Noch nie war die Schlacht um Hoth so wundervoll wie in Star Wars: Battlefront

Die Macht ist stark in diesem da.

Der Himmel ist so gut wie wolkenlos, die Sonne strahlt, der Schnee unter mir erstreckt sich endlos bis hin zum Horizont und funkelt im grellen Sonnenschein. Für Winter-Fans wie mich könnte Hoth ein wahrhaft idyllischer Ort sein. Und während ich so mit meinem Snowtrooper durch den Schnee laufe, stampft rechts neben mir plötzlich das riesige Bein eines AT-ATs auf den Boden. Links von mir marschiert indes einer der zweibeinigen AT-STs vorbei und gibt ein paar Salven mit seinen Lasergeschützen ab, bevor sein Cockpit von einer Rakete getroffen wird und sich mit einem gleißenden Feuerball in Luft auflöst, woraufhin die metallischen Beine leblos zu Boden sacken.

Zahlreiche Blasterschüsse zischen mir um die Ohren, wuchtige Explosionen erschüttern die Umgebung und am Himmel zischen Jäger der Imperialen und Rebellen vorbei, um sich dort ein tödliches Katz-und-Maus-Spiel zu liefern. Ja, das hier ist Star Wars. Verdammt gutes Star Wars. Selten fühlte ich mich so derart atmosphärisch in die Schlacht um Hoth versetzt wie im neuen Battlefront. Die phänomenale Grafik und Soundkulisse leisten dazu ohne Frage ihren Beitrag, in Sachen Atmosphäre ist das Spiel ein echtes Monster.

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Die Drop Pods sind hart umkämpft.

Und es war erst der Walker-Assault-Modus, der mich vollends davon begeisterte. Ich legte in der Battlefront-Beta erst mal mit dem Drop-Zone-Modus los - auch deswegen, weil das Spiel mir empfahl, doch erst mal ein wenig im Rang aufzusteigen, bevor ich mich dem Herzstück der Beta widme. Drop Zone ist eine ziemlich kurzweilige, schnelle Angelegenheit. Kurz: Ihr müsst auf der Map verteilte Drop-Pods erobern, eines nach dem anderen. Welches genau, bestimmt der Zufall. Klingt einfach, ist es aber nicht unbedingt. Jeder kann im Grunde an jedem der verschiedenen Spawn-Punkte wieder im Spiel auftauchen, ein Feind könnte so quasi aus jeder Richtung kommen, sodass ihr euch mit eurem Team nicht einfach auf die Absicherung einer bestimmten Route konzentrieren könnt, ihr müsst jeden Winkel der Umgebung im Auge behalten.

Es ist eine gute Wahl für den schnellen Einstieg in die Beta. Ihr macht euch mit den Gegebenheiten des Spiels vertraut, etwa dem Movement und dem Gunplay, bevor ihr euch in die große Schlacht stürzt. Im Walker-Assault-Modus geht es darum, dass ihr auf Seiten der Imperialen mindestens einen von zwei AT-ATs sicher in die Nähe des Schildgenerators der Rebellenbasis geleitet, damit dieser ihn in Millionen kleine Stücke schießt. Die Verteidiger müssen die AT-ATs dementsprechend aufhalten. Leichter gesagt als getan.

Auf dem Papier sieht das Ganze nach einer ziemlich klaren Angelegenheit aus. Die Imperialen verfügen als einzige über Bodenfahrzeuge - AT-ATs und AT-STs -, was sie zu einem starken Gegner macht. Aber so sollte es ja eigentlich auch sein, war schließlich im Film nicht anders. Und nichts ist schöner, als zu sehen, wie ein AT-AT unter massivem Beschuss in einem großen Feuerball explodiert oder vom Kabel eines Snowspeeders zu Fall gebracht wird und mit der Schnauze voran in den kalten Schnee stürzt. Nun, zumindest solange ihr gerade auf der Seite der Rebellen kämpft. In solchen Momenten ist die Freude groß und ihr wisst, dass ihr ein gutes Team an eurer Seite habt.

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Schöne Aussicht im Survival-Modus auf Tatooine.

Wichtig ist, dass ihr als Rebell genau wisst, was zu tun ist. Es ist von zentraler Bedeutung, die Uplink-Stationen bei jeder Zwischenstation während des Vorstoßes der imperialen Truppen so lange wie möglich zu halten, damit eure Y-Wings die Walker angreifen können. Diese sorgen dafür, dass vorübergehend die Schilde der großen Kampfmaschinen versagen. Und es sind diese kostbaren Momente, die die Rebellen nutzen müssen, denn in diesen kurzen Zeiträumen sind sie sehr verwundbar. Ob nun an einem der stationären Geschütze, im Cockpit eines X-Wings oder zu Fuß, in diesen Augenblicken sollte jeder auf die großen Maschinen feuern. Als besonders effektiv erweisen sich hierbei Orbitalschläge, die den AT-ATs massiven Schaden zufügen. Wenn ihr wisst, wie ihr es machen müsst, und wenn ihr in einem guten Team steckt, könnt ihr die imperiale Invasion sogar recht schnell stoppen.

Dass das nicht immer funktioniert, ist klar. Die Resultate schwanken mit der Qualität der Teams und dem Fokus der Spieler auf das eigentliche Ziel oder auf ihr persönliches K/D-Verhältnis. Dennoch wäre es vielleicht sinnvoll, wenn DICE hier und da noch ein wenig am Balancing schraubt, damit die Rebellen in gewissen Momenten oder bei gewissen Teamzusammenstellungen nicht ganz so unterlegen sind. Und auch ein vernünftiges System zum Ausgleich der Teams wäre nützlich, um beide Seiten fair einzuteilen, wenn etwa ein paar Spieler das Match verlassen und nicht sofort ersetzt werden können.

Vorab wurde viel darüber gemeckert, dass hier auf jeder Seite nur 20 Spieler ins Gefecht ziehen können. Es gelingt DICE allerdings, das Ganze damit zu kaschieren, dass ihr nach dem virtuellen Ableben sehr schnell wieder ins Spiel einsteigt und nahe an der Front landet. Selbst mit nur 20 Spielern pro Seite sorgt man so für regelmäßigen Nachschub auf dem Schlachtfeld. Leerlauf gibt es dadurch eigentlich so gut wie gar nicht. Auf die aus Battlefield bekannten Squads müsst ihr hier jedoch verzichten. Ihr bekommt mitunter zwar einen Partner zugewiesen, bei dem ihr auch direkt spawnen könnt, aber wirklich essentiell ist dieses System nun nicht. Zumal es nicht immer von Vorteil ist, bei seinem Kameraden wieder einzusteigen, wenn dieser zum Beispiel gerade von mehreren Feinden attackiert wird.

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Einem Helden kommt man besser nicht zu nah.

Was das Gameplay betrifft, richtet sich Battlefront vor allem an die Spieler, die abends einfach mal in aller Ruhe ein paar Runden spielen möchten, ohne sich allzu große Gedanken machen zu müssen. Es ist nichts, worin ihr euch wochenlang reinfuchsen müsst, um alle Feinheiten zu kapieren, eigentlich habt ihr alles sofort im Griff. Es ist sehr zugänglich und relativ unkompliziert, aber nicht anspruchslos. Neben der richtigen Taktik und einem guten Teamwork kommt es etwa ebenso auf die korrekte Wahl der Waffe an. Das A280C-Blastergewehr ist quasi der Allrounder, eignet sich aufgrund seiner Reichweite gut für die offenen Eiswüsten von Hoth. Der schwere Blaster DLT-19 ist hingegen in diesen offenen Arealen mehr für Deckungsfeuer als für ein präzises Ausschalten von Gegnern auf große Distanz geeignet, in Innenabschnitten und auf geringe Entfernung aber sehr tödlich.

Was Fahrzeuge und Co. betrifft, hat man sich ein interessantes System einfallen lassen. AT-STs und Raumschiffe stehen nicht einfach irgendwo in der Gegend herum, ihr müsst die jeweiligen Pickups einsammeln und aktivieren, um sie zu nutzen. Und das solltet ihr nicht auf offenem Schlachtfeld tun, denn werdet ihr im kurzen Zeitraum der Aktivierung getötet, verliert ihr diese Möglichkeit vorerst wieder. So vermeidet man es auch, dass gewisse Spieler einfach nur in der Basis herumstehen und auf den nächsten Fahrzeug-Spawn warten, anstatt aktiv etwas zur Schlacht beizutragen. Zumindest ist mir noch nicht aufgefallen, dass irgendwelche Leute nun in der Nähe dieser Pickups ein Lager aufschlagen. Gleichzeitig ist es so nicht möglich, als Rebell oder Imperialer ein Fahrzeug der feindlichen Fraktion zu klauen. Eine gute Wahl.

Ansonsten gibt es noch normale Pickups, die euch zufällig eines von mehreren verschiedenen Extras bescheren. Das könnte etwa ein Orbitalschlag sein, automatische Anti-Personen und Anti-Fahrzeug-Geschütze oder ein Raketenwerfer mit einem einzelnen Schuss, der gegen Fahrzeuge und Soldaten gleichermaßen effektiv ist. Hinzu kommen die Star Cards als Anpassungsmöglichkeit eurer Charaktere. Durch den Rangaufstieg (in der Beta maximal Rang 5) werden hier weitere Objekte zugänglich, die ihr gegen Credits freischaltet. Diese verdient ihr euch wiederum durch das Sammeln von Punkten in den Matches, am Ende der Partie werden sie in Bares umgerechnet.

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Die AT-ATs sind nur dann verwundbar, wenn ihre Schilde vorübergehend deaktiviert wurden.

Damit könnt ihr euch etwa verschiedene Arten von Granaten herauspicken, bis jetzt Anti-Personen- oder Anti-Fahrzeug-Granaten, aber auch Dinge wie ein Scharfschützengewehr oder ein Jetpack. Zwei dieser Star Cards könnt ihr zwei Buttons auf eurem Gamepad zuweisen. Ihr könnt diese beiden Extras dann unbegrenzt nutzen, aber jeweils mit einem mal mehr, mal weniger langen Cooldown dazwischen. Ein dritter Slot ist für spezielle Star-Cards reserviert, die sich nur begrenzt oft einsetzen lassen - Aufladungen dafür findet ihr aber immer auf dem Schlachtfeld verteilt. Damit aktiviert ihr zum Beispiel vorübergehend einen persönlichen Schutzschild, der keine Blasterschüsse zu euch durch lässt, im Umkehrschluss könnt ihr aber selbst nicht feuern. Gegen Granaten und eindringende Feinde, die euch dann mit dem Gewehrkolben eins überbraten, bringt er zwar nichts, ist aber eine ganz nützliche Option, um euch bei der Aktivierung oder Deaktivierung von Uplinks abzusichern.

Eine nette Abwechslung, aber nicht unbedingt ausschlaggebend für den Ausgang der Schlacht sind die Helden. Auch diese findet ihr als Pickup auf dem Schlachtfeld, in der Beta sind Luke Skywalker und Darth Vader spielbar. Mit ihren Lichtschwertern können sie Blasterschüsse abwehren, verfügen aber zugleich noch über verschiedene Offensivaktionen wie Vaders Machtgriff - und ein Hieb mit dem Lichtschwert setzt jeden Soldaten mit nur einem Treffer außer Gefecht. Auf ein Duell mit einem dieser Kämpfer solltet ihr euch als normaler Soldat daher nicht unbedingt einlassen, sondern eher aus der Distanz draufhalten. Es sei denn, ihr lockt Luke Skywalker an, bis das hier passiert, aber dazu braucht ihr schon eine Menge Glück.

Der dritte Spielmodus in der Beta sind übrigens die Missionen, die ihr entweder alleine oder mit einem Mitspieler im Couch- oder Online-Koop-Modus spielen könnt - hier ein Survival-Einsatz, bei dem ihr mehrere Gegnerwellen auf Tatooine überleben müsst. Im Moment würde ich sie eher als nette Dreingabe einschätzen. Nichts, wofür ihr euch Battlefront jetzt kaufen müsstet, aber als Zusatz zum traditionellen Multiplayer-Erlebnis nimmt man es dann doch gerne mit.

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Einer weniger.

Ansonsten hat Battlefront hier und da natürlich noch mit einigen Beta-Krankheiten zu kämpfen. Das Balancing ist in manchen Bereichen noch nicht gänzlich ausgereift, aber genau dafür ist diese Testphase ja da. Über gelegentliche Lags kann man derzeit noch hinwegsehen, sofern sie später in der Vollversion kein großes Problem darstellen. Abgesehen davon lief das Spiel zumindest in den von mir gespielten Partien schon weitestgehend problemlos. Das sind gute Vorzeichen für einen reibungslosen Start, den man DICE nach dem Launch-Desaster von Battlefield 4 nur wünschen kann.

Nachdem ich erst mit dem Drop-Zone-Modus einstieg, hat Battlefront ein kleines bisschen gebraucht, um mich zu begeistern, aber als ich dann zum ersten Mal den Walker-Assault-Modus ausprobierte, war es um mich geschehen. DICE schafft es, die Star-Wars-Atmosphäre wunderbar auf den Bildschirm zu zaubern. Walker Assault ist ein schnelles, actionreiches Feuerwerk, das euch kaum Zeit zum Atmen lässt. Und genau das macht es so unterhaltsam. Keine langen Wartezeiten zwischen den Spawns, ihr werdet direkt wieder mitten ins Geschehen geworfen. An gewissen Feinheiten muss man noch arbeiten, aber ansonsten spielt sich die Beta schon sehr rund. Und wenn ein Spiel es schafft, dass ich es vier Stunden mit Begeisterung am Stück spiele und ich mich nach Mitternacht zum Aufhören zwingen muss, macht es definitiv etwas richtig.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Seit 2006 bei Eurogamer.de und spielt hauptsächlich auf Konsolen. Mag Sci-Fi, Star Wars UND Star Trek. @f1r3storm auf Twitter.

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