Hübsch ist sie ja, die Box, die jetzt alles ersetzen soll. Was kann ich denn nun so rausschmeißen? Googles Chromecast hatte ich eh nie benutzt, weg damit. Apple TV ist seit der Erfindung von Bluetooth für Musik, auch AptX, eh hinfällig, danke, auf Wiedersehen. Warum ich Amazons kleine Box gekauft habe, weiß ich schon gar nicht mehr. Netflix läuft über die Konsolen oder gleich über die zig Smart-TV-Funktionen des Gerätes, von dem ich bis vor Kurzem nicht ganz sicher war, dass es wirklich ein 4K-TV ist. Nicht, dass sich mein Leben seitdem groß verändert hätte... Und die OUYA, auch Emulatoren-Box genannt, kann dann auch weg. Schade, endlich hatte ich sie mal richtig eingerichtet. Alles ab und weg. Damit muss Nvidias Shield TV die harte Nachfolge für eine Vielzahl von Geräten antreten, die ich nie nutzte... Hey, worst case ist, dass sie am Ende weniger Platz und HDMI-Anschlüsse belegt und genauso wichtig in meiner Infrastruktur ist wie die Meute an Vorgängern. Das wird sie wohl hinkriegen. Wenn man ohne Erwartungen herangeht, kann man nur gewinnen...

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Hübsch. Und klein. Und vor allem lautlos und stromsparend.

Okay, etwas mehr muss schon passieren, schließlich kostet die niedliche Box 200 Euro Einstiegspreis mit 16 GB oder 300 Euro mit 500 GB intern. Gehen wir doch erst mal durch, was ihr jenseits von Speicherplatz dafür bekommt. Im Inneren steckt eine Tegra-X1-CPU von Nvidia, und die ist nach wie vor die schnellste Android-CPU, die derzeit unterwegs ist. So schnell, dass sie in der Regel eher mit Laptop-CPUs konkurriert und sich dabei ganz ordentlich schlägt. In der Regel machen aktuelle Core-i3-CPUs von Intel dann doch noch den Stich, aber im reinen Mobile-/TV-Klein-Android-Bereich hält sich die Konkurrenz in Grenzen. Um nicht zu sagen, es gibt nichts, was dem 8-Kern-1Ghz-Kraftprotz das Wasser reichen könnte. Für Grafik steckt eine 256-Core-Maxwell-GPU mit 3GB RAM an Bord, was selbst im PC-Bereich nicht zu schlecht aussehen würde. Die 16 GB Speicher sind natürlich nur theoretisch, es bleiben euch etwa 12, aber an die beiden USB-3.0-Ports lassen sich große Sticks oder externe Platten anschließen. Einen Micro-SD-Slot gibt es auch, eine 128-GB-Erweiterung ist also ohne Probleme möglich.

Diese Leistung lässt sich auch in Zahlen fassen: 3DMark wirft beim Slingshot 3.1 derzeit völlig konkurrenzlose 4000 Punkte aus. Das Shield-Tablet mit dem K1-Prozessor schafft gerade mal 2500, die neuesten Handys kommen auf 1200 Punkte, auch mein nicht gerade langsames Galaxy Note Edge kriecht im Vergleich mit seinen 1100 Punkten. Ohne Frage, wenn es um 3D-Power geht, dann ist der Tegra-X1-Prozessor im Android-Segment ohne einen echten Widersacher.

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Alles, was man braucht.

Das ist eine Menge Technik für so eine kleine Kiste, aber wofür wird sie genutzt? Erst einmal wäre da 4K. Seien es selbst gedrehte Heimvideos, bei denen ihr jeden Pickel der buckeligen Mischpoke sehen möchtet, oder Netflix' genau davon befreite 4K-Serien, dann ist Shield TV die Waffe der Wahl. Die Box hat nicht die geringsten Schwierigkeiten, die großen Datenmengen zu handhaben. Es gab keine Aussetzer, Ruckler oder sonst etwas zu beklagen, lief einfach. Ob man jetzt 4K mag, braucht oder überhaupt haben will, das muss jeder selbst entscheiden und sich dafür nichts von jemandem anhören, der von Zeit zu Zeit noch eine Laserdisc einwirft. Aber es gibt ja noch mehr zum Streamen auf der Welt außer die House-of-Cards-Eskapaden in 4K. Spiele zum Beispiel.

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Leider folgt auch das Geforce-Now-Menü dem unübersichtlichen Android-TV-Look.

Geforce Now ist das, worauf wir bei PlayStation Now leider immer noch warten. 10 Euro im Monat und dafür eine solide Bibliothek an Spielen, auf die man jederzeit zugreifen kann. Bis Nvidia sie aus dem Programm kickt, so wie das Spotify und Netflix auch immer wieder mit manchen Sachen machen. Erst mal aber sind da etwa 50 Spiele: Das „alte" Batman-Trio von Asylum bis Origins ist sicher auch nicht zu verachten, DiRT 3 und GRID Autosport sind nette Racer. Danach wird es im semi-aktuellen Triple-A-Bereich dünn. Eine Handvoll LEGOs sind immer okay, Overlord 2 ist klasse, aber wie auch Darksiders 2 sicher nicht mehr ganz frisch. Die Auswahl an Prügelspielen ist erstaunlich gut. Street Fighter 4, Street Fighter X Tekken, Guilty Gear X2, BlazBlue Calamity Trigger, das sind einige der Besten des Genres. Ansonsten ein wenig was von allem. Astebreed, Homefront, Brothers: A Tale of Two Sons, Brutal Legend, La Mulana, Giana Sisters: Twisted Sisters, um nur einige zu nennen. Jeder findet was, aber geht nicht mit der Vorgabe ran, dass ihr hier spielen könnt, was ihr wollt. Das ist ungefähr so, wie bei Netflix ranzugehen und einen bestimmten Titel zu suchen. Okay, da sind die Chancen minimal höher, aber im Gegensatz zu Musik-Streaming funktioniert es bei Filmen noch nicht so und bei Spielen noch viel weniger. Trotzdem, ist ein Anfang und ein echter Flop oder auch nur viel Mittelmaß ist hier nicht dabei. Qualität ist durchaus gewahrt.

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Witcher 3: Wenn ihr die magische 50k+-Leitung habt, dann ist es flüssiger als auf der Konsole, läüft in 1080p und wenn ihr es hier kauft gibt es den gog.com-Code auch dazu. Nur für den Fall, dass ihr es auch mal in hübsch spielen wollt.

Zu kaufen gibt's auch ein paar Titel. Wie? Kaufen und dann Streaming? Ja, aber gleich zu eurer Beruhigung, es gibt auch einen Gog-Key beim Kauf dazu, das Streaming ist also als Mehrwert zu sehen. Ihr könnt nach dem Kauf sofort starten und während der Download auf Steam noch läuft, spielt ihr auf Shield schon die ersten Stunden, die Spielstände werden später über die Cloud synchronisiert. Viele Titel gibt es hier aber noch nicht. Witcher 2 ist dabei, dafür die beiden Metros, Resident Evil Revelations 2, GP15 und das leider etwas enttäuschende Trine 3. Demnächst folgen noch Mad Max und Schatten von Mordor, es ist also mehr eine Experimentalphase und wie viele überhaupt bei Vollpreisen im Zeitalter der Dauer-Steam-Angebote und Key-Shops darauf anspringen, bleibt abzuwarten.

Die magische Frage: Funktioniert Geforce Now denn überhaupt? Kurze Antwort: Ja, tut es. Wie versprochen. Mit 60 Frames und 1080p. Aber nur wenn ihr die Bandbreite habt. Ich habe es einmal mit einer 16.000er-Leitung getestet, und das war eher so theoretisch möglich, wie diese Leitung stabile 16.000 in einem überschalteten Berliner Altbau bringt. Realistisch läuft das hier mit konstanten 12.000 und selbst das war ein Grenzwert für Geforce Now. Die Sachen liefen in 720p und mit limitierten 30fps meist ganz okay. Im Sinne von grenzspielbar. Shadows of Mystara lief irgendwie, der Witcher 3 ruckelte wie auf einer alten Grafikkarte vor sich hin und Kurven in DiRT waren Glücksache. Nein, eigentlich lief es nicht. An einem anderen Anschluss mit stabilem 50.000er-Downstream - der Upstream spielt keine große Rolle - ergab sich dann ein ganz, ganz, GANZ anders Bild. 1080p, 60fps und auf geht's. Der Härtetest war natürlich Street Fighter 4. Wir erwarteten Input-Lags vom Feinsten, Frameloss und Schlimmeres und dann... nichts. Das Ding lief so sauber, als würde da eine Konsole stehen. Tadelloser Input, bei dem nur die härtesten Pros vielleicht einen Lag bemerken könnten. Also ja, es funktioniert, und das sogar ausgezeichnet. Aber nur, wenn ihr euch nicht in einem der Neuland-Entwicklungsgebiete der Nation befindet, sondern echte Infrastruktur habt.

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Unkilled ist zwar nerviges Free-2-Play, aber eine ganz hübsche Android-Grafikdemo.

Wie die Spiele aussehen, hängt natürlich nur zum Teil davon ab, was eure Leitung kann. Auf Nvidias Seite findet ja die eigentliche Arbeit der Berechnung statt und da ist noch Luft nach oben. Die älteren Titel wie eben DiRT, Street Fighter oder die Batmans laufen mit hohen oder höchsten Einstellungen. Bei Witcher 3 jedoch merkt man, dass zurückgeschraubt werden muss. Die idealen Einstellungen für ein 1080p60-Vergnügen sind die mittleren Settings. Damit entspricht es vom Look ungefähr den Konsolenversionen, läuft aber deutlich flüssiger. Geht ihr nach oben - was möglich ist, die Optionen sind nicht gesperrt -, dann passiert das Gleiche, was bei einer zu schwachen Grafikkarte passieren würde. Je nachdem, wie mutig ihr seid, reicht es von leichteren Framerate-Einbrüchen bis hin zu grenzunspielbar mit allen Extras auf an. Es dürfte damit zu tun haben, dass bei den aufwändigen Berechnungen die nötigen Ressourcen, sprich Hardware, die ja theoretisch für jeden Nutzer von Now immer zur Verfügung stehen muss, einfach so weit über dem liegt, was bei der Masse der bisherigen Now-Spiele gebraucht wird, dass es in keinem Verhältnis steht. Es wird spannend sein zu sehen, ob diese Ressourcen mit neueren Spielen entsprechend nach oben skaliert werden und dann Witcher 3 auch hübscher läuft.

Was auf dem Shield-TV wie auch schon zuvor auf dem Shield-Tablet durchaus überzeugend läuft, ist das Streaming von PC-Spielen. Habt ihr einen PC mit einer Nvidia-GTX-Grafikkarte, kann dieser das am PC Berechnete auf den Shield-TV streamen, sodass ihr dann es dann auf der Couch und dem großen Screen mit dem Shield-Controller spielen könnt. Frame-Verluste waren da, aber sehr vereinzelt, es ist also durchaus eine Option, auf einfache Weise ein Spiel auf den TV zu holen, ohne lange Kabel zu verlegen. Okay, nicht ganz. Am besten funktioniert das über ein Netzwerkkabel und den Gigabit-Anschluss des Shield, solltet ihr kein schnelles und 5G-tauglichen WLAN haben.

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Beeindruckend: Der etwas widerspenstige SEGA-Saturn-Emulator Yabause Android läuft nicht auf vielen Geräten so gut wie hier, Retro ist also sicher abgedeckt.

Der dritte große Nvidia-Button neben Now und Streaming ist der Shield Games Store. Das ist im Grunde nichts anderes als eine Auswahl an bekannten Android-Titeln, die für das Gamepad optimiert wurden. Es ist eine Mischung aus einigen Free-to-Play-Sachen und vielen, im Schnitt durchaus hochwertigen Bezahltiteln. Was jedoch ausfällt ist, dass da noch nicht so viel los ist. Die Rollenspielecke ist reichlich verwaist, an Shootern habt ihr die Free-to-Play-Grafikshow Unkilled, Doom 3 und Half-Life, aber das war es schon. Hüpfer sind deutlich besser bedient, unter anderem mit dem ausgesprochen hübschen 4K-Titel JUJU oder dem spaßige Leo's Fortune. Der Katalog von derzeit 150 soll schnell und weiterhin qualitativ hochwertig wachsen, diese Wochen kamen Contrast und Pix the Cat dazu. Derzeit ist es eine nette erste Anlaufstation, um mal zu gucken, was es überhaupt in der weiten Android-Spielewelt gibt, und man kann eben sicher sein, dass es mit dem Pad keine Probleme gibt.

Diese Garantie gibt es im Google-Play-Store dann nicht mehr. Hier findet ihr - und das ist ein echter Kritikpunkt meinerseits an dem Gerät - nicht etwa den „echten" Google-Store mit allem, was es gibt, sondern Googles Android-TV-Auswahl. Diese ist in Hinblick auf die Möglichkeiten der Eingabe am TV sortiert, was aber auch einige Kuriosa bereithält. So gibt es zum Beispiel viele Emulatoren auf Android und sie sind oft gratis. Hier gibt es nur die, die man bezahlen muss. Seltsam. Weit unangenehmer ist Googles sehr öffentliches Gefallen daran, seine eigenen Dienste wie Youtube und Google Video immer im Vordergrund zu halten. Weit unschöner ist, dass auf Betreiben Amazons der hierzulande nicht unbeliebte Prime-Filmservice ausgesperrt wurde. Damit fehlt vielen sicher ein wichtiger Dienst, der auf "normalen" Androids noch funktioniert. Es ist möglich, APKs zu sideloaden, aber es wäre netter gewesen, einfach den üblichen Store zumindest als Option auf eigenes Risiko zu haben und selbst zu gucken, was nun mit der Eingabe funktioniert oder auch nicht. Oder unabhängig davon, ob Amazon nun möchte, dass ich auf Android TV Filme gucke oder auch nicht. Um fair zu sein. Google Cast ist immer eine Notlösung, aber eben auch nur das. Es hat selten Sinn, zwei Geräte laufen zu lassen, nur um die willkürlichen Schwächen des einen, eigentlich völlig geeigneten auszugleichen.

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4000 Punkte auf 3DMark sind derzeit mit Abstand die Spitze.

Insgesamt ist die Oberfläche des Shield - die ja eigentlich eine Android-TV-Oberfläche ist - nicht grundsätzlich anders als die anderer vergleichbarer Geräte, und zwar insoweit, dass keiner daran dachte, dass manche Menschen mehr als 10 Apps besitzen und nutzen. Ihr habt schöne große Bilder, in Balken angeordnet, und das scrollt auch alles nett durch. Aber selbst im eigenen Geforce Now scrollt man mitunter schon ganz schön in den verschiedenen Balken herum, bis man hat, was man sucht. Hier gibt es wenigstens noch Anzeigeoptionen, aber die vermisse ich bei den installierten Spielen und Apps. Da gibt es je einen Balken und jenseits der 20 Titel wird immer schön gescrollt. Ich bin auch nicht sicher, was das gleiche Spiel bei anderen Plattformen wie der Xbox One soll. Früher hatten wir auf Low-Res-TVs unlesbare Listen. Jetzt haben wir 4K-Auflösung und die ja eigentlich praktischen Listen, die wir nun auch entziffern könnten, wurden durch monströs große Bildchen ersetzt. Shield TV ist hier also nicht alleine, ich halte nicht viel von der Oberfläche, aber sie stellt auch nicht mehr Beine, als sein muss. Und der komplett willkürliche Empfehlungsbereich oben ist eh nur für Leute, die keine Ahnung haben, wo sie den Abend starten sollten. Mit den eigenen Vorlieben hatte der jedenfalls auch nach Tagen nichts zu tun. Soll es wohl geben. Was aber ganz sicher ist: dass die Rechenleistung dieser bunten Aufmachung entgegenkommt. Das Shield-TV reagiert immer extrem schnell, hakt in keinem Menü, lädt Apps in Rekordzeit Wer zuckelige Smart-TV erster Generation gewohnt ist, wird hier sehen, dass es auch anders gehen kann.

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Wnderbalkenchaos: Android TV lässt noch vieles vermissen, Favoriten ist nur eines davon.

Kommen wir noch kurz zum Zubehör, dem, was in der Box beiliegt, und dem, was man dazukaufen kann. In der Kiste findet ihr ein HDMI-Kabel, wovon man nie genug haben kann, und das Netzteil. Dieses bleibt die ganze Betriebszeit über schön kühl, schließlich zieht Shield TV trotz seiner beeindruckenden Leistungswerte kaum mehr als 10 Watt. Zu hören ist auch nichts von der Box, insoweit ist Shield TV absolut wohnzimmertauglich.

Ebenfalls immer wird der Shield-Controller mitgeliefert. Der etwas wuchtige, per schnellerem WLAN statt Bluetooth verbundene Controller ist das gleiche Modell, das auch schon mit dem Tablet ausgeliefert wurde, und hat die gleichen Stärken und Schwächen. Generell ist es ein gutes, eher von der Xbox inspiriertes Design, bei dem noch eine kleine Touch-Fläche, ein paar Laustärketasten am unteren Ende und ein Mikrofon am oberen untergebracht wurden. Mit diesen versteht Shield eure direkten Anfragen an Google, wenn ihr das möchtet, und man muss sagen, dass deren Spracherkennung und natürlich auch Interpretation inzwischen durchaus weit gekommen ist. Die Tasten klappern etwas laut, haben aber saubere Anschlagpunkte und die Sticks sind etwas weich, aber generell in Ordnung. Oben in der Mitte wollte man jedoch den Technik-Overkill haben und stattete alles mit Touch-Tasten aus. Ich will es mal so sagen: Es gibt wohl Leute, die diese Art von Tasten mögen, und sie funktionieren ja auch tadellos. Trotzdem, ich hasse es, keine fühlbare Taste an einem Controller zu haben und keinen Widerstand bei der Eingabe. Noch dazu liegen „Start" und „Select" in einem Verbund mit der allmächtigen „Zurück-ins-Hauptmenü"-Taste dazwischen und ich komme beim schnellen Tasten nach „Start" schon mal gerne darauf. Von mir aus nächstes Mal ohne, sonst ein sehr solider Controller. Ein zweiter kostet übrigens um die 60 Euro, was angesichts des eingebauten Akkus im normalen Bereich liegt.

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Damit es dort auch noch hübscher aussieht, könnt ihr einen Ständer dazukaufen, damit die schlanke Box nicht auf der Kante kippeln muss. Sieht stylisch aus, ist komplett aus Metall und dementsprechend auch wuchtig und wertig, kostet aber auch stolze 35 Euro. Die Fernbedienung ist mit 55 Euro auch nicht gerade ein Schnäppchen, zumal sie auf den ersten Blick wie eine dreiste Kopie der Apple-TV-Steuerung aussieht. Ihr Gimmick ist, dass sie per Bluetooth mit der Box verbunden ist - für IR-Empfänger ist man sich zu modern -, um im in der Fernbedienung verbauten Mikrofon auch Sprachbefehle entgegennehmen zu können. Ansonsten kann sie nichts, was der Controller nicht auch könnte, aber für Netflix ist so ein kleiner Knubbel natürlich eleganter. Kann man haben, brauchen tut man es nicht.

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Alles, was es (derzeit) gibt: Der Controller ist immer mit in der Box, die Fernbedienung und den Metallständer müsst ihr nachkaufen.

Ich bin ein wenig zwiegespalten bei Nvidias Shield TV, und das liegt nicht an der Hardware und auch nicht an Nvidias Ansätzen, Spiele auf dieses Gerät zu bringen. Das Streaming von PC auf TV ist damit herrlich einfach - eine GTX-Grafikkarte natürlich vorausgesetzt -, mit einer dicken Internetleitung funktioniert Geforce Now genauso gut und simpel, wie es bei Filmen schon gang und gäbe ist, und Android-Spiele laufen hier eh schneller und flüssiger als sonst irgendwo. Das Pad ist insgesamt okay und für 200 Euro ist das Teil eine durchaus witzige Zweitspielkonsole mit Zusatzfunktionen. Und diese Zusatzfunktionen sind es, an denen ich mich stoße. Android TV ist eine ganz schön kastrierte Version des eigentlich so leistungsfähigen Systems und seiner unendlichen App-Vielfalt. Weder scheint die Oberfläche sonderlich durchdacht, noch sind alle relevanten Entertainment Apps verfügbar, die das "übliche" Android zu bieten hat. Android TV ist in seiner jetzigen Form sicher noch nicht das letzte Wort, die ganze Macht der App-Welt auf den großen Screen zu bringen. Aber, das 4K-Streaming von Netflix sieht ja auch klasse aus und die Box hat die Power, das zu handhaben. Überhaupt, wenn ihr mit 4K herumspielen möchtet, dann ist Shield TV die derzeit vielleicht beste Quelle, ohne gleich deutlich mehr Hardware aufbauen zu müssen. Insoweit, ja, Nvidia Shield TV ist ein wahnsinnig schickes, schnelles Gerät, das sich bei seinem Spielefokus keine Blößen gibt. Und darum geht es ja eigentlich auch bei dieser Kiste in erster Linie.

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Über den Autor:

Martin Woger

Martin Woger

Chief Editor - Eurogamer.de

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