Ein kürzlich veröffentlichter Artikel von The Escapist zum Thema Star Citizen sorgt für reichlich Aufruhr. Cloud Imperium Games droht der Seite nun mit einer Klage, sofern man sich nicht entschuldigt (via Game Informer).

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In dem Artikel warf man Chris Roberts Veruntreuung von Geldern und dem Unternehmen illegale Einstellungspraktiken vor. Bereits kurz nach Veröffentlichung des Artikels äußerte sich Roberts öffentlich dazu und wies die Anschuldigungen zurück.

Mit einem fünfseitigen Brief von CIGs stellvertretendem Vorsitzenden und Justiziar Ortwin Freyermuth will man die Vorwürfe entkräften, ebenso kommt Roberts' Frau Sandi Gardiner - Vice President of Marketing von CIG - zu Wort. The Escapist hatte Gardiner zuvor Rassismus bei der Einstellung neuer Mitarbeiter vorgeworfen. Freyermuth zufolge verstieß das Magazin gegen „die grundlegendsten Regeln und Ethik im Journalismus", indem man Gardiner nicht die Chance gab, sich dazu zu äußern.

Die Anschuldigungen wiederholte man in einem Podcast, was letztlich wohl zu dieser Reaktion von CIG führte. Roberts und Gardiner sollen demnach Gelder des Unternehmens veruntreut haben, um das eigene Haus und teure Urlaube zu bezahlen. Ebenso berichtete man, dass CIG das Austin-Studio geschlossen habe, was man jedoch entschieden zurückweist.

Daraufhin gab The Escapist an, dass die Informationen von sieben Ex-Mitarbeitern und zwei aktuellen Mitarbeitern des Unternehmens stammen.

„Sie [Autorin Lizzy Finnegan] hatte E-Mail-Kontakt mit allen von ihnen, aber sprach dann auch via Telefon und Skype mit ihnen. Sechs von ihnen gaben ihren echten Namen an, der siebte nicht, zeigte aber eine Lohnabrechnung und eine ID-Karte von Cloud Imperium Games mit geschwärztem Namen", so das Magazin. Im Podcast gab Finnegan an, dass drei oder vier ihrer neun Quellen anonym waren.

Zweifel daran hat allerdings CIGs Anwalt Freyermuth, besonders im Hinblick auf die vermeintliche ID-Karte: „Es interessiert euch vielleicht, dass CIG in keinem seiner Studios irgendwelche ID-Karten ausstellt!", schreibt er.

Ebenso wirft er The Escapist vor, durch Entwickler Derek Smart (Battlecruiser 3000AD) zu dem Artikel angestiftet worden zu sein, der sich zuletzt scheinbar auf einem privaten Kreuzzug gegen CIG und Star Citizen befand.

„Komplette Auszüge des Artikels, die der Autor auch im Podcast wiederholte, wurden von anonymen 'Bewertungen' auf glassdoor.com übernommen. Dem Autor war es nicht möglich, diese Bewertungen zu verifizieren, da die Seite keine Nachrichtenfunktionen bietet", so Freyermuth.

Es sei zudem „auffällig", dass die Bewertungen erst kürzlich auftauchten, nachdem das Magazin einen Artikel über Star Citizen und den „selbsternannten Agitator Derek Smart" veröffentlicht hatte.

Cloud Imperium Games verlangt von The Escapist und dem Mutterkonzern Defy Media einerseits eine persönliche Entschuldigung von Finnegan bei Sandi Gardener aufgrund der „seelischen Belastung" und der möglichen Rufschädigung durch die Berichterstattung.

Ebenso verlangt man eine Entschuldigung auf der Webseite des Magazins, die Rücknahme des Artikels und eine „unabhängige Untersuchung der Ereignisse und Umstände, die zur Erstellung und Veröffentlichung" des Artikels führten.

Sollte The Escapist dem bis zum Ende des heutigen Tages nicht nachkommen, will CIG sowohl in den USA als auch in Großbritannien (wo es strengere Gesetze gibt) rechtliche Schritte einleiten.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Editor, Eurogamer.de

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.