so war. Einmal mehr wurden auf der Pressekonferenz neue Eindrücke des schier unendlich großen Weltraums gezeigt und welche Möglichkeiten dem Spieler zur Verfügung stehen. Ursprünglich wollte Sean Murray von Indie-Entwickler-Team Hello Games auch den lang erwarteten exakten Veröffentlichungstermin der PS4-Weltraumsandbox bekannt geben, daraus wurde aber leider aus unbekannten Gründen nur ein „bald". Wie dem auch sei, eine gute Nachricht konnte Sean Murray immerhin verkünden: No Man's Sky wird nicht nur für die Playstation 4 erscheinen, sondern zeitgleich auch für Windows verfügbar sein.

Sonys Project Morpheus

Nachdem das Oculus Rift mittlerweile schon seit Jahren auf der E3 seine fortgesetzte Erfolgsgeschichte feiert - dieses Jahr in seiner finalen Version, die im ersten Quartal 2016 an den Verkaufsstart geht - haben sich jetzt auch die Konsolenhersteller auf die VR-Brillen eingeschossen. Bereits vor ein paar Monaten hat Sony seine überarbeitete PS4-VR-Brille mit dem Namen „Project Morpheus" auf der Game Developers Conference der Fachpresse vorgestellt. Auf der E3 fiel nun der Vorhang für das breite Publikum, wo die neueste Version der Brille mit zahlreichen Spielen getestet werden konnte. Die Meinungen sind überwiegenden positiv, obwohl es auch ein paar Probleme gibt. Größter Pluspunkt ist der Eindruck der Größe der Spielwelt und damit einhergehend die überaus tiefe Immersion in den extra darauf abgestimmten Titeln. Die Schockmomente im Horrortitel „Kitchen" kommen sehr realistisch zum Tragen (z.B. wenn man dabei zusehen muss, wie man ein Messer ins Bein bekommt) und echte Bewegungen wie bücken, nachladen, zielen etc. sind im 3 vs. 3 Multiplayer First-Person-Shooter RIGS nahezu perfekt umgesetzt.

Das liegt in erster Linie an der mittlerweile ausgereiften Technik, die sich aber kaum von der Konkurrenz abhebt. Entgegen anderen Herstellern setzt Sony nur auf ein einziges 5,7-Zoll-Display mit einer Auflösung von 1920x1080 Pixeln und einem 100-Grad weitem Sichtfeld - nicht gerade berauschend. RBG Pixel mit Subpixeln, eine Bildwiederholungsrate von satten 120Hz und eine Reaktionszeit von unter 18ms sollen das mit satten Farben und weniger Bewegungsunschärfe ausgleichen. Den größten Nachteil der VR-Brille bekommen laut Sony etwa fünf Prozent der Probanden zu spüren: Bewegungskrankheit. Einige Tester berichten von Schweißausbrüchen, Schwindelgefühl, Übelkeit, Kopf- und Augenschmerzen etc. Insbesondere bei bewegungsintensiven Spielen wie die „The London Heist" Demo. Project Morpheus soll ab der ersten Jahreshälfte 2016 erhältlich sein. Der Preis steht bislang noch in den Sternen. Eventuell erfahren wir auf der Gamescom mehr dazu.

Microsofts HoloLens

Jeder will ein Stück der vor ein paar Jahren noch belächelten, mittlerweile aber fünfstöckigen VR-Brillen-Torte abhaben - so auch Microsoft. Bereits Anfang des Jahres enthüllte Microsoft im Rahmen der Windows-10-Präsentation die HoloLens-Brille. Dabei handelt es sich allerdings um keine reine VR-Brille wie bei der Konkurrenz (obgleich dieser Betriebsmodus möglich ist), sondern um eine AR-Brille (Augmented Reality zu deutsch erweiterte Realität). Dabei taucht der Spieler nicht komplett in eine virtuelle Welt ein und wird vom restlichen Umfeld abgeschnitten. Stattdessen sieht der Nutzer seine Umgebung durch die transparenten Bildschirmfolien der Brille, auf die zusätzliche Bilder/Hologramme projiziert werden. Umgebung und Spiel verschmelzen förmlich.

Das Prinzip hat Kudo Tsunoda, einer der Hauptverantwortlichen für die HoloLens, eindrucksvoll auf der E3 mit Minecraft demonstriert (siehe Video). Zudem ist nun klar, weshalb Microsoft zwei Milliarden Flocken für die Mojang-Marke hingeblättert hat: Es musste ein passender Titel für die Brille her. Die angepasste Minecraft-Version ist der Brille wie auf den Leib geschneidert und macht definitiv Lust auf mehr. Derzeit hat die HoloLens allerdings noch mit einem sehr beschränkten Sichtfeld zu kämpfen. Laut Kudo Tsunoda ist die Hardware aber auch noch nicht final.

StarVR (5K-Brille)

Ein ebenfalls neuer Mitstreiter bei den VR-Brillen ist das französisch-schwedische Unternehmen „Starbreeze Studios". Auf der E3 enthüllte die Spieleschmiede, die bislang durch Titel wie „The Chronicles of Riddick", „Syndicate" oder „Payday" in Erscheinung getreten ist, sein Projekt „StarVR". Die Brille war bislang in der Entwicklungsabteilung von „InfinitEye" zu finden, die noch am selben Tag der Ankündigung von Starbreeze offiziell übernommen wurde. Von der Konkurrenz hebt sich die Brille mit einigen beeindruckenden technischen Details ab. So sollen Highend-VR-Freunde zukünftig mit dem ersten 5K-fähigen (2560x1440 Pixel pro Auge/Display) und 5,5-Zoll großen Display in die virtuelle Realität eintauchen können. Auch beim Sichtfeld setzt sich die StarVR bislang an die Spitze: satte 210 x130 Grad. Zum Start der StarVR wird es unter anderem den Shooter „The Walking Dead" geben. Die Zombiejagd stammt vom Starbreeze-Tochterunternehmen „Overkill" ("Payday") und konnte bereits zusammen mit der Brille auf der E3 bestaunt werden. Über den Preis und die Verfügbarkeit kann man bislang nur rätseln.

Nintendo-Opening in Muppetmarnier

Nicht ganz die technische Seite der E3, dafür aber eine originelle Idee. Die Rede ist von der Nintendo-Konferenz, die dieses Jahr nicht jeden überzeugen konnte. Mit einem genialen Intro - das zugleich die Einleitung für die Ankündung von Starfox Wii U war - zogen die Japaner aber trotzdem die Aufmerksamkeit auf sich. In klassischer Muppet-Marnier nahmen sich Satoru Iwata (Präsident Nintendo), Reginald aka "Reggie" Fils-Aimé (Nintendo-Chef in den USA) und Shigeru Miyamoto (Hauptverantwortlicher der Entwicklung) mit zahlreichen Nintendo-Anekdoten aufs Korn. Seht selbst:

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