Der PS4-Teaser zu Uncharted 2 macht Lust auf mehr - Digital Foundry

Eine erste Analyse von Bluepoints Bemühungen bei der Nathan Drake Collection.

Obwohl es berechtige Sorgen hinsichtlich dessen gibt, dass die schiere Zahl der Remasters für die Current-Gen-Konsolen so langsam ein lächerliches Ausmaß annimmt, arbeitet Sony weiterhin daran, die glorreichen PlayStation-3-Tage auf seiner neusten Plattform wieder aufleben zu lassen. The Last of Us Remastered hat alles in allem wunderbar funktioniert, die 1080p60-Präsentation von God of War 3 ist exzellent und unser erster Vorgeschmack - eigentlich ist es mehr ein flüchtiger Blick - auf die Nathan Drake Collection ist ebenfalls sehr vielversprechend. Unserer Meinung nach fehlen nun eigentlich nur noch Killzone 2 und 3 in diesem Line-up.

Aber widmen wir uns der Nathan Drake Collection und dem 1080p60-Gameplay-Clip, der letzte Woche veröffentlicht wurde. Sony schickte uns zwei Assets zum Anschauen - den Videoclip und fünf Screenshots. Komischerweise sind die Screenshots in einer nativen 4K-Auflösung gerendert, die nicht das Echtzeit-Gameplay repräsentiert, sich aber möglicherweise auf andere Art und Weise als nützlich erweisen. Selbst mit der Ultra-HD-Pixelzahl scheinen die Texturdetails noch mithalten zu können, obwohl Geometrie und Beleuchtung verständlicherweise einen Last-Gen-Eindruck erwecken.

Hier geht es zum Uncharted 4: A Thief's End Test

Es ist aber der Gameplay-Clip, der wirklich aufregend ist. Dieser ist zwar nicht mehr als vier Minuten lang, aber diese scheinen zumindest zu bestätigen, dass die Bluepoint Studios ein Remaster abliefern können, das sich mindestens auf dem gleichen Niveau wie die intern bei Naughty Dog entwickelte PS4-Version von The Last of Us bewegt. Die Szene ist effektiv in zwei Abschnitte unterteilt, was auch den Gameplay-Mix von Uncharted verdeutlicht. Wir sehen, wie sich Drake durch die Umgebung bewegt, wobei die Framerate kaum von den angepeilten 60 FPS abweicht. Anschließend folgt eine actionreichere Sequenz mit intensivem Gunplay und einem für Uncharted typischen Schauplatz - hier hat die Engine weitaus mehr zu tun.

Auf Basis von Naughty Dogs Erfahrungen mit dem Remaster von The Last of Us haben wir bereits über die Herausforderung bei der Portierung der Uncharted-Spiele von der PS3 auf die PS4 gesprochen. Eine direkte Portierung funktioniert einfach nicht. Die meisten Spiele-Engines arbeiten in einer einigermaßen linearen Art und Weise - die CPU simuliert die Szene, dann bereitet sie die Instruktionen für die GPU vor, bevor die Szene schließlich gerendert und über den HDMI-Anschluss ausgegeben wird. Naughty Dog konnte so keine 60 FPS erreichen und teilte stattdessen den gesamten Prozess in zwei Teile auf. Die CPU produziert die GPU-Kommandoliste für den aktuellen Frame und arbeitet zugleich an der Simulationen des nächsten, wodurch man effektiv die Parallel-Processing-Stärken der Acht-Kern-CPU der PS4 maximiert.

Vier Minuten aus Uncharted 2 zeigen, dass das Spiel sich auf der PS4 sehr gut behauptet. Bei der Durchquerung der Schauplätze können die 60 FPS gehalten werden, lediglich in Actionsequenzen gibt es kleinere Einbrüche. Derzeit wird aber natürlich noch am Spiel gearbeitet, in den letzten Monaten der Entwicklungsphase könnte sich die Situation also durchaus noch verbessern.

Wenn man bedenkt, dass die Uncharted-Spiele auf der gleichen Engine basieren, die so schwierig direkt auf die PS4 zu portieren ist, nehmen wir an, dass Bluepoint seine Remaster auf Basis der gleichen Prinzipien entwickelt und dabei die von Naughty Dog gelernten Lektionen anwendet. Anhand des Performance-Profils, das wir in dem Clip sehen, gibt es einige Gemeinsamkeiten mit der Art und Weise, wie The Last of Us Remastered sich präsentiert. In der zweiten Hälfte des Videos gibt es ein paar Framerate-Einbrüche und es scheint, als wären komplexere Physik-Effekte und und die großzügige Nutzung von transparenten Alpha-Texturen der Grund dafür.

Natürlich ist das nur ein kleiner Gameplay-Ausschnitt, aber es scheint, als wären die Framerate-Einbrüche nicht ganz so heftig wie einige in TLOU - vielleicht setzten die älteren Uncharted-Spiele nicht ganz so sehr auf Alpha-Texturen wie Naughty Dogs letzter PS3-Titel. Unabhängig davon, ob das nun ein Indikator für die Performance der gesamten Collection ist, rechnen wir damit, dass es einige der gewagteren Schauplätze von Uncharted 3 sein werden, die die PS4-Engine bis an ihre Grenzen bringen werden. Uncharted: Drake's Fortune könnte aber wirklich sehr solide laufen. Aus technologischer Perspektive betrachtet ist es weniger anspruchsvoll und viele der Effekte aus dem ersten Teil nutzen gar keine Alpha-Texturen, um kostbare GPU-Bandbreite zu sparen.

Alles in allem tut dieser erste Teaser für die Nathan Drake Collection genau das, was er sollte: Er zeigt, dass die älteren Uncharted-Spiele der PS3 auch in der PS4-Ära noch viel zu bieten haben. Gleichermaßen sehen wir, dass Sonys Entscheidung, Bluepoint Games mit der Entwickung zu beauftragen, extrem clever war - dieses gewaltige Projekt ist ohne Frage in guten Händen. Aber das Wichtigste ist, dass dieser kurze Teaser Erinnerungen an geschätzte Last-Gen-Spielmomente wiedererweckt. Momente, die wir gerne erneut in 1080p60 erleben wollen. In diesem Sinne ist der Clip sowohl frustrierend als auch aufregend - er macht Lust auf mehr.

Im weiteren Sinne sind wir außerdem noch mehr daran interessiert, wie Bluepoint dieses Projekt in Angriff nimmt - so viele Fragen sind derzeit noch unbeantwortet -, besonders in Bezug auf die für jeden Titel verwendeten Assets (Uncharted 3 hatte bereits einige phänomenale Artworks), wie die verbesserte Beleuchtung funktioniert und, was vielleicht am wichtigsten ist, wie sehr Uncharted: Drake's Fortune verbessert wurde. Sobald weitere Details bekannt gegeben werden, melden wir uns wieder.

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Über den Autor:

Richard Leadbetter

Richard Leadbetter

Technology Editor, Digital Foundry

Rich has been a games journalist since the days of 16-bit and specialises in technical analysis. He's commonly known around Eurogamer as the Blacksmith of the Future.

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