Schnellere Festplatten steigern die Performance von Fallout 4 auf der Xbox One - Digital Foundry

Eine SSD beseitigt Ruckler, die Ladezeiten verbessern sich auf der PS4.

Gestern berichteten wir über die Konsolen-Performance von Fallout 4 und fanden heraus, dass sowohl die PS4- als auch die Xbox-One-Version 1080p30-Gameplay anstreben und dabei variable Resultate erzielen. Beide Versionen haben Probleme damit, die anvisierte Framerate aufrechtzuerhalten, aber die Xbox-One-Version hatte spürbare Nachteile - es gibt Probleme mit „Macro-Rucklern“, die scheinbar im Zusammenhang mit der Streaming-Technologie stehen, die im Hintergrund verwendet wird. Beim Betreten neuer Bereiche gibt es bis zu eine Sekunde lange Pausen und selbst der Waffenwechsel verursacht manchmal Probleme.

Die Frage ist: Was verursacht das? Von Performance-Tests mit der PC-Version wissen wir, dass die CPU-Last deutlich steigen kann, wenn neue Daten von der Festplatte gestreamt werden - aber das erklärt keine Frame-Zeiten von 1.000 ms. Ein GPU-Problem ist ebenfalls unwahrscheinlich. Optisch gibt es zwischen den Frames vor und nach dem Problem sehr wenig Unterschiede, die Aufgaben, die die GPU von einem zum anderen Frame bewältigen muss, sind sehr ähnlich. Indem wir das Ausschlussprinzip anwenden, bleibt als wahrscheinlicher Verursacher also noch die Festplatte. Und das ist interessant, wenn man bedenkt, dass sowohl PS4 als auch Xbox One eine 500-GB-Festplatte mit 5.400 rpm nutzen, wobei Sonys Konsole keine vergleichbaren Probleme hat.

Nach ausgiebigen Tests scheint sich zu bestätigen, dass es auf Microsofts-Plattform einen Speicher-Engpass gibt. Aber bis das mit einem Update ausgemerzt wird, gibt es einen Workaround, auch wenn der eher unpraktisch ist. Dieses Problem komplett zu beseitigen - zumindest in den Testbereichen unserer anfänglichen Performance-Analyse -, ist möglich. Dazu ist es nötig, eine SSD via USB als externe Festplatte zu nutzen und das Spiel darauf zu kopieren. Aus verschiedenen Gründen ist das keine ideale Lösung: SSDs sind nicht günstig und der dafür nötige USB-Adapter verursacht nur weitere Kosten. Also dachten wir über zwei weitere Lösungen nach: Eine Festplatte mit 7.200 rpm und eine Hybrid-SSHD. Letztere besteht aus einer Festplatte mit 5.400 rpm, die einen kleineren SSD-Cache nutzt. Die damit erzielten Resultate sind verblüffend.

Die Performance verbessert sich mit beiden, bis hin zu dem Punkt, an dem die von uns erlebten 0-FPS-Einbrüche verschwunden sind, aber die Ruckler sind - wenn auch in reduzierter Form - noch vorhanden, ob nun bei der Durchquerung der Spielwelt oder bei länger nicht genutzten Waffen. In unseren Tests scheint die 7.200-rpm-Festplatte leichte Vorteile gegenüber der SSHD zu haben, aber es gibt Probleme und Ruckler, die auf mehr Verbesserungen mit dem Hybrid-Laufwerk hinweisen. Am Ende stellen aber beide eine deutliche Verbesserung gegenüber der internen Festplatte dar, weil die 0-FPS-Macro-Ruckler verschwunden sind oder massiv reduziert werden. Aber es wird auch klar, dass nur eine SSD diesen Effekt vollständig beseitigt. Zugleich sollten wir nochmals betonen, dass unsere Tests aufgrund der schieren Größe des Spiels auf die Bereiche beschränkt waren, von denen wir bereits Daten hatten.

Die Xbox-One-Version von Fallout 4 in einem erneuten Test mit einer SSD, einer Hybrid-SSHD und einer 7.200-rpm-Festplatte. Ihr seht außerdem, wie das Spiel auf der PS4 nach einem SSD-Upgrade läuft.

Obwohl es auf der PlayStation 4 scheinbar keine vergleichbaren Probleme gibt, haben wir auch diese Version mit einer SSD getestet. Es gibt ganz leichte Performance-Vorteile, aber nichts, worüber es sich zu schreiben lohnt. Das macht Sinn, weil es bei der Standard-HDD keine wirklichen Engpässe gibt. Natürlich verbesserten sich die Ladezeiten mit dem Wechsel zur schnelleren Festplatte, was aber für beide Konsolen gilt.

Hier könnt ihr einen schnellen Blick auf unsere Daten werfen. Ihr seht, dass die PS4 mit der Standard-Fesplatte bei den Ladezeiten ebenfalls Vorteile gegenüber der Xbox One hat. Der Wechsel zur SSD reduziert die Ladezeiten um bis zu 30 bis 50 Prozent. Die Ladezeiten in Fallout 4 sind zwar nicht allzu aufdringlich, können aber durchaus das Momentum stören - und je schneller wir zurück im Spiel sind, desto besser. Interessant ist, dass die Xbox-One-Version mit einer SSD sogar schnellere Ladezeiten produziert als die PS4 mit einer SSD. Der Grund dafür dürfte sein, dass das Betriebssystem auf Microsofts Konsole noch immer auf der internen Festplatte läuft, bei der intern montierten SSD auf Sonys Hardware läuft alles über die gleiche Festplatte.

Letzten Endes kommen wir zu dem Schluss, dass wir auf einen kommenden Patch warten müssen, der die Ruckler in der Xbox-One-Version von Fallout 4 behebt. Von einem technologischen Standpunkt aus gesehen gibt es keine Gründe, die dagegen sprechen: PS4 und Xbox One nutzen sehr ähnliche Speicherlösungen und auf Sonys Plattform gibt es keine Probleme. Unsere einzige Sorge ist, dass die Xbox-One-Ladezeiten auf der Standard-HDD deutlich länger sind als auf der PS4, was andeutet, dass die PS4 bei Fallout 4 allgemein Vorteile hat, die sich bis hin zur Hintergrund-Streaming-Technologie erstrecken. Das erklärt aber nicht die bis zu einer Sekunde langen Pausen im Gameplay, mit denen wir es auf der Xbox One zu tun haben - es liegt nun an Bethesda, das zu beheben, zusammen mit den anderen Berichten hinsichtlich der Stabilität, die es nach dem Launch gibt.

Ladezeiten (Sekunden) Xbox One Standard-HDD Xbox One 7.200 rpm HDD Xbox One SSD PS4 Standard-HDD PS4 SSD
Vault 111 34,2 29,8 19,5 32,6 16,8
Verlassen von Vault 111 28,6 23,2 16,0 22,8 11,8
Concord Town 45,8 40,5 26,7 39,8 25,8
Betreten des Museum of Freedom 19,2 15,0 7,5 16,0 10,5
Diamond City 47,4 39,8 22,9 44,3 28,0
Betreten von Dugout Inn 13,6 10,9 5,8 12,2 8,8

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Über den Autor:

Richard Leadbetter

Richard Leadbetter

Technology Editor, Digital Foundry

Rich has been a games journalist since the days of 16-bit and specialises in technical analysis. He's commonly known around Eurogamer as the Blacksmith of the Future.

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