Battlefront funktioniert: DICE hat seine Lektion aus dem Launch-Desaster von Battlefield 4 gelernt

Der Krieg der Sterne in seiner ganzen Pracht.

Wie zuletzt schon 343 Industries mit Halo 5 hatte DICE nach seiner letzten Veröffentlichung einiges wiedergutzumachen. Battlefield 4 wurde zu Beginn an nahezu jeder Ecke von Problemen geplagt und bescherte den Käufern kein wirklich allzu vergnügliches Spielerlebnis. Seitdem ist einiges an Zeit vergangen und das Team aus Schweden hat mittlerweile auch die neuen Konsolen besser im Griff. Das konnte man schon anhand der Battlefront-Beta sehen, die doch größtenteils problemlos verlief, und setzte sich nun in der Early-Access-Phase auf der Xbox One fort.

Erstmals ließ sich damit zugleich ein Blick auf das Battlefront-Gesamtpaket werfen, die Beta zeigte ja nur einen vergleichsweise kleinen Teil. Das Herzstück des Spiels ist neben Supremacy aber sicherlich nach wie vor der Walker-Assault-Modus, in dem die Imperialen einen oder zwei AT-ATs zum Ziel geleiten müssen, während die Rebellen diese zu Fall bringen wollen. Gegenüber der Beta wurden hier einige Änderungen vorgenommen. Genauer gesagt hat man den riesigen Walkern einige Schwachpunkte hinzugefügt, um sie leichter zu Fall zu bringen.

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Endor sieht einfach wunderbar aus und verlangt vollste Aufmerksamkeit von euch.

Und tatsächlich erlebte ich jetzt in der Early-Access-Phase weit mehr Erfolge der Rebellen als noch in der Beta. Inwiefern sich das mit der Zeit einpendelt oder ob DICE noch mal Hand anlegen muss, wird sich zeigen müssen. Hier und da bleibt der Eindruck, dass manch einer noch nicht so recht verstanden hat, wie die jeweiligen Spielmodi funktionieren. Da werden lieber Alleingänge unternommen, statt die Teamkameraden um sich herum zu unterstützen, was sinnvoller wäre, um etwa die dortigen Uplinks unter Kontrolle zu bringen, mit denen die Rebellen ihre Y-Wing-Unterstützung anfordern - oder eben, um sie davon abzuhalten.

Bis zu einem gewissen Grad liegt das natürlich am Spiel selbst, das weiterhin keine Squads ermöglicht. Mir ist obendrein nicht hundertprozentig klar, warum ich manchmal sofort einen Partner zugeteilt bekomme, in anderen Matches aber erst mal eine Weile keinen habe. Aber wie dem auch sei, letzten Endes wären Squads doch eine sehr willkommene Ergänzung. Sie würden es kleinen Grüppchen ermöglichen, etwas koordinierter vorzugehen, als das derzeit möglich ist, indem zum Beispiel der Anführer eines Squads ein Angriffsziel markieren könnte. Derzeit müsst ihr euch eher darauf verlassen, dass diejenigen, die neben euch laufen, genau das gleiche Ziel haben wie ihr selbst.

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AT-ATs sind nun etwas leichter zu bezwingen. (Beta-Screenshot)

Supremacy - ihr kämpft dort um Kontrollpunkte - und Walker Assault als Kernmodi werden von euch die meiste Zeit beanspruchen, alle anderen Spielvarianten sind für kürzere Matches ausgelegt. Mit dabei sind klassische Modi wie Blast (Team Deathmatch), aber auch einige auf Star Wars abgestimmte Alternativen wie Droid Run, wo ihr herumlaufende Droiden unter eure Kontrolle bringen müsst, Hero Hunt, in dem sieben Spieler einen Helden oder Schurken jagen, oder eine weitere Variante, in der die drei Helden und Schurken beider Seiten mit ein wenig zusätzlicher Unterstützung gegeneinander antreten.

Wo wir gerade von Helden sprechen: Hier hat DICE ein paar einschneidende Änderungen vorgenommen. In der Beta verloren sie ständig Gesundheitsenergie, woraus wiederum eine begrenzte Spieldauer reduzierte, die ihr durch das Töten von Gegnern ein wenig verlängern konntet. Das läuft nun anders. Ihr verliert nicht mehr automatisch Lebensenergie, könnt im Umkehrschluss aber auch keine zurückgewinnen, indem ihr Feinde ausschaltet. Theoretisch könntet ihr so eine ganze Weile als Held spielen, ohne dabei unter Zeitdruck zu stehen. Eine gute Änderung, die das Helden-Gameplay etwas weniger hektisch macht. Aber die Gegner stürzen sich trotzdem noch auf euch. Held oder Schurke zu sein ist eben nicht einfach.

Im Gegensatz zur Beta gibt es wiederum noch einen ganzen Haufen weiterer Star Cards und Schusswaffen. Die Star Cards bescheren euch allerlei Extras beziehungsweise nützliche Dinge, darunter aus der Beta bekannte Dinge wie das Jetpack, das euch auf höhere Ebenen bringen oder im Gefecht helfen kann. Außerdem gibt es etwa verschiedene Arten von Granaten, darunter Ionengranaten gegen Fahrzeuge oder Rauch- und Flash-Granaten, die euch gegenüber Fußsoldaten einen Vorteil verschaffen sollen. Außerdem lässt sich etwa Chewies Bowcaster als Star Card freischalten. Andererseits haben wir noch die Star Cards, die ihr nur begrenzt oft nutzen könnt und für die ihr auf den Schlachtfeldern verteilt weitere Aufladungen findet. Damit steigert ihr etwa die Präzision eurer Waffe, aktiviert kurzzeitig einen persönlichen Schild oder feuert explosive Geschosse ab.

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Mit Star Cards, Merkmalen und Waffen bietet man verschiedene Optionen zur Individualisierung eures Charakters und zur Anpassung an das Spielgeschehen.

Später (ab Level 15 und 26) gibt es noch verschiedene „Merkmale", im Grunde Spezialisierungen mit verschiedenen Boni. Aktiviert und nutzt ihr beispielsweise die Bodyguard-Karte, reduziert ihr etwa den durch Explosionen erlittenen Schaden, auf der höchsten Stufe wird zudem der Blaster-Schaden, den ihr einsteckt, leicht reduziert. Das ermöglicht euch eine individuelle Zusammenstellung eures Charakters (es gibt auch noch zahlreiche männliche, weibliche und außerirdische Köpfe), die ihr zudem je nach Ausgangslage des Matches anpassen könnt. Als Rebell kann es etwa durchaus hilfreich sein, euch mit Ionenwaffen und -extras zusätzlich gegen feindliche Vehikel abzusichern, speziell im Walker-Assault-Modus.

Vor allem aber gelingt es DICE, mit Battlefront eine wunderbare Star-Wars-Atmosphäre zu vermitteln. Ob nun durch das Stampfen des AT-ATs, die markanten Blasterschüsse des AT-STs oder das Heulen der TIE-Jäger, wenn sie am Himmel vorbeirauschen, das perfekte Zusammenspiel von Sound, Musik und exzellenter Grafik zieht euch mitten in den Sternenkrieg hinein. In puncto Schauplätze präsentiert man euch optisch und spielerisch abwechslungsreiche Kost, ob nun mit den Eiswüsten von Hoth, den sandigen Canyons von Tatooine oder der unwirklichen Vulkanwelt Sullust. Besonders gut gelungen ist den Entwicklern aber die Umsetzung von Endor mit seinem dichten Wald, in dem ihr in jeder Ecke aufmerksam sein müsst, damit euch kein Gegner aus einem Gebüsch oder Hinterhalt heraus abschießt. Zugleich solltet ihr euren Blick nach oben in ein Ewok-Dorf richten, um nicht von dort beschossen werden. Schlussendlich ist aber jedes Schlachtfeld ein echter Augenschmaus.

Im Allgemeinen lässt sich bislang ein ähnliches Fazit ziehen wie nach der Beta. Battlefront ist weitestgehend unkompliziert zu spielen und richtet sich daher nicht unbedingt an die Hardcore-Zielgruppe. Aber das ist nichts Schlechtes. Zugleich bietet es euch zahlreiche Möglichkeiten zur individuellen Anpassung eurer Charaktere und Spielweise. Es eignet sich perfekt für Spieler wie mich, die nach Feierabend unbeschwert einfach mal eine oder vielleicht oder zwei Stunden ganz ohne Stress mit dem Krieg der Sterne verbringen möchten. Man könnte es mit Plants vs. Zombies: Garden Warfare vergleichen. Schnell, unkompliziert, aber dennoch auf Teamwork fokussiert. Es ist keine lange Einarbeitungszeit nötig und ihr erzielt flott genug Fortschritte, um neue Dinge zur Anpassung freizuschalten. Obendrein sorgen die diversen Spielmodi und unterschiedliche Map-Varianten (zum Teil mit verschiedenen Tageszeiten) für genügend Abwechslung.

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Es wird stets verbittert gekämpft. Leerlauf gibt es so gut wie kaum. (Beta-Screenshot)

Meine zehn Early-Access-Stunden hatte ich jedenfalls schon am Samstag verbraucht und sitze seitdem ungeduldig hier und warte darauf, dass die finale Testversion eintrudelt, weil ich mich einfach am liebsten sofort in weitere Schlachten stürzen würde. Hoffentlich halten meine Fingernägel bis dahin durch.

Unser abschließender Test folgt dann wiederum nach dem Verkaufsstart des Spiels. Bisher läuft zwar sowohl im Hinblick auf das Spiel selbst wie auch auf die Server alles überwiegend reibungslos, aber wir wollen sicherstellen, dass das so bleibt, wenn die große Masse an Spielern mit dem Launch hinzukommt.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Seit 2006 bei Eurogamer.de und spielt hauptsächlich auf Konsolen. Mag Sci-Fi, Star Wars UND Star Trek. @f1r3storm auf Twitter.

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