Patch 1.07 für The Witcher 3 bringt tolle neue Gameplay-Features mit sich, aber beeinflusst die Konsolen-Performance - Digital Foundry

Licht und Schatten.

Patch 1.07 für The Witcher 3 erfordert stolze 7,3 GB Festplattenspeicher auf eurer PlayStation 4 oder Xbox One und ist somit das bislang größte Update für das Rollenspiel. Das Update bringt eine Reihe großer Features mit sich, etwa Verbesserungen am Inventar oder alternative Animationen für Geralt, um die Steuerung direkter zu gestalten. Aber im Gegensatz zu den Erwartungen sind die angepriesenen Performanceverbesserungen bei genauerer Betrachtung offensichtlich nicht vorhanden. Tatsächlich sind die Framerates nach Installation des Patches auf beiden Plattformen spürbar schlechter. Es genügt wohl zu sagen, dass wir das so ganz sicher nicht erwartet haben.

Fangen wir mit der Xbox One an. Unsere Analyse zeigt, dass Microsofts Konsole ihre Framerate-Vorteile gegenüber der PS4 beibehält, aber im Vergleich zur vorherigen Version 1.05 gibt es ein Downgrade. Eine Tour durch Novigrad auf dem Rücken eines Pferdes verläuft mit dem neuesten Update überwiegend ruckelfrei - wie es auch zuvor der Fall war. Anders sieht es jedoch aus, wenn die Engine ausgelastet ist, etwa wenn wir bei starkem Regen durch Crookback Bog reiten.

Im Grunde scheint das Gameplay auf der Xbox One nun auf ein ähnliches Double-Buffer V-Sync-Setup wie in der PS4-Version zu setzen, wodurch die Framerate bei Performanceeinbrüchen auf 20 FPS festgesetzt wird. Das bedeutet, dass die Messwerte in unseren Diagrammen mit Patch 1.07 konstant niedriger sind als mit Patch 1.05, wo sie sich noch frei zwischen 20 und 30 FPS bewegten. Auf einer identischen Route durch Crookback Bog kann die Framerate mit der neuesten Version des Spiels nun bis zu 8 FPS niedriger sein.

Anstatt die Framerates auf PS4 und Xbox One wie erwartet zu verbessern, zeigt Patch 1.07 tatsächlich eher einen Rückschritt auf beiden Systemen. Microsofts Plattform scheint nun eine Double-Buffer-Methode für das V-Sync zu verwenden, die der der PS4 entspricht, wodurch die Framerate vor allem in Sümpfen auf 20 FPS festgesetzt wird.

Es ist ein Setup, das dem der PlayStation 4 entspricht, die in diesen Gameplay-Abschnitten auch auf feste 20 FPS setzt. Letztlich haben wir noch immer ein sehr wechselhaftes Spielerlebnis auf beiden Plattformen, aber die spürbare Verschlechterung der Performance in der aktuellen Xbox-One-Version ist schon eine Überraschung. Unterdessen zeigen die Zwischensequenzen, in denen diverse Effekte zu sehen sind, in unseren Diagrammen noch immer das gleiche Verhalten wie zuvor, während die Framerate im Kampf mit einem Greif weiterhin anfällig ist, wenn das Igni-Zeichen verwendet wird. Hier hat sich also nichts geändert.

Mit dem neuen Patch kommt aber auch die PS4-Version nicht mit einem blauen Auge davon. Ein Trip durch Crookback Bog zeigt Framerates, die niedriger sind als in unseren Tests mit Version 1.05, wo die 20 FPS konstanter gehalten werden konnten. Hinzu kommt, dass selbst in einfachen ländlichen Gegenden (oder im Zentrum von Novigrad) alle paar Sekunden Single-Frame-Ruckler auftreten - wir hatten gehofft, dass dieses Problem mittlerweile verschwunden wäre. Alles in allem hat sich im Bestreben der PS4 nach 30 FPS wenig verbessert. Tatsächlich zeigen sich zum Ende unserer Novigrad-Tests Einbrüche bis auf 25 FPS, sobald wir den Marktplatz erreichen - mit dem vorherigen Patch war das nicht der Fall.

Im Direktvergleich sind PS4 und Xbox One näher aneinander herangerückt, aber auch nur deswegen, weil sich die Performance auf der Xbox One verschlechtert hat und beide Versionen nun in fordernden Bereichen mit 20 FPS laufen. Ansonsten gibt uns das Performance-Profil von Patch 1.07 auf der PS4 auch nicht viel Grund zum Feiern. Das Spiel ruckelt hier noch immer in Bereichen, in denen die Xbox One perfekt mit sanften 30 FPS läuft und auch in den Zwischensequenzen liegt Sonys Konsole insgesamt hinten.

Patch 1.07 hat abseits dessen aber noch einiges zu bieten, was mehr als nur die Framerate beeinflusst - die Bildqualiltät bleibt insgesamt betrachtet jedoch gleich. Ein flüchtiger Blick deutet an, dass sich die Einstellungen auf beiden Systemen nichtg verändert haben, inklusive Blattwerk und Schatten-LODs. Die interessante dynamische Auflösung der Xbox-One-Version zeigt ebenfalls keine Besserung beim Erreichen der 1080p während der Reise durch die offene Welt oder in Kämpfen - es wird weiter von einer niedrigeren Auflösung hochskaliert.

Die Performance auf der Xbox One ähnelt in den meisten Bereichen der Version 1.05, lediglich die Sümpfe stellen eine Ausnahme dar. Hier sehen wir eine um bis zu 8 FPS niedrigere Framerate.

Alternative Analyse:

Die gute Nachricht ist, dass sich Geralts Reaktionen auf Steuerungseingaben verbessert hat. Diese neue, „alternative“ Option findet ihr in den Einstellungen, was dazu führt, dass Geralt direkter und mit weniger Verzögerung reagiert. Im Grunde werden die Verzögerungen in seinen Bewegungsabläufen hier gestrichen, wodurch ihr euch unmittelbar in eine neue Richtung drehen könnt. Wenn man hier etwas kritisieren möchte, dann, dass der Realismus hier zugunsten der Spielbarkeit aufgegeben wurde. Allerdings erwiesen sich Geralts Bewegungen vor Patch 1.07 manchmal als frustrierend, durch seine neueren, agileren Bewegungen erhalten wir ein direkteres Feedback des Analog-Sticks.

Was uns letztendlich zur alles entscheidenden Frage bringt: Solltet ihr Patch 1.07 installieren? Selbst mit den negativen Einflüssen auf die Framerate der PS4- und Xbox-One-Versionen kann man die verschiedenen positiven Veränderungen nur schwer ignorieren. Es wurden Änderungen am Balancing der Waffen vorgenommen, das Inventar verbessert und zahlreiche Bugfixes sind ebenfalls mit von der Partie. Das neue Bewegungssystem ist direkter und ermöglicht eine bessere Navigation vor allem in gut besuchten Tavernen. Alles in allem ist der Wechsel zu Version 1.07 empfehlenswert, wenn auch mit einem gewissen Zögern: Uns wurde eine verbesserte Performance versprochen und es überrascht uns, dass dieser brisante Bereich von The Witcher 3 durch das neue Update tatsächlich negativ beeinflusst wird. Die vielen neuen Features sind auf jeden Fall willkommen und verbessern das Spiel, aber wir würden auch gerne sehen, dass die Framerate- und Stabilitätsprobleme der Konsolenversionen umfassend behoben werden.

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Über den Autor:

Thomas Morgan

Thomas Morgan

Senior Staff Writer, Digital Foundry

32-bit era nostalgic and gadget enthusiast Tom has been writing for Eurogamer and Digital Foundry since 2011. His favourite games include Gitaroo Man, F-Zero GX and StarCraft 2.

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